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„Friederike“ Sturm über Europa

Genau elf Jahre nach „Kyrill“ fegt „Friederike“ über Mitteleuropa - mehrere Menschen sterben.

18.01.2018 19:07
Sturmtief "Friederike"
Ein Verkehrsschild auf der B 7 bei Erfurt wurde vom Sturm abgerissen. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Foto: dpa

In dem Orkan „Friederike“ kamen am Donnerstag mehrere Menschen ums Leben. In einigen Bundesländern fiel der Schulunterricht aus. Auch mehrere Flughäfen strichen aus Sicherheitsgründen Flüge.

Der Sturm „Friederike“, der von Westen her über Deutschland fegte, ist laut dem Deutschen Wetterdienst der schwerste Sturm seit dem Jahr 2007. Auf dem Brocken seien in der Spitze Orkanböen von 203 km/h gemessen worden. „Damit haben wir elf Jahre nach Kyrill wieder einen Orkan der Königsklasse“, sagte DWD-Sturmexperte Andreas Friedrich. Donnerstag war exakt der 11. Jahrestag von „Kyrill“.

Im Tiefland wurden Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 134 Kilometern pro Stunde im nordhessischen Frankenberg erreicht. Im Westen Deutschlands wurde am Nachmittag jedoch die Orkanwarnung wieder aufgehoben, nachdem der Sturm durchgezogen war.

In Nordrhein-Westfalen kamen mindestens zwei Menschen im Sturm um. Auf einem Campingplatz am Niederrhein bei Emmerich wurde ein 59-jähriger Mann von einem Baum erschlagen. Er sei sofort tot gewesen. In einer Sturmböe verlor im westfälischen Lippstadt ein Mann (68) bei einem Verkehrsunfall sein Leben. Der Transporterfahrer hatte im Orkan die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war in den Gegenverkehr geraten.

In Bad Salzungen in Thüringen wurde ein Feuerwehrmann von einem umstürzenden Baum getötet. Ein Kollege von ihm wurde bei dem Unfall schwer verletzt.

Vielerorts wurden Schulen ebenso geschlossen wie Zoos und einige Museen. Allein in Nordrhein-Westfalen mussten Feuerwehr- und Rettungsdienste laut Innenministerium bis zum Nachmittag zu mindestens 7000 Einsätzen ausrücken, Straßen freiräumen, Bäume beseitigen und Gebäude sowie demolierte Oberleitungen sichern. Probleme bereiteten vor allem die zahllosen entwurzelten Bäume. 

Behörden warnten auch vor herabstürzenden Dachziegeln. In Gladbeck wurde ein Kindergarten geräumt, weil eine Dachkuppel abzustürzen drohte, der Kaarster Möbelmarkt Ikea wurde wegen Schäden an der Fassade evakuiert. In Baden-Württemberg hat „Friederike“ neben heftigem Wind auch Schnee und Glätte gebracht. Auch im Norden Deutschlands fielen Dicke Schneeflocken. In der Nacht auf Donnerstag hatte es bereits in verschiedenen Teilen der Bundesrepublik zahlreiche Glätteunfälle gegeben. 

Auch den Verkehr auf den Straßen hatte „Friederike“ am Donnerstag im Griff. Auf Autobahnen kam es streckenweise wegen umgestürzter Bäume zu Sperrungen und Behinderungen. Der Oberharz war wegen der Auswirkungen des Orkans am Donnerstagnachmittag weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Wegen zahlreicher umgekippter Bäume seien alle Zufahrtsstraßen gesperrt worden, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung Goslar. Auch viele andere Straßen im Kreisgebiet seien unpassierbar. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Lage als chaotisch.

Auch in Deutschlands Nachbarländern hat der heftige Sturm bereits Tote gefordert. Zwei Menschen starben gestern in den Niederlanden wegen umstürzender Bäume. In Belgien wurde eine Frau ebenso von einem Baum erschlagen. Bereits am Mittwoch kam in Italien ein Mann ums Leben – er fiel wegen des Windes von einem Dach. (dpa)

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