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Liveticker 16.3. - 17.3. Erfolgreich Stromkabel zu Reaktor 2 gelegt

Obama lässt US-Reaktoren prüfen +++ Japan bittet EU um Hilfe +++ AKW soll heute wieder mit Strom versorgt werden +++ 14 Tote nach Evakuierung +++ Sehen Sie das erste Video vom zerstörten Kraftwerk und verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker

16.03.2011 08:39
Die Reaktoren 1 bis 4 am Donnerstag, 17. März. Foto: REUTERS

Obama lässt US-Reaktoren prüfen +++ Japan bittet EU um Hilfe +++ AKW soll heute wieder mit Strom versorgt werden +++ 14 Tote nach Evakuierung +++ Sehen Sie das erste Video vom zerstörten Kraftwerk und verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker

17. März, 23:29 Uhr

Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEA) hat Dokumente ihrer Lagebesprechung zum Unglückskraftwerk Fukushima ins Internet gestellt. Die Foliensammlung zeigt unter anderem Infografiken von Siedewasserreaktoren. Auch das Schwarz-Weiß-Foto eines solchen Siedewasserreaktors im Rohbau ist zu sehen. Der Chef der IAEA-Abteilung für die Bausicherheit nuklearer Anlagen, James Edward Lyons, hat die Foliensammlung erstellt. Sie datiert vom Donnerstag. Eine Folie zeigt auch eine Tabelle mit den detaillierten Schadensbeschreibungen an den Reaktoren 1 bis 4.

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17. März, 20:54 Uhr

Angesichts der nuklearen Katastrophe in Japan hat US-Präsident Barack Obama eine vollständige Überprüfung der Sicherheit von Atomkraftwerken in den USA angeordnet. „Wenn wir eine Krise wie die in Japan sehen, haben wir die Verantwortung, von diesem Ereignis zu lernen und mit den Lehren die Sicherheit unserer Bevölkerung zu gewährleisten“, sagte Obama am Donnerstag in Washington. Der Präsident betonte, dass die US-Kernkraftwerke immer wieder „umfassenden Untersuchungen“ unterzogen worden und dabei für eine Reihe von Extremfällen als sicher befunden worden seien.

Obama versuchte, seinen Landsleuten die Ängste vor den Folgen des Atomunfalls in Japan zu nehmen. „Ich möchte sehr deutlich sein: Wir erwarten keine gefährlichen Strahlungswerte in den USA, sei es an der Pazifikküste, in Hawaii, Alaska oder in den amerikanischen Gebieten im Pazifik“, sagte er.
Zuvor hatte Obama der japanischen Botschaft einen nicht öffentlich angekündigten Besuch abgestattet, um sich in das Kondolenzbuch für die Opfer des Erdbebens und des Tsunamis einzutragen. „Mein Herz ist während dieser enormen Tragödie mit den Menschen in Japan“, schrieb Obama. Die USA werden „einem ihrer größten Verbündeten“ in Zeiten der Krise beistehen.

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Sehen Sie hier die ersten Videoaufnahmen vom zerstörten Kraftwerk in Fukushima:

17. März, 19:39

Arbeiter am Atomkraftwerk Fukushima haben nach IAEA-Informationen erfolgreich ein Stromkabel zum Reaktor 2 gelegt. Die Versorgung des Reaktors mit Elektrizität solle aber erst beginnen, wenn die Maßnahmen zur Wasserkühlung des Reaktors 3 von außen abgeschlossen seien, teilten die japanischen Behörden der IAEA mit. Hubschrauber und Wasserwerfer versuchten am Donnerstag, den teils zerstörten Reaktor vom Boden und aus der Luft mit Wasser zu kühlen. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo könnte der Strom am Freitag oder Samstag im Reaktor Zwei angeschaltet werden. Nach Angaben der IAEA ist es aber unklar, ob das Kühlsystem des Reaktors noch so intakt ist, dass es mit Strom wieder in Gang gesetzt werden kann.

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17. März, 19:36

Die Katastrophe in Japan wirkt sich auch auf General Motors aus. Der US-Autokonzern teilte am Donnerstag mit, dass er die Produktion in seinem Werk Shreveport in Louisiana in der kommenden Woche aussetzen werde. Es fehlten wegen der Krise in Japan Zulieferteile. Alle anderen Fabriken arbeiteten aber normal weiter, hieß es.
Wegen Beben, Tsunami und Stromknappheit liegt in vielen Fabriken in Japan die Produktion still. Deutsche Autobauer klagten bislang noch nicht über Engpässe. Die Schiffe, auf denen Teile für die laufende Produktion unterwegs sind, hatten noch vor der Katastrophe abgelegt.

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17. März, 18:23

In Japan steigt die Furcht vor verseuchtem Essen. Die Regierung wies die lokalen Behörden am Donnerstag an, heimische Produkte auf Radioaktivität zu testen. „Die Tests erstrecken sich vor allem auf frische Produkte aus Regionen, die mit dem Unfall zu tun haben“, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Kohei Otsuka nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Verpflichtet zu den Tests seien aber sämtliche Behörden im ganzen Land.
Bisher seien allerdings bei keinem Nahrungsmittel höhere Belastungen als erlaubt gefunden worden, betonte das Ministerium. Die jetzt aufgestellten Grenzwerte seien höher als internationale Standards. Würden sie überschritten, könnten die Behörden Lieferungen aus dem Verkehr ziehen.
Künftig gilt ein Limit von 200 Becquerel Cäsium pro Kilogramm Milch und von 500 Becquerel pro Kilogramm Gemüse, Getreide, Fleisch und Eier. Für radioaktives Jod gilt ein Höchstwert von 300 Becquerel pro Kilogramm Trinkwasser und 2000 Becquerel pro Kilogramm Gemüse.
Nahrungsmittel-Händler und Experten kritisierten die Maßnahme: „Die Regierung heizt die Krise an. Die Entscheidung lässt es so aussehen, als ob kontaminiertes Essen bereits auf dem Markt wäre“, sagte Konsumforscher Tatsuya Kakita.

