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ESC in Baku Meinungsschlacht um den ESC

Im Medienspektakel rund um den Eurovision Song Contest (ESC) ist er so etwas wie die graue Eminenz: Jan Feddersen. Der taz-Redakteur provoziert mit pikanten Aussagen zum Eurovision Song Contest in seinen Blogs.

22.05.2012 20:10
Hans-Hermann Kotte
Die Skyline von Baku. Foto: dpa

Der 54-jährige taz-Redakteur ist Kenner des Musikwettbewerbs, hat Bücher darüber geschrieben und wird immer wieder auch von Journalistenkollegen als Experte angefragt. Beim Thema ESC ist Feddersen zudem auf beiden Seiten unterwegs. Er arbeitet für die taz, steht aber seit einigen Jahren auch auf der Gehaltsliste des deutschen ESC-Veranstalters, des Norddeutschen Rundfunks (NDR).
Für beide bloggt Feddersen aus Baku, wo diesmal der ESC stattfindet. Mit seinen Texten auf taz.de und auf eurovision.de hat er nun im Internet viele empörte Kommentare provoziert.

Grund für den Shitstorm: In der Debatte um Menschenrechte und Pressefreiheit in Aserbaidschan teilt der Journalist in seinen Blogs heftig aus: So bezeichnet er den Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), als „Spaßbremse“. Dabei macht Löning nur seinen Job und kritisiert Missstände. Schließlich geht es um ein Land, das von einem Familienclan nach Gutsherrenart regiert wird. Doch Feddersen will sich die Partylaune nicht verderben lassen.

Lebhafte Debatten

Im Zusammenhang mit der prekären Lage der Schwulen in Aserbaidschan schreibt er von „Gräuelpropaganda“ aus dem Westen. Er regt sich über Journalistenkollegen auf, die „in Sachen Aserbaidschan und seinen eingeschränkten Menschenrechten lediglich ihre Klischees erfüllt sehen“ wollten. Das nerve ihn.


Auch der Medienjournalist und Spiegel-Autor Stefan Niggemeier hat Feddersens eigenartige Einlassungen zur Menschenrechtsdebatte aufgegriffen. Niggemeier betreibt den ESC-Blog bakublog.tv und den Medien-Blog stefan-niggemeier.de. Er stellte ein Zitat aus einem Interview der Hamburger Morgenpost online. Dort wird Feddersen gefragt, was denn die ESC-Sänger zur politischen Lage sagen. Und antwortet: „Für Polit-Sperenzchen haben die meisten Künstler gerade keinen Sinn. Beim Contest entscheidet sich schließlich, ob sie ihren Zenit vor oder schon hinter sich haben.“
Das „Polit-Sperenzchen“-Zitat ist bei Niggemeier fast 120 Mal kommentiert worden.

Ähnlich lebhaft sind die Debatten auf taz.de und eurovision.de. Allerdings sind auch die Feddersen-Kritiker nicht zimperlich: Ihre Vorwürfe reichen von „selbstgefälliger Romantisierung“ über „Dummheit“ bis hin zu „Menschenverachtung“. Und einer der Kommentatoren fragt sich, ob es nicht der ESC-Experte Jan Feddersen ist, der seinen Zenit hinter sich hat.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier ESC
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