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Fall Gustl Mollath Gericht will Mollath erneut begutachten lassen

Der Fall Gustl Mollath wird wahrscheinlich im Frühjahr neu aufgerollt: Psychiater sollen bewerten, ob der 57-Jährige psychisch krank ist.

13.12.2013 07:41
Gustl Mollath. Foto: rtr

Der Fall Gustl Mollath wird wahrscheinlich im Frühjahr neu aufgerollt: Psychiater sollen bewerten, ob der 57-Jährige psychisch krank ist.

Gustl Mollath soll erneut psychiatrisch begutachtet werden. Wegen des Wiederaufnahmeverfahrens am Landgericht Regensburg soll der Psychiater Norbert Nedopil die Schuldfähigkeit des 57 Jahre alten Nürnbergers überprüfen, der jahrelang gegen seinen Willen in der Psychiatrie untergebracht war. Gerichtssprecher Johann Piendl bestätigte einen Bericht der „Nürnberger Nachrichten“. Das Wiederaufnahmeverfahren soll voraussichtlich im Frühjahr beginnen. Die zuständige 6. Strafkammer habe die Bestellung des Gutachters unter anderem mit der „Vorgeschichte“ des Falls begründet.

Mollath kann Gespräch ablehnen

Unabhängig vom Fall Mollath seien Gerichte bei Anhaltspunkten für eine fehlende Schuldfähigkeit von Angeklagten grundsätzlich dazu verpflichtet, ein psychiatrisches Gutachten einzuholen, sagte Piendl. Der Sprecher legte aber Wert auf die Feststellung, dass das Gericht keineswegs an die Einschätzung des Gutachters gebunden sei. Mollath muss sich voraussichtlich von Frühjahr 2014 an wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung vor dem Landgericht Regensburg verantworten.

Nach Piendls Angaben werde der Gutachter das direkte Gespräch mit Mollath suchen. Sollte Mollath einen direkten Kontakt mit ihm ablehnen, werde auch Nedopil nach Aktenlage entscheiden müssen. „Das können dann neben früheren Erkenntnissen auch Arztbriefe und andere verwertbare Dokumente sein.“ Mollath hatte in der Vergangenheit zumeist eine Begutachtung mit dem Argument abgelehnt, er sei nicht psychisch krank.

Mollath saß seit 2006 in der Psychiatrie, weil er seine Frau misshandelt und Autoreifen zerstochen haben soll. Mehrere Gutachter hatten ihm „Wahnvorstellungen“ attestiert. Mollath selbst sah sich stets als Opfer eines Komplotts seiner Ex-Frau und der Justiz, weil er Schwarzgeldgeschäfte bei der Hypo-Vereinsbank aufgedeckt hatte. (dpa)

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