17. März, 17:40 Uhr:

Japans nach der Erdbeben- und Atomkatastrophe extrem beanspruchte Behörden haben die EU gebeten, ihre einzelnen Hilfsangebote untereinander abzustimmen. Dies sei angesichts „der enormen Schwierigkeiten“ bei der Bewältigung der Folgen der Katastrophen in Japan geschehen, sagte die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva am Donnerstag in Brüssel. Die japanischen Stellen wollen sich demnach nicht noch zusätzlich dadurch belasten, dass sie die Logistik für die ausländische Hilfe aus einer Vielzahl von Staaten übernehmen.
Nach Georgievas Angaben stand am Donnerstag ein EU-Expertenteam zur Koordinierung bereit, nach Japan abzureisen. Die Kommission hatte bereits vergangene Woche einen Krisenmechanismus aktiviert, über den Hilfen von Mitgliedsländern abgestimmt werden können, indem diese beispielsweise Flugzeuge gemeinsam nutzen. „Die Wirksamkeit der Hilfe zählt mehr als Geschwindigkeit“, sagte Georgieva.

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17. März, 14:45 Uhr: Stromleitung ins AKW soll noch heute stehen

Die neue Stromleitung ins Katastrophen-AKW Fukushima soll bald stehen: Wahrscheinlich werde die Versorgung noch am Donnerstag wieder hergestellt, sagte ein Sprecher der Betreiberfirma Tepco am Abend (Ortszeit). Dies berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Zum einen planen die Techniker neue Außenkabel zu den havarierten Reaktoren 1 und 2: Mit ihrer Hilfe soll die defekte Kühlung der Anlagen wieder in Betrieb gesetzt werden. Außerdem soll bald ein provisorisches Stromaggregat in Betrieb gehen - und zwar auf einem Teil des AKW-Geländes, wo die Strahlenbelastung nicht so hoch ist.

Als Folge des Bebens vom Freitag waren die Stromversorgung und die Kühlungen der Reaktorblöcke ausgefallen. Außerdem ist es nach diversen Wasserstoff-Explosionen und Bränden nicht mehr möglich, die Wasserstände in den Becken der Reaktoren 1 bis 4 zu kontrollieren.

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17. März, 12:30 Uhr: 14 Tote nach Evakuierung in der Präfektur Fukushima

Die Evakuierung eines Krankenhauses in der japanischen Stadt Okuma hat 14 Patienten das Leben gekostet. Die Menschen seien nach dem Transport in ein Auffanglager gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo und berief sich dabei auf die Regionalregierung. Im Stadtgebiet von Okuma befindet sich das AKW Fukushima 1. Zuvor war die Evakuierungszone um das Atomkraftwerk Fukushima Eins ausgeweitet worden: Wegen der Gefahr radioaktiver Verstrahlung mussten weitere 28 000 Menschen in der Präfektur Fukushima ihre Häuser verlassen, berichtete der Sender NHK am Donnerstag. Viele Notunterkünfte in der Region seien aber schon überfüllt und könnten keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen.

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17. März, 12:10 Uhr: Wasserwerfer werden nun doch eingesetzt

Die Notmannschaft im AKW Fukushima besprüht den mit Plutonium bestückten Reaktor 3 wieder mit Wasserwerfern, wie das Fernsehen meldet (NHK World). Es handelt sich um Wasserwerfer der Armee. Zuvor war die Aktion mit Wasserwerfern der Polizei wegen starker radioaktiver Strahlung vorübergehend eingestellt worden. Die Fahrzeuge näherten sich den Reaktoren nun so weit wie möglich. Die Wasserwerfer der Armee sind nach Angaben des Senders besser für den Einsatz geeignet, weil die Helfer darin sitzen bleiben könnten und nicht, wie im Fall des Polizeifahrzeugs, aussteigen müssten. Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa sagte, elf Löschflugzeuge des Militärs sollten über dem Reaktor eingesetzt werden. Außerdem seien weitere Wasserwerker auf dem Weg. Zuvor hatten Hubschrauber 30 Tonnen Wasser über dem Ort der Katastrophe ausgeschüttet, wo Brennstäbe teilweise freiliegen - die Strahlung hatte sich dadurch aber nicht verändert.

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17. März, 11:45 Uhr: Einsatz von Wasserwerfern gestoppt

Die Kühlung der Reaktoren des AKW Fukushima mit Wasserwerfern ist eingestellt worden, wie das japanische Fernsehen berichtet. Grund dafür sei die hohe Radioaktivität. Schwierig ist in diesem Zusammenhang auch die Wetterlage: In der Katastrophenregion ist am Donnerstag (vormittags mitteleuropäischer Zeit) noch Schnee gefallen. Radioaktive Partikel könnten mit den Flocken auf den Erdboden gelangen, erläuterte der Deutsche Wetterdienst (DWD). Die Schneeschauer ließen aber nach, und der Westwind trage die radioaktive Belastung dann wieder komplett auf das offene Meer hinaus. An der Windrichtung in der Krisenregion ändert sich nach der Prognose vorerst nichts. Die Millionen-Metropole Tokio bekommt nach dem Wetterbericht auch in den nächsten Tagen keine Strahlenwolken ab.

