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Dänemark Fischquälerei für Verbraucherschutz

Für zwölf Guppys endete im Dänischen Fernsehen die Begegnung mit etwas Haarshampoo tödlich - dafür ist nun eine Journalistin verurteilt worden. Von Hannes Gamillscheg

Geringe Mengen gewisser Shampoozusätze im Wasser können auch für Fische gefährlich sein. Für zwölf Guppys endet ein Experiment einer dänischen Journalistin tödlich (Symbolbild). Foto: wikipedia/public domain

Für zwölf Guppys endete im Dänischen Fernsehen die Begegnung mit etwas Haarshampoo tödlich - dafür ist nun eine Journalistin verurteilt worden. Der Richter in Kopenhagen sprach Lisbeth Kølster, Redakteurin des Verbrauchermagazins Kontant, der Tierquälerei schuldig. Nur weil von der Sendung bis zum Urteil ungebührliche viereinhalb Jahre verstrichen, entging sie einer Strafe.

Um Verbraucher vor den negativen Wirkungen zu warnen, hatte Kølster vor der Kamera demonstrieren wollen, wie schädlich gewisse Shampoozusätze sind. Sie fügte dem Wasser in drei Aquarien minimale Mengen Shampoo bei: ein Teil Shampoo auf zwei Millionen Teile Wasser - so wenig, dass man das Wasser trinken konnte, ohne den Fremdstoff zu schmecken. Dann bevölkerte sie die Becken mit je einem Dutzend Fischlein.

In zwei der Aquarien, die mit schadstofffreien Mitteln versetzt waren, schwammen die Guppys noch nach Tagen putzmunter umher. Im dritten waren alle tot; dort hatten die Tester ein Terva-Shampoo beigefügt, das Zinkpyrithion enthält, ein Stoff, der als Schiffsfarbe höchst umstritten, als Haarschutzmittel aber erlaubt ist.

Opfer der Aufklärung

Die Sendung habe die Konsumenten zu mehr Vorsorge ermuntern sollen, sagt Kølster, "manchmal braucht es im Fernsehen einen Augenöffner". Was schmieren wir in unser Haar? Was spülen wir ins Abwasser? Die toten Fische waren wirkungsvoller als dicke Rapporte und bekümmerte Wissenschaftler.

Apotheken und Drogerien warfen Terva aus den Regalen. Unter Verbrauchern, Friseuren und Produzenten stieg sprunghaft das Interesse an harmlosen Alternativen. Doch ein Tierarzt fand nicht, dass der Zweck die Mittel heilige, erstattete Anzeige und bekam Unterstützung von Tierschützern: Sie warfen den Fernsehmachern unnötige Brutalität vor.

"Wir sahen die Guppys als so niedrig stehende Tiere an, dass wir meinten, sie opfern zu können", rechtfertigte sich die Journalistin. Sie habe zeigen wollen, dass "auch vollauf legale Chemikalien höchst gefährlich" sein könnten. Das hätte sie mit harmlosen Methoden auch tun können, befand der Richter und fällte den Schuldspruch wegen Tierquälerei.

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