Lade Inhalte...

Eurovision Song Contest 2018 ESC ist Vielfalt

Das ESC-Ergebnis trotzt der holzschnittartigen Kampagne der internationalen Anti-Israel-Lobby BDS auf Kosten einer 25 Jahre alten Künstlerin. Ein Kommentar.

Eurovision Song Contest 2018
Mit israelischen Flaggen und der Regenbogenfahne feiern Fans der Sängerin Netta Barzilai, die Israel beim Eurovision Song Contest 2018 vertreten hat, den Sieg. Foto: dpa

Das Zauberwort heißt „diversity“ (Vielfalt), die israelische Sängerin Netta Barzilai hat es mehr als einmal erwähnt in ihrer improvisierten Dankesrede in Lissabon. 70 Jahre nach der Staatsgründung, 40 Jahre nach dem ersten ESC-Erfolg des Landes und 20 Jahre nach dem bis dato letzten gewinnt wieder mal Israel den ESC. Das ist eine gute Nachricht, aus zweierlei Gründen. 

Erstens trotzt das Ergebnis der holzschnittartigen Kampagne der internationalen Anti-Israel-Lobby BDS auf Kosten einer 25 Jahre alten Künstlerin, der man stellvertretend für die Regierung Netanjahu den Misserfolg an den Hals gewünscht hat. Doch der ESC-Gemeinde ist „diversity“ das höchste Gut. Und dieses elementare Recht, anders zu leben und zu lieben als die selbst ernannte moralische Mehrheit, lässt sich nur schlecht in Einklang bringen mit Boykottaufrufen und dem Versuch, andere mundtot zu machen. 

Zweitens ist Netta Barzilai unabhängig von musikalischen Geschmacksfragen ein absolut wünschenswertes Rollenmodell; ein Mensch, der mit seinem Körper im Reinen ist. Es gibt nur einmal im Jahr den ESC, aber beinahe durchgehend das mädchenverachtende Hungerhaken-Fernsehen von und mit Heidi Klum. Wenn wir beim Anhören von „Toy“ mal darüber nachdenken, wer und was hier eigentlich normal ist (ESC oder GNTM?), dann wäre schon viel gewonnen. 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen