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Nach dem Erdbeben vor Japans Küste Die Angst vor der Welle

Nach dem Erbeben vor der Küste Japans werden Tsunami-Warnungen im gesamten pazifischen Raum ausgegeben. Die Menschen dort reagieren panisch, sind ihnen die verheerenden Ausmaße des Tsunami vom 26. Dezember 2004 noch in lebhafter Erinnerung.

Im gesamten pazifischen Raum herrscht Tsunami-Gefahr. Foto: REUTERS

Die Fischer des kleinen Dorfs Sorsogon auf den Philippinen reagierten voller Panik, als am Freitag die ersten Nachrichten über den Tsunami in Japan bekanntwurden. Sie eilten mit ihren Booten in den Hafen und machten sich samt Familien ins Landesinnere auf. In Surigao del Sur im Süden der Philippinen ließ der Gouverneur 15000 Menschen evakuieren. Über 19 Provinzen des Landes verhängten die Behörden eine Tsunami-Warnung der Stufe2. Am schlimmsten in Südostasien sollte laut Ansicht der Experten der Norden der Philippinen getroffen werden. Die Batanen-Inseln und die Region um Isabela galten als besonders gefährdet.

Von den Wellen erreicht werden sollten die Philippinen und Indonesien drei bis sechs Stunden nach dem schweren Erdbeben von Japan, das um 6.46 Uhr MEZ registriert wurde. Im Norden der Philippinen wurden ein Meter hohe Wellen registriert, auch in Indonesien und Thailand ging man zunächst von einem eher glimpflichen Verlauf aus. Der philippinische Präsident Benigno Aquino brach umgehend einen Besuch in Singapur ab und kehrte nach Manila zurück. „Ich rufe meine Landsleute auf, die Ruhe zu bewahren“, sagte Aquino. „Wir sollten uns organisatorisch vorbereiten, koordinieren und den Behörden helfen. Wir müssen uns auf den Schaden vorbereiten, der über unsere Dörfer hereinbrechen kann.“ Indonesien verkündete zwar keine konkrete Tsunami-Warnung, empfahl den Bewohnern der Küsten in Nord-Sulawesi, im Norden der Molukken und in Papua aber, Uferregionen zu meiden.

Die Regierung von Papua-Neu- Guinea verkündete eine ähnliche Botschaft. Auch in Vietnam wurde die Entwicklung aufmerksam verfolgt. Laut Vorhersagen sollten schwache Ausläufer des Tsunami selbst die relativ geschützte Küste am Golf von Thailand erreichen können, wo gegenwärtig Urlauber-Hochsaison herrscht.

2004 starben 230000 Menschen

Ausläufer der Tsunami-Flutwellen erreichten gegen 14.20 Uhr MEZ Hawaii. Die Wellen waren mit bloßem Auge erkennbar, hatten aber keine zerstörerische Kraft. Laut Behördenangaben erreichten sie eine Höhe von 50 bis 70 Zentimeter. In Südostasien und dem pazifischen Raum bemühten sich die Behörden, Panikmache zu vermeiden.

Aber den Bewohnern dieser Weltregion sind die verheerenden Ausmaße des Tsunami vom 26. Dezember 2004 noch in lebhafter Erinnerung. Damals starben an den Küsten und auf See rund 230000 Menschen – das Phänomen Tsunami drang erstmals in das globale Bewusstsein. Die Welle hatte damals nach einem Beben in Indonesien unter anderem auch die Küsten Malaysias, Thailands, Sri Lankas, Indiens Kenias erreicht. Bis zu 160000 Todesopfer gab es allein in Indonesien.

Landstriche wurden überflutet, Städte verschwanden zeitweise im Wasser, an den Küsten wurden Bewohner und Touristen gleichermaßen von den Wassermassen überrascht. Es gab damals kein effektives Tsunami-Warnsystem, gleichzeitig wusste kaum ein Tourist, was ein Tsunami ist.

Nach den Erfahrungen von 2004 bauten die Behörden Tsunami-Warnsysteme auf, die freilich nicht so gut funktionieren wie die privaten Netzwerke der Küstenbewohner. Als vor ein paar Jahren ein erneutes Erdbeben Indonesien erschütterte, verbreitete sich die Nachricht innerhalb von 45 Minuten per Mobiltelefon und Internet bis in die kleinsten Fischerdörfer an der Küste Thailands.

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