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Liveticker: GAU in Japan Zwei vermisste Arbeiter tot aufgefunden

Verseuchtes Wasser fließt ins Meer +++ Unglücksgebiet wird wohl nie wieder besiedelt +++ Erneut fehlerhafte Strahlen-Messung +++ Hohe Radioaktivität im Grundwasser unter AKW +++ Zweite deutsche Wasserpumpe für Fukoshima +++ Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker

31.03.2011 12:38
Aus einem Riss in der Außenhülle des AKW dringt radioaktives Wasser ins Meer. Foto: dapd

Verseuchtes Wasser fließt ins Meer +++ Unglücksgebiet wird wohl nie wieder besiedelt +++ Erneut fehlerhafte Strahlen-Messung +++ Hohe Radioaktivität im Grundwasser unter AKW +++ Zweite deutsche Wasserpumpe für Fukoshima +++ Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker

3. April, 8.55 Uhr: Zwei vermisste Arbeiter tot

Zwei vermisste Arbeiter in dem zerstörten Atomkraftwerk Fukushima sind tot aufgefunden worden. Sie seien nach Einschätzung der Polizei scheinbar Opfer des Tsunami geworden und ertrunken, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Sonntag. Die beiden zwischen 20 und 30 Jahre alten Angestellten der Betreibergesellschaft Tepco wurden seit dem schweren Erdbeben und Tsunami vom 11. März vermisst, hieß es unter Berufung auf Tepco. Nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo wurden die Leichen der beiden Männer auf dem Gelände der Atomruine Fukushima gefunden. Das Kernkraftwerk war von dem Jahrhundert-Tsunami getroffen und schwer zerstört worden. Noch immer versuchen Arbeiter dort, die Reaktoren zu kühlen und weiter austretende Radioaktivität zu stoppen.

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2. April, 8.31 Uhr: Versuchtes Wasser fließt ins Meer

Aus einem Reaktor des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima fließt radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Grund sei ein Leck im Betonboden von Reaktor 2, teilte die Betreibergesellschaft Tepco am Samstag mit. Es sei eine Strahlung von 1000 Millisievert pro Stunde gemessen woden. Die natürliche Strahlenbelastung liegt zwischen einem und zehn Millisievert pro Jahr. Nach Angaben der japanischen Atomaufsicht will Tepco Beton in das Reaktorinnere pumpen, um das Leck zu stopfen.

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1. April, 17 Uhr: Gebiet um Fukushima wird wohl nie wieder besiedelt

Drei Wochen nach Beginn des Atomdesasters in Japan wächst im Unglücksgebiet die Angst vor einer langanhaltenden Strahlenkatastrophe: Die Anwohner des havarierten Atomkraftwerks Fukushima werden möglicherweise nie wieder in ihre Häuser zurückkehren können. Die Evakuierung des Katastrophengebiets sei langfristig angelegt, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Freitag. Der AKW-Betreiber Tepco werde für die Schäden zahlen müssen, betonte Ministerpräsident Naoto Kan. Eine Verstaatlichung des Konzerns strebe die Regierung zwar nicht an. Angesichts erwarteter Entschädigungsforderungen in Milliardenhöhe werde der Staat allerdings nicht um Finanzhilfen an das Unternehmen herumkommen.

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1. April, 6:02 Uhr: Atombetreiber macht erneut Fehler bei Strahlenmessung

Erneute Schlamperei beim Betreiber der Atomruine von Fukushima: Die Strahlen-Messwerte vom Grundwasser in und um das Atomkraftwerk seien teilweise fehlerhaft, teilte die Atomaufsichtsbehörde am Freitag mit. Das Grundwasser sei jedoch sehr wahrscheinlich dennoch verstrahlt.

Am Vortag hatte die Betreibergesellschaft Tepco mitgeteilt, dass im Grundwasser im Umfeld des Atomwracks ein 10 000-fach erhöhter Wert von radioaktivem Jod gemessen worden sei. Wie hoch die Belastung wirklich ist, war zunächst nicht klar. Die Behörde drückte ihr „starkes Bedauern“ über den erneuten Fehler aus. Tepco hatte bereits zuvor fehlerhaft gemessen.

