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Haggis-Streit Angriff aufs schottische Heiligtum

Das Gemisch aus Schafsmagen, Nierenfett, Hafermehl und Gewürzen gilt als schottisches Nationalgericht. Doch nun behauptet eine Historikerin, Haggis komme aus England.

03.08.2009 10:08
Waschechte Schotten kämpfen bis zum Umfallen - auch um ihr Leibgericht. Foto: Foto: dpa

London. Es ist das schottische Nationalgericht, doch nun droht eine Wissenschaftlerin das Weltbild der Schotten zu zerstören: Die Historikerin Catherine Brown behauptet, dass Haggis - ein Gericht aus Haferschleim und Innereien - aus England stammt. Das Gericht sei 1615 erstmals in einem englischen Rezeptbuch erschienen, sagte Brown der Zeitung "Daily Telegraph" von Montag. Erst später hätten sich die Schotten das Gericht zu eigen gemacht. Die erste Erwähnung, dass Haggis schottisch sei, habe sie erst im Jahr 1747 finden können.

Bisher galt das Gedicht des schottischen Dichters Robert Burns "Address to a Haggis" (1787) als "Beweis" dafür, dass das Gericht aus Schafsmagen, Nierenfett, Hafermehl und Gewürzen Ur-schottisch sei.

Die neue These ist vor allem deshalb so brisant, da die beiden britischen Landesteile Schottland und England seit jeher im Clinch miteinander liegen. "Es war ursprünglich ein englisches Gericht", sagte Brown. In dem Buch von 1615 hieß es, "dass es sehr beliebt unter allen Menschen in England war".

Andere zweifelten jedoch an der Darstellung. "Niemand wird das glauben", sagte der ehemalige Meister im Haggis-Zubereiten, Robert Patrick. Zu behaupten, dass Haggis Englisch sei, sei genauso unsinnig, wie die Behauptung der Holländer und Chinesen, Golf erfunden zu haben. "Die Leute wollen Teil von allem sein, was etwas mit Schottland zu tun hat."

Der Besitzer einer schottischen Haggis-Firma, James Macsween, sagte, das Gericht werde immer ein schottische Symbol sein - egal woher es komme. (dpa)

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