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E-Bikes Mehr zahlen und weniger treten

Auf Deutschlands Straßen liegen E-Bikes voll im Trend – in Städten könnten sie sogar den klassischen Dienstwagen ersetzen.

Lasten-E-Bike iBullitt
Pizzaservice und Paketlieferanten: Auch der Verkauf von elektrischen Lastenrädern stieg. Foto: dpa

Auf Deutschlands Straßen sind immer mehr E-Bikes unterwegs. Zu diesem Ergebnis kommt der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Die Zahl der verkauften Elektroräder stieg demnach von 610 000 in 2016 auf 720 000 im vergangenen Jahr. Im selben Zeitraum sank der Absatz herkömmlicher Fahrräder. Der Verkauf ging von 3,45 Millionen auf 3,13 Millionen zurück.

Mittlerweile sind auf dem Markt verschiedene Modellgruppen von elektrischen Fahrrädern zu finden. Neben E-Cityrädern und E-Trekkingrädern gehe der Trend deutlich in Richtung des E-Mountainbikes. „Es ist in, E-Bike zu fahren“, sagt Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des ZIV. Gerade die elektrischen Mountainbikes seien selbst für Jüngere von Interesse und eigneten sich auch für sportive Zwecke.

Daneben stieg auch der Verkauf von elektrischen Lastenrädern. Von 2016 auf 2017 erhöhte sich der Absatz von 2,5 auf drei Prozent. „Pizzaservice, Paketlieferanten oder andere Dienstleister könnten in Zukunft verstärkt in den Städten auf E-Lastenräder umsteigen und damit auch das Klima schonen“, sagt Neuberger. Positiv beeinflussen wird diesen Trend nach Ansichten des Verbands auch eine Förderung des Bundesumweltministeriums für gewerblich genutzte Lastenräder, die im März gestartet ist.

Ein weiterer Trend in der Fahrradbranche sei das Leasing von Zweirädern. Anstelle eines Dienstautos sei bei Unternehmen ein gesteigertes Interesse an Dienstfahrrädern zu erkennen. Genaue Zahlen lägen dem Verband jedoch noch nicht vor.

Zugenommen hat in den vergangenen Jahren laut des ZIV auch das Geschäft mit gebrauchten Fahrrädern. Händler würden verstärkt Räder in Zahlung nehmen und diese dann wieder verkaufen.

Bei den Kunden ist das Interesse an hochwertigen Fahrrädern gestiegen. „Aufgefallen ist, dass die Kaufentscheidungen bei hochwertigen Rädern langfristiger getroffen werden und damit weniger witterungsanfällig sind, als im preiswerten Bereich der „Normalräder“, die oft erst kurz vor der geplanten Nutzung gekauft werden“, so Thomas Kunz, Geschäftsführer des Verbands des deutschen Zweiradhandels (VDZ). Im Schnitt kostete ein Fahrrad, sowohl die klassische als auch die elektrische Variante, 698 Euro und war damit 8,6 Prozent teurer als noch 2016. Die Steigerung des Verkaufspreises ist auch damit zu erklären, dass sich immer mehr Menschen für Fahrräder mit hochwertiger Ausstattung entscheiden und damit auf eine längere Nutzungsdauer setzten.

Konkurrenz aus dem Internet

Dabei ist der stationäre Fahrradhandel einer zunehmenden Konkurrenz aus dem Internet ausgesetzt, was eher für sinkende Preise in diesem Segment spricht. „Der wachsende Umsatzanteil des Internet-Handels auch im Fahrradhandel hat den Preiswettbewerb verschärft und die Markttransparenz für die Verbraucher erhöht“, erläutert Kunz. Dadurch sei es auch zu Preiszugeständnissen im Handel gekommen.

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr etwa 1,75 Millionen Fahrräder hergestellt, rund 200 000 weniger als noch im Vorjahr. Gestiegen ist dagegen die Produktion von E-Bikes. Von 2016 auf 2017 erhöhte sich die Anzahl von 350 000 auf 470 000 Räder. Außerdem wurden etwa 3,3 Millionen Fahrräder aus dem Ausland importiert, vier Prozent mehr als 2016. Hauptlieferant mit etwa 600 000 Rädern war Kambodscha, gefolgt von Polen, Bulgarien und den Niederlanden. E-Bikes kommen vor allem aus Ungarn, China und Vietnam.

Etwa 1,15 Millionen der in Deutschland produzierten Fahrräder wurden 2017 exportiert. 28 Prozent davon gingen in die Niederlande. Weitere Abnehmer waren vor allem Österreich, Frankreich und die Schweiz. Ähnlich sieht auch die Verteilung bei den E-Bikes aus. Etwa 290 000 Elektroräder verkauften Deutsche Hersteller 2017 im Ausland.

Statistisch betrachtet gab es im letzten Jahr 73,5 Millionen Fahrräder in Deutschland, davon waren schätzungsweise 3,5 Millionen E-Bikes. In den letzten sieben Jahren stieg die Anzahl der Räder hierzulande um rund 3,5 Millionen Stück. Durch den Verkauf von Rädern erzielte die Branche einen Umsatz von rund 2,67 Milliarden Euro. Trotz geringerer Verkaufszahlen konnte der Umsatz damit um 3,2 Prozent gesteigert werden. Weitere 2,7 Milliarden Euro wurden durch Zubehör, Textilien, Ersatzteile sowie den Service erwirtschaftet. Nach Schätzungen des ZIV wurden bundesweit allerdings rund 16 Milliarden Euro mit dem Fahrrad umgesetzt, wenn beispielsweise der Tourismus mit Zweirädern hinzugerechnet wird.

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