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Gamescom Gamescom startet in Köln

Schon am ersten Tag der Gamescom strömen die Fans an die Konsolen.

Gamescom
Viele Fans verkleiden sich wie ihre Helden aus den Videospielen. Foto: rtr

Die Gamescom ist eröffnet. Und während es von den Politikern nur vage Aussagen gab, was die Förderung der deutschen Spiele-Entwickler angeht, konnten die Veranstalter der weltgrößten Messe für Video- und Computerspiele ihre Versprechen einlösen: Sie hatten zum Start der 10. Gamescom in Köln bedeutende Weltpremieren angekündigt – und sie auch präsentiert.

Die pompösen Pressekonferenzen der Spielekonzerne, in deren Verlauf ein neues Spiel angekündigt und ordentlich Wind gemacht wurde, gab es in den vergangenen Jahren auf der Gamescom nicht mehr. Die großen Studios nutzen inzwischen vor allem die Spielemesse E3 in Los Angeles, die im Netz deutlich mehr Strahlkraft besitzt. Dennoch ragten zwei Premieren heraus: Das für sein erfolgreiches Horrorspiel bekannte britische Studio Supermassive kündigte gleich eine ganze Horror-Anthologie an. Eine Demo des ersten Teils „Man of Medan“ kann auf der Gamescom getestet werden.

Der zum kanadischen Konzern Ubisoft gehörende Entwickler Blue Byte mit Sitz in Düsseldorf kündigte die Auferstehung der beliebten Reihe „Die Siedler“ an. Neben dem neuen Teil, der im Herbst 2019 erscheinen soll, werden die ersten sieben „Siedler“-Spiele in einer Sammelausgabe wiederaufgelegt.

Virtual Reality (VR) hingegen ist seit Jahren ein Dauerbrenner auf der Gamescom. Auch wenn die dafür genutzten Datenbrillen und die Spiele noch keine massenhafte Verbreitung finden, setzen viele Studios weiter darauf, dass der große Durchbruch dieser Technologie noch kommt. Playstation zeigt gleich drei VR-Spiele im für alle zugänglichen Entertainment-Bereich. Eines davon ist „Firewall: Zero Hour“, einem Shooter, in dem Spieler neben der VR-Brille auch ein mit Bewegungssensoren ausgestattetes Plastik-Gerüst tragen. Im Spiel, das vor den Augen abläuft, ist das dann allerdings eine Schusswaffe, die dazu genutzt wird, die Gegner auszuschalten. Das real wirkende Umfeld dient der Immersion, des Hineinversetzens in das Geschehen. Auch wenn das Ziel des Spiels nicht der Tod der Gegner ist, sondern Daten auf einem Laptop zu schützen oder zu stehlen, schießt man sich schließlich doch über den Haufen. Das ist vor allem deshalb problematisch, weil die Distanz zum Geschehen in der virtuellen Realität immer weiter schwindet.

Durch die Hallen ließen sich auch Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung, und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) treiben, nachdem sie die Messe eröffnet hatten. Und wurden mit einer ganz realen Perspektive dieses boomenden Wirtschaftszweiges konfrontiert: Felix Falk, Geschäftsführer des ausrichtenden Game Bundesverbands, nannte die digitalen Spiele selbstbewusst „Kulturgut, Wirtschaftskraft und Innovationstreiber“ und forderte die Politik auf, dieser bedeutenden Stellung auch Rechnung zu tragen und heimische Entwickler stärker zu fördern: „In Deutschland müssen wir nachlegen, wenn es um den Entwicklerstandort geht.“

Nur rund fünf Prozent des Umsatzes mit Videospielen werde hierzulande mit deutschen Produktionen generiert. Länder wie Frankreich, Großbritannien und Kanada hätten mit großzügigen Fördertöpfen vorgemacht, wie man zu einem Spitzenstandort der Games-Branche werden könne, sagte Falk. Die notwendigen Konzepte, um aufzuholen, seien der Politik vorgelegt worden, nun müsse diese aber auch loslegen.

Rechenbeispiele zeigen, dass eine staatliche Förderung von 50 Millionen Euro zu 90 Millionen Euro Steuereinnahmen und zusätzlichen Investitionen in Höhe von 400 Millionen Euro führen könnten. Bär rang sich als Vertreterin der Bundesregierung zu einer vagen Ansage durch: „Ich bin mir sicher, dass wir die Förderung schnell auf den Weg bringen können.“ Laschet betonte, die Landesregierung setze sich bei der EU dafür ein, die Produktion von Spielen ab dem kommenden Jahr mit bis zu 500 000 Euro pro Spiel fördern zu können.

Volle Hallen trotz langsameren Ticket-Verkaufs Die Besucher erwarten in den kommenden Tagen wieder brechend volle Messehallen. Auch wenn es anders als zum gleichen Zeitpunkt in den vergangenen Jahren noch immer Tickets für zwei Messetage gibt, sollen rund 350 000 Besucher kommen. Viele lassen es sich nicht nehmen, stundenlang darauf zu warten, ein neues Spiel für wenige Minuten zu testen. Wer clever ist, bringt einen Klapp-Hocker mit. (mit boh)

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