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17. März, 11:15 Uhr: Die nächsten beiden Tage sind entscheidend

Ob das große Atom-Desaster in Fukushima noch verhindert wird, entscheidet sich nach Ansicht des Präsidenten der Gesellschaft für Strahlenschutz vermutlich bis Samstag. Wenn die Kühlversuche am havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 scheiterten, komme es zur Katastrophe, sagte Sebastian Pflugbeil. „Das wird sich wahrscheinlich morgen, spätestens übermorgen entscheiden, ob es noch gelingt, da irgendwas zu machen.“

Gelinge das Kühlen nicht, würden die freiliegenden Brennelemente in Block 4 immer heißer, die Hüllen gingen kaputt. Möglicherweise komme es auch zu Bränden. Dann würde „die geballte Radioaktivität von mehreren Jahren Betriebsdauer“ freigesetzt werden, erläuterte der Experte. In Block 4 befindet sich ein Abklingbecken für gebrauchte Brennelemente.
Sebastian Pflugbeil sagte weiter: „Wenn das passiert, dann ist die ganze Anlage so hoch radioaktiv verseucht, dass man da praktisch nichts mehr machen kann. Und dann nimmt das Schicksal seinen Lauf, und es kommt zu einer Katastrophe, die sich hinter Tschernobyl nicht zu verstecken braucht.“

Die Hubschraubereinsätze jedenfalls haben nach Ansicht des Greenpeace-Atomexperten Karsten Smid wenig Aussicht auf Erfolg. Die Frage sei, „wie viel Wasser, das abgeworfen ist, überhaupt in dem Reaktorbehälter ankommt. Die Situation sieht also sehr mies aus“, sagte Smid im Programm von NDR Info. Japanische Armee-Hubschrauber schütteten am Donnerstag Tonnen von Wasser auf den Reaktor 3, wie der Fernsehsender NHK zeigte. Zwar versuchten die Techniker vor Ort alles Menschenmögliche, sagte Smid. Es würden immer neue Pläne angekündigt, „aber letztendlich ist das, was sie machen, der Tropfen auf den heißen Stein. Sie haben seit Tagen die Lage nicht in den Griff bekommen.“ Aus Greenpeace-Sicht werde es ganz schwer, „dies noch rumzudrehen, die nukleare Katastrophe noch einzudämmen“. Zwar könne es möglicherweise gelingen, eine Nuklearexplosion zu verhindern, „das heißt eine explosionsartige Freisetzung eines großen Teils des radioaktiven Inventars“. Doch auch dann könne es zu einer kontinuierlichen Kernschmelze über Tage und Wochen mit einer radioaktiven Wolke als Folge kommen.

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17. März, 11:05 Uhr: 20 AKW-Mitarbeiter wurden verstrahlt

Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima sind in den vergangenen Tagen nach Angaben der internationalen Atombehörde IAEA in Wien 23 Menschen verletzt worden. Mindestens 20 weitere Mitarbeiter wurden verstrahlt, hieß es in einer Mitteilung der IAEA vom Donnerstag. Einer von ihnen war demnach sehr starker Strahlung ausgesetzt. Medien hatten bereits von „dutzenden Verletzten“ in der schwer beschädigten Anlage gesprochen. Die IAEA bezieht sich mit ihren Angaben auf Mitteilungen der japanischen Regierung.

Die Verletzten waren Angestellte des Kraftwerkbetreibers Tepco sowie Mitarbeiter von Subunternehmen und vier Angehörige des Katastrophenschutzes. Zwei Mitarbeiter trugen leichte Verletzungen davon, mehrere wurden im Krankenhaus behandelt. 15 Menschen waren von den Reaktorexplosionen am Freitag und am Montag betroffen. Zwei Mitarbeiter werden vermisst.

Die IAEA nennt 18 Mitarbeiter und zwei Polizisten, die Verstrahlungen davontrugen, in einem Fall war die Strahlendosis sehr hoch. Mehrere Feuerwehrleute, die vor Ort waren, werden medizinisch beobachtet, hieß es weiter.

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17. März, 10:30 Uhr: Briten dürfen kostenlos nach Hause fliegen

Die britische Regierung bietet vom Erdbeben in Japan betroffenen Briten kostenlose Flüge Richtung Heimat an. Auch für nicht direkt betroffene Bürger stünden gegen Gebühr Sitzplätze bereit, um möglichst schnell außer Landes kommen zu können, teilte das Außenministerium am Donnerstag in London mit. Die Behörde wies britische Staatsbürger, die derzeit in Tokio oder nördlich davon sind, an, die Region möglichst zu verlassen. Die gecharterten Flüge gehen zunächst von Tokio nach Hongkong. Von dort gebe es mehr kommerzielle Angebote, nach Großbritannien zurückzufliegen, hieß es.

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17. März, 9:45 Uhr: Radioaktive Teilchen nach Nordamerika unterwegs

Eine niedrige Konzentration von radioaktiven Teilchen aus dem japanischen Unglücksreaktor bewegt sich Forschern zufolge auf Nordamerika zu. Der Forschungsleiter am Schwedischen Institut für Verteidigungsforschung, Lars-Erik De Geer, berief sich am Donnerstag auf Daten von internationalen Messstationen. Die Strahlenwerte seien für Menschen unbedenklich, betonte er. Nach einem Erdbeben und einem Tsunami ist das japanische Kernkraftwerk in Fukushima schwer beschädigt. Immerhin: Die Reaktoren eins, fünf und sechs des schwerbeschädigten Kernkraftwerks Fukushima I sind nach Angaben der japanischen Atomaufsicht "relativ stabil".

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17. März, 9:05 Uhr: Freiwillige melden sich zum AKW-Einsatz

Der japanische Akw-Betreiber Tepco hat einen offenbar erfolgreichen Aufruf nach etwa 20 freiwilligen Helfern zur Abwendung einer nuklearen Katastrophe am Atomkraftwerk Fukushima 1 gestartet. Auf das Ersuchen des Unternehmens hätten sich sowohl Firmenmitarbeiter als auch Mitarbeiter anderer Unternehmen gemeldet, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji am Donnerstag. Darunter sei ein kurz vor der Rente stehender 56-Jähriger mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich der Kernenergieproduktion. Tepco bestätigte die Angaben zunächst nicht.

