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Absturz Germanwings 4U9525 Unberechenbar im Cockpit

Es gibt noch immer viele ungeklärte Fragen über einen möglichen Hintergrund des offenbar vorsätzlich herbeigeführen Absturz. Doch wer den Angehörigen Ehre erweisen will, sollte sich mit Spekulationen zurückhalten. Ein Kommentar.

Die französische Gendamerie stehen um eine Kirche herum, in der die Angehörigen der Opfer trauern können. Foto: dpa

Kann es den Angehörigen einen Hauch von Trost spenden, dass die Germanwings-Passagiere bis kurz vor dem Aufprall nichts geahnt haben sollen? Was bedeutet es andererseits, zu erfahren, dass der Kopilot das Leben eines geliebten Menschen wohl „nur“ auslöschte, weil er sein eigenes beenden wollte?

Es ist verständlich, dass solche Fragen auch Mitfühlende umtreiben. Wer aber den Angehörigen Ehre erweisen will, sollte sich Spekulationen sparen. Es ist richtig, schon jetzt mit Überlegungen zu beginnen, wie so etwas künftig besser verhindert werden kann. Gut möglich, dass es demnächst auch nach der Piloten-Ausbildung psychologische Untersuchungen geben wird. Gut so.

Technikzweifler mag es – so sehr sie mit den Opfern fühlen – beruhigen, dass nicht die Maschine versagt zu haben scheint. Andere sind umso schockierter, weil eine Instanz, der wir zwingend vertrauen, wenn wir fliegen, das Vertrauen derart missbrauchen kann. Aber weder das eine noch das andere wird etwas daran ändern, dass wir – so sehr wir es aus Selbstschutz verdrängen – einer irren Tat überall zum Opfer fallen können. Das ist nicht beruhigend. Aber vielleicht erleichtert uns gerade die Akzeptanz steter Gefahr die Entscheidung, trotz allem weiter auf die Straße zu gehen – oder ein Flugzeug zu besteigen.

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