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31. März, 19:48 Uhr: Hohe Radioaktivität im Grundwasser

Im Grundwasser unter dem schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco eine starke Radioaktivität gemessen worden. 15 Meter unter der Anlage sei ein 10.000-fach erhöhter Wert von Jod-131 festgestellt worden, erklärte Tepco am späten Donnerstagabend. Nach Angaben eines Sprechers von Tepco war am Mittwoch eine Probe aus dem Grundwasser unter der Anlage Fukushima 1 genommen worden. In dieser seien 430 Becquerel pro Kubikzentimeter gemessen worden - 10.000 Mal über dem erlaubten Grenzwert.

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31. März, 17:23 Uhr: Zweite deutsche Wasserpumpe für Japan

Eine weitere deutsche Riesen-Pumpe ist auf dem Weg zum havarierten Atomkraftwerk Fukushima. Das Gerät des Pumpenherstellers Putzmeister soll bei der Kühlung der Atomruine in Japan helfen. Die 62 Meter lange Pumpe wurde am Donnerstagmorgen am Stuttgarter Flughafen in ein Frachtflugzeug vom Typ Antonow 124 verladen.

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31. März, 17:23 Uhr: Japan will Bau neuer Atomkraftwerke überdenken

Japan will nach der Atomkatastrophe von Fukushima die Pläne zum Bau von neuen Kernkraftwerken prüfen. Ministerpräsident Naoto Kan regte an, die Vorhaben „grundlegend zu überdenken“, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag berichtete. Aktuell befänden sich 14 Reaktoren in Japan im Bau oder in der Planung. Schon jetzt bezieht der Inselstaat mehr als 30 Prozent seiner Energie aus Atomkraft. Es gibt 54 Reaktoren.
Regierungssprecher Yukio Edano sagte, die Energiepolitik müsse nach einer Analyse der Katastrophe von Fukushima vorurteilsfrei analysiert werden. Eine vollständige Abkehr von der Atomkraft ist für das rohstoffarme Japan nach Einschätzung von Experten jedoch höchst unwahrscheinlich.

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31. März, 15:43 Uhr: Strahlengefahr verhindert Bergung von 1000 Leichen

Bis zu 1000 Leichen rund um das AKW Fukushima sind nach dem Erdbeben vom 11. März wegen der Strahlengefahr bisher nicht geborgen. Dies meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag unter Berufung auf die Polizei. Die Leichen in der 20-Kilometer-Evakuierungszone seien hoher Strahlung ausgesetzt gewesen, hieß es.

Die Japaner fürchten, dass Rettungsteams, Ärzte oder Angehörige bei der Bergung zu viel radioaktive Strahlung abbekommen könnten. Werden die Opfer später eingeäschert, könnten die radioaktiven Partikel zudem in die Luft gelangen. Bei einer Erdbestattung könnte der Boden kontaminiert werden, schrieb Kyodo.

Pläne, alle Leichen in dem Gebiet nach einer Bergung auf Strahlung zu kontrollieren, wurden wegen der möglichen Gesundheitsgefahr für die Einsatzkräfte wieder aufgegeben. Nun überlegt man, die Toten vor Ort in Spezialfahrzeugen zu dekontaminieren.

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31. März, 11:31 Uhr: Regierungschef Kan will Akw Fukushima schließen

Japans Ministerpräsident Naoto Kan will das schwer beschädigte Atomkraftwerk Fukushima 1 vollständig stilllegen lassen. Kan sagte bei einem Treffen mit dem Vorsitzenden der kommunistischen Partei Japans, Kazuo Shii, die gesamte Anlage werde stillgelegt, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag meldete. Demnach versprach Kan auch, den geplanten Bau von mindestens 14 neuen Reaktoren bis 2030 zu überprüfen.

Der Vorsitzende der Betreiberfirma Tepco, Tsunehisa Katsumata, hatte am Mittwoch gesagt, dass die weitgehend zerstörten Reaktoren 1 bis 4 der Anlage in Fukushima 1 verschrottet würden. Er deutete jedoch an, dass die Reaktoren 5 und 6, deren Lage als stabil gilt, später weiter betrieben werden könnten.

Laut einem Bericht der US-Zeitung „Wall Street Journal“ war Tepco nicht auf die Katastrophe vorbereitet. Der Notfallplan für Fukushima 1 sei völlig unzureichend gewesen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente. Er habe weder den Einsatz externer Feuerwehrleute, noch des Militärs vorgesehen. „Der Notfallplan funktionierte nicht. Er war auf so etwas Großes nicht eingestellt“, sagte ein früherer Tepco-Mitarbeiter der Zeitung.

