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Erdbeben in Mexiko Mexikaner trotzen den Zerstörungen des Bebens

Hunderte Freiwillige boten an, die Trümmer mit abzutragen. Restaurants gaben gratis Essen und Wasser für die Rettungsteams und Freiwilligen aus. Die Rettungsarbeiten gestalten sich indes schwierig.

Erdbeben in Mexiko
Hündin Algeria und Schweinchen Jacinto schlafen mit ihrem Herrchen in einer provisorischen Herberge. Foto: dpa

Die Rufe hört man schon von weitem. „Sí, se puede“, „doch, wir schaffen das“, heißt das etwa. Es ist eine kleine Gruppe junger Leute, die am Samstagvormittag die Straße Medellín in Mexiko-Stadt im Stadtviertel Roma entlang laufen. Sie tragen weiße Shirts und Trotz im Gesicht. Ihr Ziel ist das Gebäude an der Ecke San Luís Potosí und Medellín, das am Dienstag kollabiert ist und wo inzwischen große Bagger den Schutt abtragen. Dort skandieren sie: „México unido, jamás será vencido“. Ein einiges Mexiko wird sich nicht besiegen lassen. So laufen die jungen Leute mehrere Trümmerstellen in dem Viertel an.

Es ist nur eine Momentaufnahme, aber sie dient als Blaupause für Überlebenswillen und Widerstand der Mexikaner gegen die Kräfte der Natur. Knapp eine Woche nach dem schweren Erdbeben schüttelt sich eine ganze Stadt und beginnt, den Schock der Erdstöße der Stärke 7,1 und der bisher 169 Toten hinter sich zu lassen, sammelt Kraft für den Wiederaufbau. Landesweit starben infolge des Bebens vom Dienstag mehr als 300 Menschen.

Fieberhafte Suche nach Überlebenden

In der 20-Millionen-Metropole bot sich am Wochenende ein gemischtes Bild. Während in den meistbetroffenen Stadtvierteln Roma und Condesa noch immer fieberhaft nach möglichen Überlebenden gesucht wurde und Menschen ihre Habseligkeiten aus den beschädigten Häusern räumten, waren andere Stadtteile längst zur Tagesordnung übergegangen. Das Beben hat nur Teile von Mexiko-Stadt schwer getroffen.

Die Mehrzahl der 40 bei dem Beben kollabierten Gebäude stand in den beiden Stadtteilen, die etwa mit den Vierteln Mitte/Prenzlauer Berg in Berlin vergleichbar sind. Dort suchten die Rettungskräfte in der Nacht zu Sonntag unter einem zusammengebrochenen Bürogebäude noch immer nach Überlebenden. 40 Menschen werden dort noch vermisst. Hunderte Freiwillige boten an, die Trümmer mit abzutragen. Restaurants gaben gratis Essen und Wasser für die Rettungsteams und Freiwilligen aus, Taxis und Fahrdienste boten ihre Dienste umsonst an. An vielen Häusern wehten mexikanische Fahnen. Die Solidarität der Bevölkerung mit den Opfern des Bebens scheint grenzenlos.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Mexiko

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