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Japanische Atomanlage Fukushima Betreiber mit schlechtem Ruf

Der Tepco-Konzern, der das Krisen-AKW betreibt, ist berüchtigt. Schon im Jahr 2002 war er in den Schlagzeilen, als alle seine Atomkraftwerke in einen großen Skandal verwickelt waren.

11.03.2011 22:51
Das Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa. Foto: dpa

Die Atomanlage Fukushima Daiichi gehört dem Energieriesen Tokio Denryoku (Tepco). Dabei handelt es sich Branchenkennern zufolge um das viertgrößte Stromunternehmen der Welt. Die Gesellschaft deckt demnach etwa ein Drittel des gesamten japanischen Energiebedarfs.

Atomkraftkritiker erinnern daran, dass alle AKW dieses Betreibers im Jahr 2002 in einen großen Skandal verwickelt waren. Damals stellte sich heraus, dass 16 Jahre lang Berichte gefälscht und Inspektionen aus Kostengründen verschleppt worden waren.

Alle Tepco-Atomkraftwerke wurden daraufhin heruntergefahren. Die Überprüfung endete im Mai 2003, auch die Anlage Fukushima Daiichi wurde wieder hochgefahren. Das Kernkraftwerk liegt etwa 250 Kilometer von der Millionenstadt Tokio entfernt, unmittelbar am Meer. Das Kühlwasser bezieht die Anlage aus dem Ozean. Sie gehört zu der gleichnamigen Präfektur im Landkreis Futaba. Die nächste Stadt heißt Tomioka.

Insgesamt bedeckt die gigantische Anlage eine Fläche von zirka 3,5 Quadratkilometern. Sie besteht aus sechs Blöcken, zwei weitere sind geplant.

Am 28. März 2007 berichtete das Wall Street Journal, dass die Betreiberfirma Tepco die Inbetriebnahme der Blöcke 7 und 8 um ein Jahr auf das Jahr 2013 beziehungsweise vielleicht sogar auf das Jahr 2014 verschoben habe. Es wurde gemutmaßt, dass damit ein Unfall vertuscht werden sollte.

Fukushima I ist das erste Kernkraftwerk von Tepco. Es wird seit Anfang der 1970er Jahre betrieben. Die ersten beiden Reaktoren wurden noch von General Electric gebaut. Block 3 und 5 wurden von Toshiba, 4 von Hitachi und 6 wieder von General Electric gebaut.

WAA meldet Probleme

Auch die noch weiter nördlich liegende Wiederaufbereitungsanlage (WAA) Rokkasho hatte am Freitag massive Probleme mit der Kühlung. Sie wurde mit Notstrom versorgt.

Dort sollen nach Expertenschätzungen rund 3000 Tonnen hochradioaktiver abgebrannter Brennstoff lagern. Das entspricht demnach in etwa der Menge, die in 25 bis 30 Atomreaktoren gelagert wird. Ohne Kühlung könnten sich die Brennstäbe selbst entzünden hieß es. (FR)

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