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„Derrick“-Schauspieler Horst Tappert Mitgliedschaft in Waffen-SS bestätigt

Als Oberinspektor „Derrick“ brachte es Horst Tappert einst zu Weltruhm. Jetzt kommt eine bisher unbekannte Seite des Kult-Schauspielers ans Licht.

29.04.2013 15:30
"Derrick"-Darsteller Horst Tappert war Mitglied der Waffen-SS. Foto: dpa

Der Schauspieler Horst Tappert („Derrick“) ist nach Behördenangaben während der Nazi-Zeit Mitglied der Waffen-SS gewesen. Das belege eine Kartei bei der Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht (WASt) in Berlin, sagte eine Sprecherin der zuständigen Aufsichtsbehörde am Montag der Nachrichtenagentur dpa.

Tapperts Sohn habe die Kartei nun freigegeben, sagte der Leiter der WASt, Hans-Hermann Söchtig, der dpa. Die Angaben in der Kartei wollte er nicht kommentieren.

Aus den Angaben geht hervor, dass Tappert zu den Truppenteilen SS-Flak-Ersatzabteilung Arolsen und 14./SS Panzergrenadierregiment 1 „Totenkopf“ gehörte. Wann er in die Waffen-SS eintrat, ist nicht angegeben. Als Mitglied des „Totenkopf“-Regiments wurde Tappert am 22. März 1943 gemeldet. Der Eintrag hing mit einer Verwundungsmeldung zusammen. Tappert wurde damals in Wolkowo als leicht verletzt registriert. Er wurde danach in Lazarette in Poltawa, Lublin und Wien verlegt. Damals hatte er den Dienstgrad SS-Grenadier.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte am Freitag unter Berufung auf den Solinger Soziologen Jörg Becker berichtet, der 2008 gestorbene Tappert habe in der Nazi-Zeit der Waffen-SS angehört. Als Reaktion auf Berichte über den ehemaligen Derrick-Darsteller hat der niederländische Fernsehsender Max die deutsche Krimi-Serie „Derrick“ aus dem Programm genommen. „Wir werden keinen Schauspieler ehren, der so über seine Vergangenheit gelogen hat“, begründete Senderdirektor Jan Slagter im niederländischen Radio. Laut FAZ hatte Tappert behauptet, im Zweiten Weltkrieg Sanitäter gewesen zu sein.

Als Gentlemen-Kommissar hatte Tappert seine Fans 23 Jahre lang in seinen Bann gezogen. Die Krimiserie aus München flimmerte in mehr als 100 Ländern über die Bildschirme, darunter Italien, Frankreich, Australien und sogar Japan. (dpa)

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