Über Twitter zeigte sich eine Japanerin, möglicherweise eine Tochter des 56-Jährigen, stolz und verängstigt, dass ihr Vater bei den Arbeiten helfen wolle. „Ich habe gegen die Tränen gekämpft, als ich gehört habe, dass mein Vater, der in einem halben Jahr pensioniert werden soll, sich zur Mithilfe bereit erklärt hat“, schrieb sie. Er habe gesagt, die Zukunft der Atomgeneration hänge davon ab, wie Japan mit der Katastrophe umgehe, hieß es weiter. „Ich begebe mich auf eine Art Mission“, zitierte die Frau ihren Vater.

Zuvor hatten vier Militärhubschrauber damit begonnen, tausende Liter Wasser auf die beschädigten Reaktoren zu schütten. Anschließend sollten Wasserwerfer und Löschfahrzeuge der Feuerwehr weiteres Kühlwasser auf die Anlage sprühen. Tepco versuchte zudem, das Kraftwerk durch die Instandsetzung von Leitungen wieder an die Stromversorgung anzuschließen, um Fukushima 1 ab Donnerstagnachmittag wieder teilweise mit Strom versorgen und die Kühlsysteme in Gang setzen zu können.

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17. März, 8.00 Uhr: Großer Stromausfall in Tokio möglich

In Japans Hauptstadt Tokio und Umgebung ist laut dem Handelsminister Banri Kaieda ein großflächiger Stromausfall möglich. Dies könne geschehen, wenn die Stromnachfrage über die des Donnerstagmorgens steige, sagt Kaieda.

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17. März, 7.19 Uhr: Letzte Versuche zur Kühlung

Am schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 haben die wohl letzten Versuche zur Kühlung der überhitzten Reaktoren begonnen. Vier Militärhubschrauber vom Typ Chinook CH-47 schütteten am Donnerstag Tausende Liter Wasser auf die beschädigten Reaktoren 3 und 4, wie Bilder des Fernsehsenders NHK zeigten.

Die Betreiberfirma Tepco versuchte unterdessen, das AKW durch die Instandsetzung von Leitungen wieder an die Stromversorgung anzuschließen. Wie die japanische Atomaufsichtsbehörde laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo mitteilte, könnte Fukushima 1 ab Donnerstagnachmittag wieder teilweise mit Strom versorgt werden. Mit Strom könnten die Kühlsysteme in den Reaktoren wieder in Gang gebracht und das Abklingbecken für benutzte Brennstäbe in Reaktor 4 wieder vollständig mit Wasser gefüllt werden.

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17. März 3.53 Uhr: 5200 Tote und 8600 Vermisste

Bei dem Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami am vergangenen Freitag in Japan sind nach offiziellen Angaben mindestens 5178 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, könnte die Zahl der Todesopfer aber auf mehr als 13.000 steigen, da 8606 Menschen noch vermisst werden.

Lesen sie auf den folgenen Seiten weitere Tickermeldungen.

17. März, 0:40 Uhr: Lage in japanischen Notlagern immer angespannter

Die Lage in den Flüchtlingslagern im Nordosten Japans wird bei winterlichen Temperaturen immer angespannter. In einer Grundschule in der Stadt Sendai entfachten die dort untergebrachten Menschen am Donnerstag im Morgengrauen mit Holzscheiten Feuer unter Fässern, um heißes Wasser zuzubereiten. Die Fensterscheiben sind im Inneren des Gebäudes vereist. Die Menschen versuchen sich mit Decken warm zu halten.

„Die Gasvorräte gehen zu Ende“, sagte ein Reporter des japanischen Fernsehens. An den Wassertanks bildeten sich Schlangen geduldig wartender Menschen. Mancherorts hat es geschneit. Auch Benzin an den wenigen noch geöffneten Tankstellen geht aus.

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17. März, 0:33 Uhr: IAEA: Alte Brennelemente in Reaktor IV kurz vor Siedepunkt

Die Temperatur in den Abklingbecken der abgebrannten Brennelemente im japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat dramatisch hohe Werte erreicht. Im Reaktor 4 wurden schon am Montag und Dienstag 84 Grad Celsius gemessen, wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) unter Berufung auf Angaben aus Japan mitteilte. Demnach lagen für Mittwoch keine Daten vor. Laut IAEA wird die Temperatur in den Aufbewahrungsbecken unter normalen Umständen unter 25 Grad Celsius gehalten.

Für die Abklingbecken in den noch als weitgehend intakt geltenden Reaktoren 5 und 6 meldete die IAEA für Mittwoch 6 Uhr deutscher Zeit 62,7 beziehungsweise 60 Grad Celsius. Daten für die Reaktoren 1 bis 3 wurden nicht genannt.

In den Abklingbecken lagern die bereits verbrauchten, abgebrannten Brennelemente, die aber ohne entsprechende Kühlung ähnlich gefährlich sind wie die aktiven Elemente im Reaktorkern. Im Reaktor 4 des AKW Fukushima liegt das Abklingbecken außerhalb des besser geschützten Sicherheitsbereiches - daher ist die Gefahr besonders groß.

Das Kühlsystem benötigt für das Umwälzen des Wassers konstante Stromversorgung, was in dem havarierten AKW nicht mehr der Fall ist. „Falls die Brennelemente nicht mehr länger von Wasser umschlossen sind oder die Wassertemperatur den Siedepunkt erreicht, (...) können die Brennstäbe das Risiko radioaktiver Verstrahlung bergen“, schreibt die IAEA.

Zuvor hatte die US-Atomregulierungsbehörde NRC berichtet, dass ihrer Einschätzung zufolge die gelagerten Brennelemente im Block 4 sogar komplett frei liegen. Man gehe davon aus, dass das Becken defekt und das Wasser abgelaufen sei, sagte NRC-Direktor Gregory Jaczko nach einem Bericht der „New York Times“. Über den Wasserstand der Becken machte die IAEA keine Angaben, sondern nur zur Temperatur. Ohne Kühlung kann auch bei abgebrannten Brennelementen wieder eine nukleare Kettenreaktion beginnen, die dann außer Kontrolle gerät.

