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Dienstwagen der Kirchenspitzen Bischöfe in Dreckschleudern

Die Deutsche Umwelthilfe stellt die Umfrage nach den Fahrzeugen der Kirchenoberhäupter vor.

Ralf Meister
Wie viel Sprit der wohl frisst? Der Hannoversche Landesbischof Ralf Meister im Jahr 2015. Foto: Imago

Allesamt verkünden sie die Bewahrung der Schöpfung, aber nur zwei lassen sich in einem Fahrzeug kutschieren, das den EU-Richtlinien standhält. Das ist das am Mittwoch mitgeteilte Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die alle 27 katholischen Bistümer und 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland nach dem Dienstwagen der jeweiligen Kirchenspitzen befragt hat.

Demnach steht nur der CO2-Ausstoß des VW Golf Variant von Hamburgs Erzbischof Stephan Hese und der Audi A3 Sportback von Dietmar Arends, Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche, im Einklang mit dem EU-Flottengrenzwert von 130 g/km. Die Bistümer Regensburg und Augsburg verweigerten laut DUH auch in diesem Jahr die Auskunft. 2016 schnitt Augsburg am schlechtesten ab, Regensburg hatte bereits die Jahre zuvor die Auskunft verweigert.

Über die übrigen 43 Fahrzeuge der Kirchenhäupter sagt Dorothee Saar, DUH-Leiterin der Abteilung Verkehr und Luftreinhaltung, auf FR-Anfrage: „Faktisch sind sie Dreckschleudern, denn die Richtlinie gibt es ja nicht umsonst.“ Um die Emissionen im Straßenverkehr zu senken, legte die EU für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bereits im Jahr 2009 das aktuell geltende Durchschnittsziel von 130 g CO2/km fest. Ab 2020 verschärft sich der zulässige Ausstoß sodann noch einmal auf 95 g CO2/km.

Die DUH kritisiert besonders, dass von den 45 Fahrzeugen der Kirchenoberhäupter 29 Dieselwagen sind. Barbara Metz, stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin, sagte: „Es ist überaus erschreckend, dass auch in der aktuellen Umfrage noch immer auf Klimakiller gesetzt wird und obendrein noch über die Hälfte der Befragten mit einem Diesel unterwegs ist.“ Dabei seien die hochmotorisierten Diesel „wahre Spritschlucker, ganz und gar nicht klimafreundlich und bewiesenermaßen auch gesundheitsschädlich“.

Laut der siebten DUH-Fahrzeugumfrage unter deutschen Kirchenspitzen ist der Diesel des Hannoverschen Landesbischofs am klimaschädlichsten. Unter den Benziner schneidet der Dienstwagen von Präses Annette Kurschus aus der Evangelischen Kirche von Westfalen am schlechtesten ab.

Entsprechend forderte die DUH die Kirchenoberhäupter auf, bei der Wahl ihres Dienstwagens auf saubere, spritsparende, emissionsarme und nicht gesundheitsschädliche Antriebsarten zu setzen. „Gerade die Kirchen tragen eine gesellschaftliche Verantwortung zur Bewahrung der Schöpfung und sollten entsprechend auch bei der Wahl ihres Dienstwagens eine Vorbildfunktion ausüben“, sagte Metz.

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