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Golf von Aden Coole Crew ließ Piraten abblitzen

Zwei Tage nach dem Überfall auf das deutsche Containerschiff im Golf von Aden ist in der Reederei DS Schifffahrt der Dr. Peters Group in Dortmund Aufatmen angesagt.

11.09.2010 00:24
Philipp Kienast

Ramponiert und im Schneckentempo ist die „Magellan Star“ inzwischen unterwegs nach Dubai. Die Piraten sind festgenommen, die zehnköpfige Crew ist in Sicherheit. Zwei Tage nach dem Überfall auf das deutsche Containerschiff im Golf von Aden ist in der Reederei DS Schifffahrt der Dr. Peters Group in Dortmund Aufatmen angesagt. „Wir sind sehr erleichtert, dass die Crew den Umständen entsprechend wohlauf ist“, sagte Holger Römer, Sprecher der Dr. Peters-Gruppe.

Am Mittwoch hatten Piraten das 8000-Tonnen-Containerschiff vom Schnellboot aus gekapert. Die Besatzung verbarrikadierte sich im Schutzraum, die Piraten fanden eine menschenleere Brücke vor – und abgeschaltete Maschinen. Die hatte der polnische Kapitän Piotr Wrobel stoppen lassen und einen Notruf abgesetzt.

Fragen über Fragen also für die Banditen auf Beutezug: Wie kommen die Motoren des Frachters wieder in Fahrt? Wo steckt die Besatzung, die doch Lösegeld einbringen sollte? Einziger Ansatzpunkt war ein Telefon mit der Nummer der deutschen Reederei auf der Brücke. Prompt riefen die Piraten an, bissen allerdings in Dortmund auf Granit – der Peters-Mitarbeiter rückte trotz wüster Beschimpfungen weder raus, wo sich die Crew befand, noch wie sich die „Magellan Star“ wieder in Bewegung setzen ließ. Voller Wut versuchten die Piraten, das selbst herauszufinden – und ließen sich bei der Zertrümmerung des Schiffs so viel Zeit, dass US-Marines sie festnehmen konnten, ohne dass ein einziger Schuss fiel.

So kurios sich die gescheiterte Piraten-Attacke auch anhört – 20 Stunden mussten die Besatzungsmitglieder, zu der kein Deutscher zählt, im „Panic Room“ ausharren. Jetzt wird die Crew auf psychische Folgen untersucht. Sprecher Römer: „Ihnen steht es frei, weiterzufahren oder eine Zeit lang auszusetzen.“ Die Mannschaft habe die richtigen taktischen Maßnahmen ergriffen – eine besondere Leistung. Das Schiff ist auf dem Weg ins Trockendock in Dubai, wo die Schäden behoben werden sollen. Die Piraten befinden sich derzeit in den Händen der US Navy und werden zur missglückten Entführung befragt. Römer äußerte sich erleichtert darüber, dass keiner der Banditen verletzt wurde: Sie stünden „am Ende einer Befehlskette“ hinter „weitaus größeren Gangstern“.

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