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Gesetzliches Furzverbot in Malawi Pupsen verboten

In Malawi ist das öffentliche Luftablassen zukünftig verboten: Ein neues Gesetz soll in einem der ärmsten Länder der Welt für saubere Luft sorgen. Überführte Delinquenten sollen sogar hinter Gitter wandern können.

04.02.2011 18:46
Von Dagmar Wittek
„Wenn dir nach Pupsen ist, dann gehe auf die Toilette“, empfiehlt Malawis Justizminister. Foto: dapd

Stunk in Malawi – Justizminister und Rechtsanwälte streiten sich. Ab nächster Woche ist das öffentliche Pupsen in Malawi verboten. Der Justizminister höchstpersönlich sagte einer lokalen Radiostation: „Wenn dir nach Pupsen ist, dann gehe auf die Toilette“.

Ein Rechtsanwalt hielt sofort dagegen, dass das neue Gesetz, das ab nächster Woche in Kraft tritt, so nicht auszulegen sei. Es ginge vielmehr um Umweltverschmutzung. Aber: Das neue Gesetz besagt, Luftverpestung werde ab sofort bestraft, und der Justizminister hat offenbar ein feines Näschen, jedenfalls gehört für den obersten Rechtsmann das Furzen dazu. Präsident Bingu wa Mutharika hat sich hinter den Justizminister gestellt (da steht er ja nun auch sicher) und sagte der Zeitung Daily Mail, er wolle mit dem neuen Gesetz sein Volk zu mehr Verantwortungsbewusstsein und Disziplin erziehen.

In Malawi herrscht nun Verunsicherung. Auf Africanews.com fragt eine besorgte Frau: „Um Himmels Willen, wollen sie dann ganze Busladungen festnehmen, wenn einer im Sammeltaxi einen fahren lässt?“ Man stelle sich das Fingerzeigen auf den mutmaßlichen Täter vor, jeder kann da mitfühlen, denn: Wer hat noch nicht in aller Öffentlichkeit heimlich, still und leise gefurzt?

Viel Wind ums Gesetz

Eine peinliche Angelegenheit, die sich für die meisten wahrscheinlich sowieso schon wie ein krimineller Akt anfühlt. Und nun wird man in Malawi dafür auch noch in aller Öffentlichkeit bloßgestellt und soll dafür hinter Gitter wandern können. Man stelle sich die Gerichtsverfahren vor, die Dorfoberste übernehmen sollen. Die verkommen doch zur völligen Lachnummer.

Die Opposition schimpft, das Land habe ernstere Probleme. Malawi gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Welt und laut UN kann die Hälfte der rund 13 Millionen Menschen in Malawi nicht lesen. Und da machen Justizminister und Rechtsanwälte, die seit Wochen im Auslegungsclinch um die Rechtslage sind, so viel Wind. Da zeigt sich doch: Mancher Pups ist tatsächlich ein Verbrechen.

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