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Gewitter Verletzte und lahmgelegter Verkehr durch Unwetter

Beim bislang heftigsten Sommergewitter des Jahres wurden mehrere Menschen verletzt. Der Bahnverkehr erholt sich nur langsam.

10.08.2018 06:13
Unwetter in Hamburg
Einsatzkräfte der Feuerwehr sägen in Hamburg abgeknickte Äste aus einem Baum. Foto: dpa

Mit orkanartigen Böen ist Gewittertief „Nadine“ am Donnerstag über Deutschland hinweggefegt. Mehrere Menschen wurden durch umgestürzte Bäume verletzt. Zentrale Strecken im Bahn-, Straßen-, und Flugverkehr waren betroffen.

Besonders heftig war der Sturm im Raum Hannover und an der Nordsee, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am frühen Freitagmorgen sagte. An der Küste seien Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern gemessen worden.

Bis zum Freitagmorgen waren die ICE-Trassen Hannover-Hamburg-Kiel, Bremen-Hamburg sowie Osnabrück-Löhne gesperrt, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Wie lange die Störungen andauern würden, war zunächst noch unklar. Auf den übrigen Fernverkehrsstrecken würden die Züge teilweise umgeleitet. Auch im Regionalverkehr sollten sich Fahrgäste auf Ausfälle und Verspätungen einstellen.

Übernachtungen am Bahnhof

Für gestrandete Zugreisende stellte die Deutsche Bahn in der Nacht an mehreren Bahnhöfen wie Dortmund, Hamm/Westfalen, Hannover, Braunschweig und Berlin Aufenthaltszüge bereit. Außerhalb der betroffenen Region im Norden seien am Freitag allerdings keine Einschränkungen mehr zu erwarten, sagte der Sprecher.

Am späten Donnerstagabend waren im Norden auch die Strecken des Bahnbetreibers Metronom betroffen, wie das Unternehmen mitteilte. Demnach sei für den Freitagmorgen noch mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Auf der Strecke des RE 3/RB 31 (Uelzen-Lüneburg-Hamburg) sei voraussichtlich kein Zugverkehr möglich. Die übrigen Strecken wie der RE 4/RB 41 (Bremen-Rotenburg-Hamburg) oder der RE 2 (Göttingen-Hannover-Uelzen) seien auch am Morgen noch auf Teilabschnitten gestört, hieß es. Der Betreiber bat alle Fahrgäste, sich frühzeitig zu informieren.

Verletzte in Hamburg

Beim Zusammenstoß eines Autos mit einem umgestürzten Baum sind in Sassenberg (Kreis Warendorf) im Münsterland vier Menschen verletzt worden. Ein 78-jährige Fahrer war mit seinem Wagen am Donnerstagnachmittag unterwegs, als plötzlich ein Baum vor dem Fahrzeug auf die Straße fiel, wie die Polizei mitteilte. Nach dem Zusammenprall brachten Rettungskräfte ihn und die drei übrigen Insassen des Wagens ins Krankenhaus.

Auch in Hamburg sind zwei Jugendliche durch einen entwurzelten Baum verletzt worden. Der 18-jährige Junge und das 15-jährige Mädchen seien am Donnerstagabend im Stadtteil Harburg unterwegs gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Ob sie dabei direkt von dem umgestürzten Baum oder von den umherfliegenden Ästen getroffen wurden, war zunächst unklar. Die beiden wurden ins Krankenhaus gebracht, die Verletzungen waren nicht lebensbedrohlich.

Frankfurter Flughafen geschlossen

Wegen der Gewitterfront war am Donnerstagnachmittag an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt für etwa eine halbe Stunde der Betrieb eingestellt worden. Etwa ein Zehntel der mehr als 1500 geplanten Starts und Landungen fiel aus. Auch in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland knickte der Sturm Bäume um und sorgte für Verkehrsbehinderungen.

In Berlin wurden die Besucher der Leichtathletik-EM am Abend dazu aufgerufen, wegen des aufziehenden Gewitters zunächst im Olympiastadion zu verharren. „Bitte bleiben Sie hier, das ist der sicherste Ort für sie“, hieß es am Ende der Veranstaltung. Kurz nach 22.30 Uhr hatten jedoch fast alle Zuschauer bei nachlassendem Regen die Tribünen verlassen.

Zum Wochenende dürfte sich das Wetter wieder beruhigen. Laut DWD ist die große Hitze dann zwar vorerst vorbei – sommerlich warm bleibt es trotzdem. Die Höchsttemperaturen sollen nach langer Zeit flächendeckend aber unter 30 Grad liegen. Hoch „Kevin“ bringt trockene Luft – außer dem Südosten Bayerns und Schleswig-Holstein.

Trotz der Gewitter ist die Trockenheit der letzten Wochen nach wie vor ein großes Problem. Allein im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen gab es Schätzungen zufolge mehr als 100 Waldbrände. „Das sind ungewöhnlich viele“, sagte Michael Blaschke von Wald und Holz NRW am Donnerstag. (dpa)

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