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Feuerwehr Dortmund lässt Hochhäuser wegen Brandgefahr räumen

Nach dem tödlichen Brand in London will die Feuerwehr in Dortmund einen Hochhauskomplex mit mehr als 400 Wohnungen kurzfristig räumen.

21.09.2017 17:12
Dortmunder Hochhauskomplex
Der Hannibal-Hochhauskomplex mit mehr als 400 Wohnungen wird wegen Brandgefahr geräumt. Foto: Marcel Kusch

Die Dortmunder Feuerwehr will einen großen Hochhauskomplex mit mehr als 400 Wohnungen wegen Brandgefahr noch heute räumen. Die Sicherheitsmaßnahme diene dem Schutz der dort lebenden Mieter und sei laut Beschluss des Krisenstabes unumgänglich.

Das teilte die Stadtverwaltung mit. Einzelheiten will der Krisenstab in einer Pressekonferenz bekanntgeben. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

Viele Mieter haben den Hochhauskomplex bereits verlassen. Am Donnerstagabend standen mehr als 100 Menschen draußen rund um das Haus und warteten auf weitere Unterstützung, wie ein dpa-Reporter am Ort des Geschehens feststellte. Unter ihnen waren zahlreiche Familien mit Kindern. Viele hatten die nötigsten Habseligkeiten in Rucksäcken und Taschen mitgenommen.

Im vergangenen Sommer waren in Folge eines verheerenden Hochhausbrandes in London viele ähnliche Gebäude in Nordrhein-Westfalen überprüft worden. In Wuppertal und Duisburg gab es bereits Räumungen wegen Brandschutzmängeln.

Im Komplex Hannibal II in Dortmund-Dorstfeld sollen die Mieter nach Informationen der „Ruhr Nachrichten“ für 48 Stunden anderweitig untergebracht werden.

Neubewertung des Risikos 

Im Juni war wegen Brandschutzmängeln ein Hochhaus in Wuppertal evakuiert worden. Dort waren 86 Wohnungen betroffen, von denen allerdings einige leer standen. Dem Eigentümer des Dortmunder Hochhauses gehört auch das Hochhaus in Wuppertal. Das bestätigte eine Pressesprecherin des Berliner Eigentümers Intown GmbH am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Stadtverwaltung Wuppertal begründete die Entscheidung mit neuen Erfahrungen aus dem Brand des Grenfell Towers in London. Der Brand mit mindestens 81 Toten habe eine Neubewertung des Risikos auch in Wuppertal nötig gemacht.

In Kenntnis des Londoner Feuers habe Gefahr für Leib und Leben bestanden, sagte Wuppertals Baudezernent Frank Meyer damals. Nachdem die Eigentümer die brennbare Kunststoff-Fassade an den Treppenhäusern und Laubengängen entfernte, durften die Bewohner einen Monat später in ihre Wohnungen zurück.

Die Stadt Duisburg hat im Juli wegen mangelnden Brandschutzes drei Gebäude in einer Hochhaussiedlung vorübergehend räumen lassen. Rund 100 Menschen aus 22 Wohnungen waren betroffen. (dpa) 

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