Dem Konzern, der wegen seines Umgangs mit der Krise in der Kritik steht, drohen hohe Entschädigungszahlungen. In den vergangenen Tagen hatte die Regierung angedeutet, dass die Aktiengesellschaft verstaatlicht werden könnte.

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31. März: 9:51 Uhr: Sarkozy in Japan eingetroffen

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy ist am Donnerstag als erster ausländischer Staatschef seit der Erdbeben-Katastrophe in Japan eingetroffen. Er wird mit dem japanischen Ministerpräsidenten Naoto Kan zusammentreffen. Dabei will Kan sich laut Medienberichten für die französische Hilfe bei der Bewältigung der Krise bedanken. Japan kämpft seit dem 11. März gegen die Folgen eines schweren Erdbebens, bei dem auch die Atomanlage in Fukushima zerstört wurde.

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31. März: 9:36 Uhr: Fukushima-Sperrzone wird vorerst nicht ausgeweitet

Die japanische Regierung hat derzeit nicht die Absicht, die Evakuierungszone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima auszuweiten. Dazu bestehe im Moment keine Notwendigkeit, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Donnerstag. Die Lage werde von Tag zu Tag neu bewertet.
Nach der UN-Atomenergiebehörde hatte auch die japanische Nuklear-Aufsicht der Regierung empfohlen, eine Ausweitung der Evakuierungszone zu erwägen. Um das AKW gilt bislang eine Zone von 20 Kilometern. Einwohnern in einem weiteren Umkreis von 30 Kilometern wird empfohlen, wegen der Strahlengefahr das Gebiet zu verlassen oder sich nicht im Freien aufzuhalten. Der UN-Atombehörde IAEA zufolge wurden jedoch auch in einem Dorf 40 Kilometer von Fukushima entfernt hohe Strahlungswerte gemessen.

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31. März: 9:28 Uhr: Wieder starkes Nachbeben im Nordosten Japans

Die Katastrophenregion im Nordosten Japans ist am Donnerstag erneut von einem starken Nachbeben heimgesucht worden. Die Erschütterung hatte eine Stärke von 6,0, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Eine Warnung vor Tsunami gaben die Behörden nicht aus. Auch lagen keine Berichte über mögliche weitere Schäden oder Verletzte in Folge des Nachbebens vor. Der Erdbebenherd lag unter dem Meeresboden vor der Katastrophenprovinz Miyagi. Auch in der etwa 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio gerieten Hochhäuser ins Schwanken. Der Nordosten Japans war am 11. März von einem Beben der Stärke 9,0 und einem verheerenden Tsunami zerstört worden. Dabei kamen tausende Menschen ums Leben, viele werden noch vermisst.

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31. März: 8:57 Uhr: Quelle für Radioaktivität unklar

Die genaue Ursache für die extrem hohe Strahlung im Meer vor dem Atommeiler in Fukushima ist weiter unklar. Fachleute hatten in der Nähe der Atomruine in Japan erneut eine hohe Konzentration an radioaktiven Partikeln gemessen. Nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde wurden 330 Meter von den Abwasserrohren der Reaktoren 1 bis 4 entfernt Jod-Partikel mit einer 4385-fach höheren Konzentration als erlaubt gemessen.

Wie die Radioaktivität ins Meer gelangte, ist noch immer unklar. Der AKW-Betreiber Tepco vermutet, dass das Jod entweder von den Reaktoren selbst oder von beschädigten Brennstäben in den Abklingbecken stammt. Ein Austritt aus den Abwasserrohren sei jedoch noch nicht bestätigt worden, meldete die Nachrichtenagentur Jiji Press.

Die Atomaufsichtsbehörde wolle jetzt die Zahl der Messstellen im Meer erhöhen und zugleich das Grundwasser auf dem AKW-Gelände analysieren.

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31. März: 7:37 Uhr: Tepco-Aktie macht Kurssprung
Die Aktien des Betreibers des Unglücks-AKW Fukushima, Tepco, machten nach dem dramatischen Kurseinbruch der vergangenen Tage einen Kurssprung von mehr als acht Prozent. Davon profitierten auch die Titel anderer Unternehmen, die an Tepco beteiligt sind - etwa Dai-ichi Life Insurance und Sumitomo Mitsui Financial. Anleger hielten eine anstehende Verstaatlichung von Tepco jedoch weiter für wahrscheinlich.

Quellen: dpa, rtr, afp

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