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Dortmund Strafverfahren nach Bungee-Unfall eingestellt

Vor mehr als sieben Jahren riss das Seil eines Bungee-Springers. Der Mann stürzte vom Dortmunder Fernsehturm in den Tod. Das Strafverfahren gegen den Betreiber der Anlage, Jochen Schweizer, wird nun aber unter Auflagen eingestellt.

21.01.2011 16:11
Jochen Schweizer beim Bungeesprung in Wien. Foto: REUTERS

Der Prozess um den tödlichen Bungee-Sprung vom Dortmunder Fernsehturm ist eingestellt. Wie das Amtsgericht Dortmund am Freitag mitteilte, wird das Strafverfahren gegen den Betreiber der Anlage, Jochen Schweizer, mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft und des Angeklagten eingestellt. Schweizer muss als Auflage 15.000 Euro an das Kinderhospiz Balthasar in Olpe und einen Teil der Gerichtskosten zahlen. Überdies hat er 40.000 Euro an die Angehörigen des Opfers gezahlt. Der Prozess wegen fahrlässiger Tötung hätte am 24. Februar beginnen sollen.

Als Begründung für die Einstellung des Prozesses verwies das Gericht darauf, dass der Vorfall mittlerweile siebeneinhalb Jahre zurückliege. Dies müsse bei einer Verurteilung „erheblich strafmildernd“ berücksichtigt werden. Zudem sind aus Sicht des Vorsitzenden Richters - auch unter Berücksichtigung des Gutachtens eines Sachverständigen - die technischen Zusammenhänge zu dem Vorfall nicht eindeutig geklärt. Die Frage, ob das Seil trotz des hochsommerlichen Wetters benutzt werden durfte, ist nach seiner Einschätzung weiterhin offen. Auch ein Freispruch für den Angeklagten sei deshalb durchaus möglich gewesen.

Schweizer gilt als einer der Pioniere des Bungee-Springens in Deutschland. Bei dem Unfall war am 20. Juli 2003 ein 31-jähriger Mann aus Mommenheim bei Mainz vor den Augen seiner Freunde ums Leben gekommen. Bei dem Sprung vom Fernsehturm war das Bungee-Seil unmittelbar an den Füßen des Mannes gerissen. Er erlitt bei dem Aufprall tödliche Verletzungen. Es handelte sich um den bundesweit ersten tödlichen Zwischenfall beim Bungee-Springen.

Mit der Entscheidung des Amtsgerichts findet ein mehrjähriges Tauziehen um die juristische Aufarbeitung des tödlichen Sturzes ein Ende. Im Mai 2005 hatte das Amtsgericht die Eröffnung einer Hauptverhandlung zunächst abgelehnt, weil nach Ansicht des Gerichts unklar war, welcher Fehler für das Reißen des Bungee-Seils verantwortlich war. Gegen diese Entscheidung hatte jedoch die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt und ein neues Gutachten zu der Unfallursache in Auftrag gegeben. Vor allem auf der Grundlage dieses Gutachtens entschied die 31. Strafkammer des Landgerichts, eine Hauptverhandlung zuzulassen. (dapd)

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