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16. März, 23:41 Uhr: Kreise - G7 beraten am Donnerstag über Japan-Hilfe

Die Finanzminister der Gruppe der sieben führenden Industrieländer (G7) wollen Kreisen zufolge am Donnerstag in einer Konferenzschaltung über Hilfe für Japan beraten. Wie aus G7-Kreisen verlautete, wollen die Finanzminister über Maßnahmen sprechen, wie der Inselstaat nach dem verheerenden Erdbeben bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen unterstützt werden kann. Ob die Finanzminister und Zentralbanker auch über eine Intervention am japanischen Devisenmarkt diskutieren wollen blieb zunächst unklar.

Im Gespräch waren zuletzt in den Medien verschiedene Wege, um der drittgrößten Volkswirtschaft finanziell zu helfen. Die Rede war vom Ankauf japanischer Anlehen wie auch von koordinierte Interventionen der Notenbanken an den Devisenmärkten mit dem Ziel eines niedrigeren Yen-Kurses. Das könnte japanischen Exporten in dieser für das Land extrem schwierigen Situation helfen. Spekuliert wurde auch, ob die Europäische Zentralbank (EZB) wegen Japan auf ihre bereits signalisierte Leitzinserhöhung verzichten könnte.

Ein Jahrhundert-Beben hatte Japan in der vergangenen Woche erschüttert und Atomkraftwerke beschädigt. Das Land steuert auf einen Super-Gau zu.

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16. März, 23:02 Uhr: Tepco-Techniker wollen Stromversorgung in Fukushima reparieren

Techniker des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima wollen am Donnerstagmorgen (Ortszeit) mit der Wiederherstellung der Stromversorgung beginnen. Man versuche, eine neue Stromleitung zu legen, so dass die Kühlung wieder in Betrieb genommen werden könne, zitierte der staatliche Sender NHK einen Sprecher des Kraftwerksbetreibers Tepco auf seiner Internetseite.

Die Stromversorgung in Fukushima war als Folge des verheerenden Erdbebens vom Freitag zusammengebrochen. Am Mittwoch sei eine Reparatur der Stromversorgung an der hohen Strahlung auf dem Kraftwerksgelände gescheitert, hieß es in dem Bericht.

Laut französischen Atomexperten droht spätestens am Freitag eine nukleare Verseuchung größeren Ausmaßes. Die Stunden bis dahin sind nach Darstellung der Fachleute entscheidend für die Kühlung der abgebrannten Brennelemente im Reaktor 4. Gelinge es nicht, das Abklingbecken bis dahin wieder aufzufüllen, werde eine „sehr bedeutende“ Verseuchung die Folge sein, erklärte der Direktor für Anlagensicherheit beim Institut für Strahlenschutz und Nuklearsicherheit (IRSN), Thierry Charles, in Paris nach Angaben der Agentur AFP.

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16. März, 22:20 Uhr: Fernsehen: Evakuierung wird ausgeweitet

Die Evakuierung der Gegend um das japanische Atomkraftwerk Fukushima Eins wird nach Informationen des Fernsehsenders NHK ausgeweitet. Wegen der Gefahr radioaktiver Verstrahlung müssten weitere 28 000 Menschen in der Präfektur Fukushima ihre Häuser verlassen, meldete der Sender am Donnerstag (Ortszeit). Viele Notunterkünfte in der Region seien aber schon zu überfüllt, um neue Atom-Flüchtlinge aufzunehmen. Deshalb würden die Menschen jetzt auch auf umliegende Präfekturen verteilte.

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16. März, 20:23 Uhr: US-Reaktorbehörde hält Strahlung in Fukushima für "extrem hoch"

Die US-Atomsicherheitsbehörde NRC geht von einer gefährlichen Strahlen-Belastung am japanischen Krisenreaktor Fukushima aus. „Wir glauben, dass die Strahlung extrem hoch ist“, sagte NRC-Direktor Gregory Jaczko am Mittwoch in Washington. „Das könnte auch die Möglichkeit für Korrekturmaßnahmen beeinträchtigen.“ Seine Behörde gehe davon aus, dass gebrauchte Brennstäbe im Abklingbecken von Reaktor 4 freiliegen, weil dort wegen der Explosion kein Wasser mehr sei, sagte Jaczko. Diese Situation bewirke eine hohe Strahlenbelastung, die den Einsatz von Krisenteams beeinträchtigen könnte.

Die US-Botschaft in Tokio forderte alle US-Bürger im Umkreis von 80 Kilometern um den Krisenreaktor auf, sich in Sicherheit zu bringen. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, hieß es in einer in Tokio vorgelegten Erklärung. Zuvor hatte bereits das US-Verteidigungsministerium für den Einsatz von Angehhörigen der Streitkräfte eine 80-Kilometer-Sicherheitszone um den Reaktor erklärt. Einsatzkräfte von Armee und Marine dürften sie nur mit Sondergenehmigung betreten.

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16. März, 19.11 Uhr: Kein Wasser mehr im Abklingbecken von Reaktor IV

Im Abklingbecken des Reaktors Vier befindet sich nach Angaben der US-Atomregulierungsbehörde NRC kein Wasser mehr. Die Radioaktivität sei extrem hoch.

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16. März, 18:38 Uhr: Lufthansa testet Maschinen aus Japan auf Strahlung

Am Flughafen Frankfurt am Main testet die Lufthansa aus Japan kommende Maschinen weiter auf radioaktive Strahlung. Seit Aufnahme der Tests am Sonntag habe es noch keinen positiven Befund gegeben, sagte ein Sprecher am Mittwoch auf dapd-Anfrage. Die Untersuchungen würden von Spezialisten der Flughafenfeuerwehr durchgeführt. Das gelte auch für aus Japan kommende Flugzeuge, die in München landeten.

Derzeit fliegt die Lufthansa Tokio nicht direkt an. Die Flüge gehen stattdessen über Seoul nach Osaka und Nagoya. Diese Änderung gelte vorerst bis kommenden Montag. Die Tests auf Radioaktivität würden trotz der geänderten Routen weiter durchgeführt.

