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Daniel Küblböck Suche nach Küblböck eingestellt

3. UpdateDie kanadische Küstenwache stellt die Suche nach dem vermissten Daniel Küblböck ein. Der Sänger soll auf einer Kreuzfahrt über Bord gegangen sein. Seine Familie hofft auf „ein Wunder“.

09.09.2018 15:06
Daniel Küblböck
Daniel Küblböck im Jahr 2015. Foto: dpa

Die kanadische Küstenwache hat die Suche nach dem in der Labrador See vermissten deutschen Sänger Daniel Kaiser-Küblböck eingestellt. Das teilte der Sprecher der Küstenwache im kanadischen Halifax, Mark Cough, am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit. Insgesamt vier Schiffe und zwei Flugzeuge hätten 80 Stunden lang eine Fläche von 1227 Quadrat-Seemeilen abgesucht. „Leider wurde kein Anzeichen von Herrn Küblböck gefunden“, sagte Cough. Wegen der kurzen Überlebenszeit in dem kalten Wasser sei die schwere Entscheidung getroffen worden, die Suche einzustellen.

Der 33-Jährige war nach Angaben des Anbieters Aida Cruises bei einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York am Sonntagmorgen (Ortszeit) in der Labrador See, ungefähr 100 Seemeilen (etwa 185 Kilometer) nördlich von St. John‘s/Neufundland, über Bord gegangen. Die Wassertemperatur betrage dort etwa 10,5 Grad, hieß es. Ohne Hilfe liege die Überlebenschance bei nur wenigen Stunden.

Es gebe Grund zu der Annahme, dass der inzwischen als Daniel Kaiser-Küblböck auftretende Sänger und Entertainer („Deutschland sucht den Superstar“) absichtlich gesprungen sei. „Das ist unsere Vermutung“, sagte Aida-Sprecher Hansjörg Kunze der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Nach Durchsagen und einem Kabinencheck sei festgestellt worden, dass Kaiser-Küblböck verschwunden sei. Er war privat an Bord des Kreuzfahrtschiffes. 

Die Familie von Kaiser-Küblböck gibt die Hoffnung nicht auf: „Wir denken mit all unserer Kraft und Liebe an Daniel und hoffen auf ein großes Wunder“, heißt es in einer Stellungnahme, die Angehörige und enge Freunde auf der Internet-Seite des 33-Jährigen veröffentlichten.

Rätselhafter Instagram-Account 

Unterdessen sorgt ein Instagramm-Account  mit dem Namen „rosa_luxem“ für Schlagzeilen, der möglicherweise auf Küblböck zurückgehen könnte. Demnach sei vor rund einer Woche erstmals ein Post veröffentlicht worden. Zu sehen sind mehrere Selfies, die Daniel Küblböck geschminkt und als Frau in Bord der Schiffskabine zeigen. In der Profilbeschreibung des Accounts steht unter anderem „Künstlerin | Schauspielerin | Transexuell“. Der Münchner „Merkur“ berichtet, der Account könnte eine Art Outing von Daniel Küblböck sein.  

Daniel Küblböck wurde durch DSDS bekannt

Kaiser-Küblböck, geboren im bayerischen Hutthurm, wurde 2002/2003 bekannt, als er an der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ teilnahm und Dritter wurde. 2014 bewarb er sich vergeblich mit dem Lied „Be A Man“ um die Teilnahme am Eurovision Song Contest in Kopenhagen. Zuletzt nahm er 2015 als Kandidat an der achten Staffel der RTL-Show „Let‘s Dance“ teil. Er machte eine Schauspielausbildung am Europäischen Theaterinstitut in Berlin. Zuletzt lebte Kaiser-Küblböck in Berlin und Palma de Mallorca.

Die kanadische Küstenwache leitete eine groß angelegte Suchaktion ein, an der ein Hubschrauber und ein Aufklärungsflugzeug sowie neben der Aidaluna ein weiteres Kreuzfahrtschiff, die MS Zuiderdam (Holland America Line), und später auch zwei Schiffe der Küstenwache beteiligt waren. Die Suche verlief bis zum späten Abend erfolglos. „Wir werden die Suche nach Daniel auch über Nacht fortsetzen“, teilte ein Sprecher der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die beiden Kreuzfahrtschiffe und eines der beiden Küstenwachen-Boote verließen die mutmaßliche Unglücksstelle nach Einbruch der Dunkelheit. Über Nacht suchte nur ein Schiff der Küstenwache weiter. Bei Tageslicht am Montag war ab etwa 7.00 Uhr Ortszeit (13.00 Uhr MESZ) auch wieder Unterstützung aus der Luft dabei.

Küblböck war sich seiner polarisierenden Wirkung schon als junger Künstler bewusst. Alles, was er mache, spalte, sagte er 2004 nach der Aufführung des halbdokumentarischen Films „Daniel, der Zauberer. „Aber ich glaube, das macht mich aus.“ Doch seine Dauerpräsenz in vielen Medien, die ihn als schrille Figur präsentierten, bot ihm die Chance für eine jahrelange Karriere als Sänger, Entertainer und Kandidat in Casting-Shows. Er sammelte auch diverse Auszeichnungen und Goldene Schallplatten ein.

Selbst ungeplante Zwischenfälle steigerten seinen Ruf als bizarre Gestalt mit Unterhaltungswert. In die Schlagzeilen geriet Küblböck etwa, als er 2004 am Steuer eines Autos einem Lastwagen die Vorfahrt nahm und dabei schwer verletzt wurde. Küblböck, der damals noch keinen Führerschein hatte, wurde in einem Prozess zu einer Geldstrafe von 25 000 Euro und acht Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. In den vergangenen Jahren war es dann ruhig um Kaiser-Küblböck geworden. (dpa)

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