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Dr.Hontschiks Diagnose Vorsicht vor der WHO

Schweigeabkommen und Panikmache - die WHO ist nur noch eine korrupte Lobbyorganisation. Wie konnte das passieren? Die Kolumne.

Im Fall der Schweinegrippe erklärte die WHO im Jahr 2009 diese eher harmlose Infektionskrankheit zu einer weltweiten Pandemie der allerhöchsten Gefährlichkeitsstufe. Foto: Michael Schick

Im Gesundheitswesen prallen Interessen aufeinander. Es geht um sehr viel Geld. Die Gesundheitsausgaben in Deutschland bewegen sich mit mehr als 350 Milliarden Euro immerhin auf dem gleichen Niveau wie der gesamte Bundeshaushalt. Und weltweit betrachtet kann man diese Summen einfach nur noch gigantisch nennen.

Alleine in den USA sind es 3,5 Billionen Dollar im Jahr. Da wäre man doch froh, wenn es internationale Institutionen gäbe, die rational und wissenschaftlich abgesichert steuern, was weltweit geschieht. Eine Abkürzung steht für eine solche richtungsweisende Organisation: WHO. 

Die WHO, die Weltgesundheitsorganisation, ist eine Gründung der Vereinten Nationen von 1948 mit Sitz in Genf. Für die WHO war Gesundheit ein Grundrecht aller Menschen und Voraussetzung für den Weltfrieden.

Die WHO definierte Gesundheit als „völliges körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden“. Die WHO kann sich die weltweite Ausrottung der Pocken als einen ihrer größten Erfolge auf die Fahne schreiben. Die WHO war führend in Konzepten für die Entwicklung von Basisgesundheitssystemen in armen Ländern, mit denen eine medizinische Grundversorgung für alle gesichert werden sollte. Als ich ein junger Arzt war, konnte man der WHO vertrauen. Heute, einige Jahrzehnte später, ist davon nichts mehr übrig. 

Die WHO leugnet bis heute die furchtbaren gesundheitlichen Auswirkungen der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima. Es kamen Geheimverträge mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO in Wien ans Licht, in denen die WHO zum Stillschweigen verpflichtet worden war, damit sie die Nutzung der Kernenergie nicht störte. 

Aber damit nicht genug. Schon bei der Vogelgrippe im Jahr 2005 sagte die WHO eine weltweite Epidemie mit mindestens sieben Millionen Toten voraus, und auch im Fall der Schweinegrippe erklärte die WHO im Jahr 2009 diese eher harmlose Infektionskrankheit zu einer weltweiten Pandemie der allerhöchsten Gefährlichkeitsstufe. Das führte zu einem grandiosen Markterfolg unwirksamer Grippemedikamente und überflüssiger Grippeimpfungen auf der ganzen Welt, die später still und leise in Heizkraftwerken verfeuert wurden. Die damalige Direktorin der WHO-Impfstoffabteilung war vor ihrer Tätigkeit bei der WHO beim französischen Pharmaunternehmen Transgene beschäftigt, das Partnerschaften zur Impfstoffherstellung mit dem Schweizer Pharmakonzern Roche unterhielt.

Ein weiterer WHO-Impfdirektor wechselte 2007 zum Schweizer Pharmakonzern Novartis. So einfach funktioniert Lobbyismus. Im Gegensatz dazu schaute die WHO bei der Ebola-Epidemie im bettelarmen Westafrika 2014 lange, viel zu lange weg. Denn dort gab es nichts zu verdienen, kein Medikament und kein Impfstoff waren vorhanden. So hat die WHO Schritt für Schritt ihre Glaubwürdigkeit verloren. 

Die WHO hat allem voran ihre Unabhängigkeit verloren, seit sich immer mehr Regierungen aus der Finanzierung zurückgezogen haben. Durch viel zu geringe Pflichtbeiträge der Mitgliedsländer wurde die WHO in die Arme der Pharmaindustrie getrieben. Es werden knapp 80 Prozent des WHO-Jahresetats von 4,4 Milliarden Dollar von diesen Pharma-Spenden bestritten. An erster Stelle steht die Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung, die alleine über 600 Millionen Dollar spendet. Im Vorstand dieser Stiftung sind alle großen Pharmafirmen vertreten. Lukrative Medikamenten- und Impfprogramme werden seitdem von der WHO gefördert, von Basisgesundheitssystemen ist keine Rede mehr. Die WHO macht also Politik für ihre Spender.

Das alles hat sich in meiner Lebenszeit abgespielt. Die einstige Autorität der WHO ist dahin. Sie ist zu einem Teil der Gesundheitswirtschaft geworden. Und so sollte man alles, was von der WHO kommt, mit großer Vorsicht genießen und nicht vergessen, dass aus der ursprünglichen Absicht der Förderung der Gesundheit in den Ländern dieser Erde eine korrupte, weltumspannende Lobbyorganisation geworden ist. 

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