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16. März, 18:30 Uhr: EU-Staaten sollen Lebensmittel aus Japan kontrollieren

Die EU hat die 27 Mitgliedstaaten aufgefordert, aus Japan eingeführte Lebensmittel auf mögliche Strahlenbelastung hin zu untersuchen. Das bestätigte der Sprecher von EU-Gesundheits- und Verbraucherkommissar John Dalli am Mittwoch in Brüssel.

Wie Diplomaten berichteten, habe es über das europäische Schnellwarnsystem für Nahrungs- und Futtermittel (RASSF) eine entsprechende Mitteilung an die EU-Länder gegeben. Mögliche Funde sollen an das System zurückgemeldet werden.

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16. März, 16:54 Uhr: IAEA-Chef fliegt nach Japan

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, hat die Situation in Fukushima Eins als „sehr ernst“ bezeichnet. Er werde so schnell wie möglich selbst nach Japan fliegen und danach eine Sondersitzung des Gouverneursrats einberufen, sagte der Japaner in Wien.

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16. März, 16:30 Uhr: Oettinger: Lage in Japan faktisch außer Kontrolle

EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat vor unmittelbar bevorstehenden katastrophalen Ereignissen am japanischen Unglücks-Kernkraftwerk gewarnt. Vor dem EU-Parlament sagte Oettinger am Mittwoch, es könne in den kommenden Stunden weitere katastrophale Ereignisse geben, die das Leben der Menschen bedrohten. Der Reaktor sei faktisch außer Kontrolle. Oettingers Sprecherin sagte dazu auf Anfrage, die Erklärung des Kommissars beruhe nicht auf besonderen zusätzlichen Informationen.

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16. März, 15 Uhr: Deutsche sollen Großraum Tokio verlassen

Wegen der Atomkatastrophe in Japan rät die Bundesregierung den rund 1.000 verbliebenen Deutschen im Großraum Tokio jetzt offiziell, sich in andere Landesteile in Sicherheit zu bringen oder ins Ausland zu reisen. Es handele sich um eine „erhebliche Aktualisierung“ der Reisehinweise für Japan, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Mittwoch in Berlin. Teile der deutschen Botschaft sind nach seinen Worten von Tokio nach Osaka verlegt worden, um den Bundesbürgern konsularisch zu helfen.

Inzwischen gelten dem Sprecher zufolge keine der etwa 100 Deutschen in den vom Erdbeben und dem Tsunami am schlimmsten betroffenen Regionen mehr als vermisst. Am Montag seien 34 Bundesbürger mit einem Bustransport aus dem Krisengebiet nach Tokio gebracht worden. Wie viele Deutsche das Land verlassen haben, kann das Auswärtige Amt nach eigenen Angaben nicht sagen.

Das Bundesverteidigungsministerium hat nach Worten eines Sprechers eine Vorprüfung eingeleitet, welche Kapazitäten zur Hilfe bei atomaren Katastrophen zur Verfügung gestellt werden könnten. Noch gebe es aber keine Anfrage aus Japan und konkrete Angebote wären verfrüht, sagte der Ministeriumssprecher.
Regierungssprecher Steffen Seibert ergänzte, ein Hilfsersuchen Japans sei an die Europäische Union gerichtet worden. Es gehe um Sachmittel wie Wassertanks, Decken oder Matratzen. Die EU wolle sich im Lauf des Tages darüber abstimmen.

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16. März, 14:50 Uhr: Wasser in Abklingbecken erhitzt sich

Nach Angaben der japanischen Atomsicherheitsbehörde erhitzt sich das Wasser im Abklingbecken des Reaktors Drei im AKW Fukushima. Die Armee soll nach Angaben der Atombehörde beim Kühlen des Reaktors Nummer Drei und des Abklingbecken im Block vier helfen.

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16. März, 13 Uhr: Regierung: Schwere Schäden an Reaktorhülle "unwahrscheinlich"

Die Agentur Kyodo berichtet unter Berufung auf die japanische Regierung, es sei unwahrscheinlich, dass die Hülle des Reaktors 3 im AKW Fukushima schwere Schäden hat. Seit dort vor einigen Stunden weißer Rauch aufgestiegen war, ist unklar, wie es um den Zustand der Reaktorhülle bestellt ist.

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16. März, 12 Uhr: Wasserwerfer soll Reaktor kühlen

Die japanische Polizei will einem Fernsehbericht zufolge versuchen, das Abklingbecken im Reaktorblock vier des AKW Fukushima mit Wasserwerfern zu kühlen .

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16. März, 11:55 Uhr: Geigerzähler in Deutschland angeblich ausverkauft

Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland (ftd.de) sind Geigerzähler in ganz Deutschland ausverkauft. Conrad Electronics habe kein einziges Gerät mehr auf Lager, sagte eine Sprecherin der FTD. Die Vorbestellungen lägen aber "im Hunderterbereich". Wie viele der 300 bis 500 Euro teuren Geräten bereits verkauft wurden, will das Unternehmen nicht bekannt geben: "Wir veröffentlichen keine Verkaufszahlen." Es könnte sich angesichts des hohen Preises und der ansonsten geringen Nachfragen also auch um sehr kleine Stückzahlen handeln. Gerätehersteller sagen laut FTD, dass vor allem Menschen mit Familienangehörigen in Japan derzeit Geigerzähler kaufen würden.

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16. März, 11:50 Uhr: Regierung: Keine Gesundheitsgefahr in weiterem Umkreis um Akw

Nach den Explosionen und Bränden im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 besteht nach Angaben der Regierung außerhalb eines Umkreises von 20 Kilometern um die Anlage keine „unmittelbare Gesundheitsgefahr“ durch radioaktive Strahlung. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Die radioaktive Strahlung rund um das Akw befinde sich auf einem „stabilen Niveau“. Nahe der Anlage betrage sie 1,5 Millisievert pro Stunde.

