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Handyverbot in Frankreich „Wir stellen die Kinder unter Generalverdacht“

Handyfreie Schule – manche winken ab, für andere wäre es ein Segen.

Frankreich verbietet Handys an Schulen
Kein Smartphone, keine Smartwatch, kein Tablet: Frankreich greift durch (Symbolbild). Foto: afp

Handys an Schulen sind für viele Lehrer eine Last. „Sie lenken den Schüler ab und ziehen die Aufmerksamkeit vom Unterricht“, erzählt Uwe Schulze, Musik- und Mathelehrer an einem Gymnasium in Leipzig. Es habe schon Fälle gegeben, erzählt Schulze, da hätten Kinder den Unterricht heimlich gefilmt und die Videos im Internet hochgeladen.

Die Schulleitung hat deswegen Handys im Unterricht und in der Pause verboten. Beim Betreten des Schulgeländes muss es ausgeschaltet und in der Tasche verstaut werden. So die Regel. Tatsächlich halten sich natürlich nicht alle Schüler daran. „Wir haben da unsere Spezialisten“, sagt Schulze, „die werden immer wieder erwischt“. Dann wird das Smartphone konfisziert und im Lehrerzimmer gelagert. „Für die Schüler ist das brisant, die hängen ja an ihren Geräten“, sagt der Lehrer. Die Strafe ist auch deswegen für Schüler so drakonisch, weil sie ihr Telefon erst wieder zurückbekommen, wenn die Eltern sich bei der Schulleitung gemeldet haben. „Das hat in jedem Fall einen abschreckenden Charakter“, weiß Schulze. 

Obwohl das Handy im Unterricht zu Recherchezwecken und nur mit Erlaubnis des Lehrers auch mal genutzt wird, ist Schulze der Meinung, dass das Smartphone an Schulen ganz verboten werden sollte. So strikt handhabt das nun Frankreich. Dort hat das Parlament am Montag per Gesetz die Nutzung von Mobiltelefonen in allen Vor- und Grundschulen sowie in der Sekundarstufe I untersagt. 

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