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Drogenbericht Was kostet das Koks?

Die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht stellt den aktuellen Drogenbericht vor.

Mit Heroin, Kokain oder Crystal Meth ruinieren sich Zehntausende Menschen in Deutschland Jahr für Jahr ihr Leben. Viele begehen Straftaten, um ihre Sucht bezahlen zu können. Aber was kosten die Drogen überhaupt? Der gerade veröffentlichte Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD), der sogenannte Reitox-Bericht, gibt Auskunft über die Preisentwicklung auf dem illegalen Markt. Die Zahlen zeigen, dass die Preise nach einem jahrelangen Anstieg im letzten Jahr wieder gesunken sind.

Nach den neusten zur Verfügung stehenden Daten kostete 2017 in Deutschland ein Gramm Heroin auf der Straße etwa 43 Euro. Im Jahr davor waren es noch 48 Euro. Der Preis für ein Gramm Kokain sank im Mittel um vier auf 72 Euro. Der Grammpreis bei Crack ging sogar um zehn auf 73 Euro zurück. Ebenfalls um zehn Euro billiger wurde Crystal Meth. Ein Gramm kostete etwa 78 Euro. Für eine Pille Ecstasy mussten weiterhin etwa acht Euro bezahlt werden. Teurer wurde Cannabis. Der Gramm-Preis stieg um etwa einen Euro auf 9,50 Euro. Als Quelle für diese Zahlen nennt der Bericht das Bundeskriminalamt.

Warum die Preise gesunken sind, wird nicht erklärt. Der Bericht verweist aber darauf, dass die Preise im Zehn-Jahresvergleich bei allen illegalen Drogen nach oben gegangen sind. So wurde Heroin seit 2008 um 18 Prozent teurer, der Preis für Cannabis stieg sogar um 60 Prozent. Das könnte mit einer wachsenden Nachfrage zusammen hängen.

Aus dem Bericht geht auch hervor, wie profitabel das Drogengeschäft ist – trotz leicht sinkender Preise. So kostete den Angaben zufolge ein Kilogramm Kokain 2017 im „Großhandel“ rund 38.000 Euro. Verkauft der Händler den Stoff auf der Straße grammweise, erzielt er damit einen Gewinn von mehr als 30.000 Euro, wenn man die angegebenen Zahlen ansetzt. Noch größer sind die Gewinnspannen beim gefährlichen Crystal Meth: Mit einem Kilo kann ein Dealer laut den Daten fast 50.000 Gewinn einstreichen.

Aufschlussreich sind auch die ermittelten Reinheitsgrade: Danach stieg der Wirkstoffgehalt von vielen Drogen an. Bei Kokain wuchs er zwischen 2016 und 2017 von 74 auf 78 Prozent. Ein ähnlicher Trend wurde bei Cannabis beobachtet. Da erhöhte sich der Anteil des Wirkstoffs THC von 14 auf fast 15 Prozent. Vor diesem Trend hatte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), bereits gewarnt. Sie lehnt eine Legalisierung von Cannabis nach dem Vorbild von Kanada strikt ab. „Cannabis kann abhängig machen, ist nicht harmlos und hip, sondern eine Droge mit immensen gesundheitlichen Nebenwirkungen“, erklärte sie.

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