Aus einem Umkreis von 20 Kilometern um Fukushima 1 waren in den vergangenen Tagen mehr als 200.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. In einem Radius bis 30 Kilometer forderte die Regierung alle Menschen auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Am Mittwoch warnte Regierungschef Naoto Kan erstmals vor einer „Gesundheitsgefährdung“ durch erhöhte radioaktive Strahlung in der Umgebung der Anlage.

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16. März, 11.45 Uhr: Panikkäufe in Russland

Die Atomkatastrophe in Japan sorgt zunehmend für Panikkäufe im benachbarten Osten Russlands. In den Apotheken des Gebiets Kamtschatka seien Jodtabletten ausverkauft, teilte die örtliche Gesundheitsbehörde am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax mit. Auch in der etwa 1000 Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima 1 entfernten Großstadt Wladiwostok würden die Menschen in die Geschäfte stürmen und Jod-Medikamente sowie Strahlenmessgeräte kaufen. Die Jodtabletten sollen dafür sorgen, dass die Schilddrüse kein radioaktives Jod mehr aufnehmen kann. Die Radioaktivität hat sich nach Angaben des Zivilschutzministeriums aber nicht erhöht.

„Früher haben wir vielleicht fünf Packungen Jodtabletten am Tag verkauft, heute reißen uns die Leute in einer Stunde 40 Packungen aus der Hand“, sagte ein Apothekenmitarbeiter auf der Halbinsel Kamtschatka. Der Vize-Chef der Gesundheitsbehörde, Alexander Lasarew, sprach von „verfrühter Nervosität“. Stündlich würden Dutzende Wetterstationen sowie die Küstenwache die Radioaktivität in der Region kontrollieren, sagte er. In russischen Internetblogs warnen aber Bürger davor, den Behörden zu vertrauen. Viele Menschen in Russland fühlen sich 25 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl (Ukraine) erneut unzureichend informiert.

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16. März, 11:35 Uhr: Definitive Entwarnung für Deutschland

Nach den Atomunfällen in Japan rechnet das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in keinem Fall mit bedenklichen Strahlenwerten in Deutschland. Die aus Japan kommende Radioaktivität werde hierzulande äußerst gering sein, sagte BfS-Präsident Wolfram König am Mittwoch in Freiburg. „Selbst im schlimmsten Szenario werden wir in Deutschland keine Werte erreichen, die auch nur annähernd bedenklich sind.“ Grund sei die große Entfernung zu den Unglücksreaktoren. Es könne daher für Deutschland schon jetzt definitiv Entwarnung gegeben werden. König rechnet in 7 bis 14 Tagen mit ersten Messergebnissen in Deutschland.

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16. März, 11:05 Uhr: Japaner holen ihr Geld nach Hause 

Weil viele Japaner jetzt ihre Anlagen im Ausland aufgeben und verkaufen ist der Preis des Yen erheblich gestiegen. Für einen Dollar wurden 80,78 Yen gezahlt, für einen Euro 112,91 Yen. "Sowohl Investoren als auch Privatleute benötigen Cash", sagte Tsutomu Soma, Manager in der Devisenabteilung des Vermögensverwalters Okasan Securities.

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16. März, 10:40 Uhr: Hubschraubereinsatz abgebrochen

Die Agentur Kyodo berichtet unter Berufung auf das Verteidigungsministerium, per Hubschrauber könne kein Löschwasser über dem Reaktor abgeworfen werden. Grund sei die hohe radioaktive Strahlung. Kurz zuvor hatte Regierungssprecher Yukio Edano noch gesagt, von der Strahlung rund um das Kraftwerk gehe keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit aus.

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16. März, 10.09 Uhr: Japans Kaiser ruft Volk zum Durchhalten auf

Der japanische Kaiser Akihito (77) hat in einer ersten Ansprache seit der Naturkatastrophe seine Landsleute zum Durchhalten aufgerufen. „Ich hoffe aufrichtig, dass die Menschen diese schreckliche Zeit überstehen werden, indem sie sich gegenseitig helfen“, sagte er in einer Videobotschaft, aus der die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch zitiert. Zudem sprach er den Opfern des Erdbebens und des Tsunamis sein Beileid aus.

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16. März, 9:45 Uhr: Grünen-Politiker will Bundeswehr nach Japan schicken

Der Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour plädiert dafür, Japan den Einsatz von Spezialkräften der Bundeswehr zur Bewältigung der Atomkatastrophe anzubieten. Die Bundeswehr verfüge über herausragende Fähigkeiten, nuklear verseuchtes Material aufzuspüren und zu dekontaminieren. „Beides wird jetzt und später noch mehr in Japan gebraucht“, sagte Nouripour der Nachrichtenagentur dpa.

Der Grünen-Politiker sprach sich für den Einsatz des ABC-Spürpanzers „Fuchs“ und des Truppenentgiftungsplatzes 90 (TEP 90) aus. „Ich finde es ist unsere Pflicht, beides den Japanern zumindest anzubieten.“ Die ABC-Spürpanzer „Fuchs“ der Bundeswehr haben bereits Einsatzerfahrung. Sie waren im Rahmen der Anti-Terror-Mission „Enduring Freedom“ 2002 und 2003 in Kuwait stationiert. Über den TEP 90 verfügt die Bundeswehr seit 2008. Er zählt zu den weltweit modernsten Dekontaminationssystemen.

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16. März, 9:35 Uhr: Cäsium und Jod in Leitungswasser in Fukushima

Cäsium und Jod seien im Leitungswasser in der Präfektur Fukushima nachgewiesen worden, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf örtliche Behörden. Dies habe keine Auswirkungen auf die Gesundheit, hieß es.

