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Dürre Gefährliche Trockenheit auf den britischen Inseln

Seit Wochen leiden die britischen Inseln unter einer Hitzeperiode. Feuerwehren und Notfalldienste sind im Dauereinsatz – und allmählich wird das Wasser knapp.

Moorbrand bei Manchester
In Winter Hill nahe Manchester bekämpfen Feuerwehrmänner einen Brand in einem Moor. Foto: dpa

Von wegen Dauerregen! Nach wochenlanger Hitzeperiode schwitzen auf den britischen Inseln nicht mehr nur die Bürger, sondern mehr und mehr auch die Notfalldienste. In einzelnen Bezirken Englands geht den Bauern das Wasser aus, in Schottland bekommen Zootiere Eislollies. Auch die sprichwörtlich grüne Insel Irland verwandelt sich mehr und mehr in eine braune Landschaft. Vielerorts brennen Wald- und Heideland, auf manchen Straßen in ländlichen Gebieten schmilzt der Teer unter der anhaltenden Sonneneinstrahlung.

Die irische Wetterbehörde Met Eireann registrierte am Donnerstag die höchste Juni-Temperatur seit dem berühmten Rekordjahr 1976: Am internationalen Flughafen Shannon im Westen der Insel zeigte das Thermometer 32 Grad an. Großbritannien verzeichnete in der vergangenen Woche einen heißen Tag nach dem anderen. Während es in der Hauptstadt London mit 25 bis 27 Grad und einem kühlen Lüftchen angenehm blieb, erlebten die Menschen in Porthmadog in Wales (32,6 Grad) und die schottische Metropole Glasgow (31) ungewohnte Hitze.

Weil die Trockenheit nun schon Wochen andauert, kommt es durch achtlos von Spaziergängern und Autofahrern weggeworfene Zigarettenkippen zu Wald- und Heidebränden. In Saddleworth bei Manchester mussten 100 Angehörige des Schottland-Regiments der örtlichen Feuerwehr zu Hilfe eilen; die Feuerwand in dem dortigen Heidegebiet erstreckte sich zeitweise über vier Kilometer, der Rauch hüllte nahegelegene Ortschaften ein. 

In Irland besteht für Waldbrände Alarmstufe Rot; der Forstbehörde Coillte zufolge müsse man auch in den nächsten Tagen noch an vielen Stellen mit Feuern rechnen. Allein im Bezirk Wicklow musste die Feuerwehr binnen zwei Tagen 42 Mal zu kleineren und größeren Bränden in der Natur ausrücken.

Besonders im Westen Irlands droht Ausflüglern zudem auf kleineren Straßen Gefahr. Die Straßenverkehrsbehörde warnte vor schmelzendem Teer, der Bremsmanöver lebensgefährlich verzögern könne. Im Bezirk Mayo stellte das Ordnungsamt Streuwagen mit Splitt bereit, die normalerweise nur in besonders kalten Wintern ausrücken.

Während die Menschen an diesem Wochenende zu Hunderttausenden an die Strände streben, leiden viele Tiere unter den ungewohnt hohen Temperaturen. Das Camperdown Wildlife Centre in Dundee servierte seinen Bären Eislollies, im Dubliner Zoo gab es gefrorene Früchte. Der Einzelhandel freute sich über Rekordumsatz für Grillfleisch und Erfrischungsgetränke. Viele Konsumenten wollten offenbar drohenden Versorgungsengpässen für Limonade und Bier zuvorkommen, die ein Mangel an Kohlensäure auslösen könnte.

Wasserversorger mahnten die Konsumenten, sparsam mit dem kostbaren Nass zu sein. In England wurden die Bürger dazu ermahnt, möglichst nicht zu baden und das Duschen auf vier Minuten zu beschränken. In Irland galten am Freitag Einschränkungen bereits in 28 Bezirken, in 128 weiteren stehen die Maßnahmen unmittelbar bevor. Bei Androhung empfindlicher Bußgelder ist es dann der Bevölkerung verboten, Gärten mit Schläuchen zu wässern oder die Autos zu waschen. Man operiere „auf des Messers Schneide“, teilte Kate Gannon von Irish Water dem öffentlich-rechtlichen Sender RTE mit. In Dublin wird nachts bereits der Wasserdruck gesenkt, um den Verbrauch zu drosseln. In den vergangenen Tagen entnahmen die Hauptstädter ihren Wasserhähnen durchschnittlich 615 Millionen Liter und damit 5 Millionen Liter mehr, als Irish Water auf Dauer bereitstellen kann.

Auch in der nordenglischen Grafschaft Derby meldeten Hunderte von Bauern und Privatkonsumenten Wassernotstand an. Noch gebe es keine Prognosen für die diesjährige Ernte, sagt Guy Smith von der Bauernlobby NFU. „Aber wir kommen an einen Punkt, an dem uns Regen nicht mehr hilft.“ 

Zumal die Vorhersage keine Niederschläge in Aussicht stellt, im Gegenteil: Noch für die ganze kommende Woche sagen die Metereologen warmes, trockenes Wetter voraus. 

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