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„Game of Thrones“ und „Star Wars“ Popkultur als Brettspielspaß

Vor Weihnachten dominieren Neuerscheinungen, die in einen fremden Kosmos eintauchen: Kinofilme, TV-Serien, Bücher, Comics – alles lässt sich „verspielen“. Die FR stellt eine Auswahl vor.

Spiele
Gesellschaftsspiele sind nach wie vor populär und greifen derzeit auch aktuelle Trends auf. Foto: Michael Schick

Elefantenhochzeit: Das erfolgreichste Brettspiel der jüngeren Zeit, die „Siedler von Catan“, geht eine Kooperation ein mit der Serie „Game of Thrones“. Wurde früher schlicht das populäre Thema übergestülpt, so sollen heute die Inhalte der verschiedenen Welten zusammenpassen. Ein Spiel als beliebiges Merchandising-Produkt neben der Kaffeetasse oder dem T-Shirt mit Luke-Skywalker-Konterfei funktioniert nicht mehr.

„Wir suchen das Thema sehr gezielt aus. Uns ist es als Teil des ‚Catan‘-Teams wichtig, dass es einen spielerischen Mehrwert bietet“, sagt Chanel Volkmar vom Kosmos-Verlag. Neben der „Catan“-Hochzeit zeichnen die Stuttgarter auch für den zweiten Überflieger dieses Jahr verantwortlich. Parallel zu Ken Folletts Roman „Das Fundament der Ewigkeit“ ist das gleichnamige Spiel erschienen. Einst musste Spieleredakteur Wolfgang Lüdtke einen ziemlich skeptischen Ken Follett in einem Londoner Tearoom mit dem Prototypen des 2006 veröffentlichten „Die Säulen der Erde“-Spiels überzeugen. Diesmal aber sei das Follett-Büro auf Kosmos zugekommen, erzählt Volkmar.

Asterix und die „Mission Zaubertrank“

Überhaupt wird Zusammenarbeit großgeschrieben: So berichtet Andrea Stadler vom Vertrieb Hutter Trade, bei den „Bully“-Spielen habe Michael „Bully“ Herbig kräftig mitgewirkt: „Er war in alle Entscheidungsprozesse persönlich einbezogen.“

Wirtschaftlich spannend sind diese Lizenzen in doppelter Hinsicht für die Verlage. Peter Berneiser von Pegasus Spiele erklärt, ein Spiel mit einem populären Thema wirke in zwei Richtungen. Zum einen bedeute es „frische Impulse“ für die Fans des Spiels. „Zum anderen sprechen wir damit aber Menschen an, die bisher vielleicht noch gar nichts für Gesellschaftsspiele übrighatten.“ Wer Asterix mag, muss noch lange kein Fan von kooperativen Spielen sein. Doch die „Mission Zaubertrank“, die fast zeitgleich zu „Asterix“-Band 37 erschien, ist ein Einstieg in diese Spielform, bei der alle gemeinsam gegen das Spiel gewinnen wollen.

Für Robin de Cleur von Asmodee geht diese Ansprache an Nichtspieler noch weiter. Die Essener sind der deutsche Vertrieb zahlreicher „Star Wars“-Titel. „Skywalker-Fans können damit das Erlebnis in die fremde Welt hinein regelrecht verlängern“, so de Cleur. Anstatt nur Filme zu konsumieren, erleben sie „Star Wars“ „neu und interaktiv“. Gefechte gegen die Truppen des Imperators selbst inszenieren und zweibeinige Kampfläufermaschinen vom Brett würfeln: Das mag dem eher friedlich gesinnten deutschen Brettspieler etwas martialisch vorkommen – aber, mal ehrlich, worum sonst geht es in dieser Space-Opera?

Bewachte Siedlung
Wer „Die Siedler“ kennt, kann umstandslos ins Spielvergnügen einsteigen: Würfeln, Ressourcen sammeln, Dörfer, Städte und Straßen bauen – das kennen Catanier. Hinzu kommt aber: Die Hexfelder mit den Ertragszahlen stehen im Schutz einer großen Mauer. Die sichert das Land gegen den wilden Norden und ist bemannt mit Wächtern, der Bruderschaft der Nachtwache. Denn im Norden sammeln sich die wilden Völker und drohen, die Siedlungen zu überrennen.

Alte Catan-Fans erkennen das sofort wieder: Autor Klaus Teuber und sein Sohn Benjamin greifen damit eine der Erweiterungen auf: das historische Szenario „Die große Mauer“. Für die „Nachtwache“ wurde das Spielprinzip leicht variiert, insofern ist auch für Catanier, die schon alles kennen, ein neuer Aspekt dabei. Hervorzuheben ist die hochwertige Ausstattung mit den hoch aufragenden Mauerteilen sowie 160 durchgestalteten Miniaturen. Wermutstropfen: Das Spiel erscheint in einer limitierten Auflage und kostet 90 Euro.

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