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RTL-Dschungelcamp TV-Kritik Hm, lecker Kamelpenis!

Dschungel-Kandidatin Fiona nutzt die Dschungelprüfung, um zu beweisen, dass sie gelegentlich doch etwas isst. Und die Lästereien konzentrieren sich auf B-Promis außerhalb des Camps.

23.01.2013 08:17
Lecker Kamelpenis: Dschungelkandidatin Fiona Erdmann wird auf eine harte Probe gestellt. Foto: RTL

Liebe Klaudia Wick,

ich habe Ihren letzten Brief so verstanden, dass ich mich auf das trübe Niveau zwischenmenschlicher Totalschäden herablassen und mich der aktuellen Kriegsberichterstattung aus dem Dschungel nicht länger verweigern soll. Liebe Leserinnen und Leser, ich hätte Ihnen das gerne erspart, aber wenn die um konstruktive Medienkritik bemühte Frau Wick das so möchte, will ich nicht störrisch erscheinen und teile Ihnen hiermit der Wahrheit verpflichtet mit, dass Olivia Fiona eine Prüfung wünscht, „die ihr endlich mal das Maul stopft“.

Die so genannte Sams-Affäre des Vortags zieht weiter ihre Kreise, Allegra verkündet nach ihrem Auszug via „Bild“, Iris sei „falsch, vulgär und dumm“, und Olivia prophezeit, dass der mageren Fiona – sollte sie zur Dschungelkönigin gewählt werden – die Krone vom Kopf auf den Boden rutschen wird, derweil Iris vermutet, sie – die Krone – werde an Fionas Knochen hängenbleiben.

Okay, es war schon schlimmer. Dafür werden jetzt auch aus rätselhaften Gründen nicht im Camp ansässige „VIPs“ verschärft zu Lästerattackenziele, so im Gespräch zwischen Georgina und Olivia. Sarah Connors Schwester Anna-Maria Lagerblom: „billig, aber nett“. Boris Becker: „die männliche Verona Pooth“. Und so weiter. Außerdem hat Georgina mal das Angebot bekommen, für einen schwulen Fußballer die Freundin zu mimen. Voll toller Job, ist aber nix geworden.

Kalkofe schon lange leid

Fiona indes nutzte die Dschungelprüfung, um zu beweisen, dass sie gelegentlich doch etwas isst, und verspeiste ein gekochtes Stück Kamelpenis (siehe hierzu „Prüfung, die ihr endlich mal das Maul stopft“). So, Schluss jetzt. Om. Ich lass das alles an mir abperlen.

Was nun die Reaktion Oliver Kalkofes auf das Geschehen im Urwald betrifft, Frauenfeindliches bei Facebook, da haben Sie völlig Recht: Nein, so geht’s nicht. Ich bin Kalkofe allerdings schon lange leid. Er unterminiert nicht das Medium Fernsehen, sondern ist mit ihm eine symbiotische Beziehung eingegangen; er hat eine Marktlücke entdeckt, in der Grobes verlangt und von ihm reichlich gegeben wird; er braucht den Trash und zahlt mit Marktanteilen.

Doch täuscht eigentlich der Eindruck, dass Sie, liebe Frau Wick, derzeit viel bei Facebook unterwegs sind? Ich muss ja sagen: In meinem Freundeskreis sind Dschungelkommentare rar gesät, und es posten da keineswegs nur zarte Feingeister, die mit Rilke einschlafen und mit dem Vorsatz der Abendlandrettung aufwachen.

Wenn man hört, dass sieben Millionen Bundesbürger Dschungel gucken, vergisst man ja immer leicht, dass über 70 Millionen es nicht tun. Diese möchte ich selbstlos an meinem Wissen teilhaben lassen: Iris (siehe dazu „falsch, vulgär und dumm“) ist raus. Aber jetzt sagen Sie mal, Frau Wick: Würde Ihnen etwas fehlen, wenn Sie zur Masse der Nichtgucker gehören würden? Gibt es noch irgendetwas am Dschungel, das Sie überrascht? Bitte, motivieren Sie mich.

Ihr Marcus Bäcker

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