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16. März, 9:30 Uhr: Japan schickt tausende Reservisten ins Katastrophengebiet

Japans Verteidigungsministerium hat die Entsendung von tausenden Reservisten in das Erdbeben- und Tsunamigebiet im Nordosten der Hauptinsel Honshu angekündigt. Rund 6400 Reservisten würden zur Verstärkung der 70.000 Soldaten entsandt, die bereits im Einsatz seien, erklärte das Ministerium am Mittwoch in Tokio. Insgesamt sollen 100.000 reguläre Soldaten bei den Rettungs- und Aufräumarbeiten helfen. Das sind rund 40 Prozent der japanischen Streitkräfte.

Durch das Erdbeben der Stärke 9.0 und den anschließenden Tsunami am Freitag waren den neuesten offiziellen Zahlen zufolge 3676 Menschen ums Leben gekommen, 7558 Menschen wurden weiterhin vermisst. Allein in der am stärksten betroffenen Präfektur Miyagi werden 10.000 Tote befürchtet. Infolge des Erdbebens und der dadurch ausgelösten schweren Unfallserie im Atomkraftwerk Fukushima 1 wurden rund 556. 000 Menschen in Sicherheit gebracht. Mehr als eine Million Gebäude und Haushalte haben weiterhin keinen Strom oder fließendes Wasser.

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16. März, 8:55 Uhr: Leichte Entspannung in Reaktor 2

Im Reaktor zwei des japanischen Atomkraftwerks Fukushima I gibt es nach Angaben des Betreibers eine gewisse Entspannung. Der Druck sei zurückgegangen und die Temperaturen hätten sich stabilisiert, teilte der Energiekonzern Tepco am Mittwoch mit. Die Lage im Reaktor vier nannte das Unternehmen dagegen „nicht so gut“. Priorität habe derzeit allerdings die Situation im Reaktor drei.

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16. März, 8:50 Uhr: Toyota nimmt Produktion teilweise wieder auf

Der Autobauer Toyota Motor nimmt die wegen der Erdbebenkatastrophe still gelegte Produktion zum Teil ab Donnerstag wieder auf. Die Bänder in einigen Werken zur Herstellung von Autoteilen sollten wieder anlaufen, teilte der Weltmarktführer mit. Die eigentliche Autoproduktion in seinen zwölf Fabriken bleibe aber unterbrochen, sagte ein Sprecher.

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16. März, 7.30 Uhr: Soldaten sollen Wasser auf Reaktor abwerfen

Soldaten bereiten sich darauf vor, Wasser mit Hilfe von Hubschraubern auf den Reaktor 3 des Atomkraftwerks Fukushima abzuwerfen. Das berichtet der Fernsehsender NHK. Damit sollen die Brennstäbe gekühlt werden.

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16. März, 5:30 Uhr: Franzosen sollen Japan verlassen

Frankreich fordert seine Bürger in Tokio auf, das Land zu verlassen oder sich nach Südjapan zu begeben. Man habe die Air France gebeten, bei der Evakuierungsaktion zu helfen. Zwei Maschinen seien bereits auf dem Weg.

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16. März, 5:25 Uhr: Tepco will Straße zum AKW bauen

Der AKW-Betreiber Tepco versucht nach Angaben der japanischen Atombehörde, eine Straße zum Reaktor 4 zu bauen, damit Feuerwehrfahrzeuge den Meiler erreichen können.

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16. März, 5:10 Uhr: Südkorea liefert tonnenweise Bor

Südkorea will einen Teil seiner Reserven des Halbmetalls Bor nach Japan schicken, um damit die beschädigten Atomreaktoren in Fukushima zu stabilisieren. Die Chemikalie absorbiert Neutronen, verlangsamt die Kernspaltung und soll die Reaktoren so zusätzlich abkühlen. Südkorea werde auf Bitten Japans 52 Tonnen Bor in das Nachbarland schicken, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Seoul am Mittwoch. Die Chemikalie, die mit Meerwasser gemischt wird, soll in den nächsten Tagen per Schiff geliefert werden.

Neben Bor wollen südkoreanische Ölgesellschaften dringend benötigte Produkte wie Benzin, Diesel und Kerosin nach Japan schicken, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Unternehmen wie S-Oil und SK Energy hätten entsprechende Bitten aus Japan erhalten, nachdem zahlreiche Raffinerien des Landes wegen des schweren Erdbebens vorläufig den Betrieb eingestellt hätten.

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16. März, 5 Uhr: Neues Beben in Tokio

In Tokio ereignet sich erneut ein Erdbeben. Gebäude wanken.

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16. März, 4:30 Uhr: Strahlenbelastung wieder gesunken

Die Anordnung zur Evakuierung des AKW Fukushima wird nach Angaben der Atombehörde aufgehoben. Zuvor sei die Strahlung wieder gesunken. Nach wie vor ist der Behörde zufolge unklar, ob der Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 beschädigt ist.

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16. März, 4:15 Uhr: Arbeiter müssen AKW Fukushima verlassen

Wegen des drastischen Anstieges der Strahlenbelastung müssen Arbeiter das Atomkraftwerk Fukushima verlassen, wie die Agentur Kyodo unter Berufung auf die Atombehörde meldet. Auch der Sender NHK berichtet, dass die Arbeiten gestoppt worden seien.

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16. März, 3.40 Uhr: USA sollen bei Kühlung helfen

Die japanische Regierung spricht nach den Worten eines Sprechers mit den US-Streitkräften darüber, bei der Kühlung von Reaktoren zu helfen.

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16. März, 3.20 Uhr: Strahlenbelastung stark angestiegen

Die Strahlenbelastung am Atomkraftwerk Fukushima I stieg kurz nach 2 Uhr (MEZ) der Regierung zufolge stark an. Etwa eine Stunde später sei der Wert wieder gefallen.

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16. März, 2.30 Uhr: Weißer Rauch über Reaktor 3

Nach einem Bericht des Fernsehsenders Fuji TV steigt weißer Rauch über dem Reaktor 3 des AKW Fukushima auf.

(Quellen: rtr/afp/dpa/dapd)

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