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"Costa Concordia" Hartes Urteil gegen Schettino bestätigt

Ein Gericht verurteilt den Kapitän der verunglückten "Costa Concordia", Francesco Schettino, in zweiter Instanz zu mehr als 16 Jahren Haft.

«Costa»-Kapitän Francesco Schettino. Foto: REUTERS

Den Richterspruch erwartete Francesco Schettino dieses Mal lieber daheim, in seinem Haus in Meta di Sorrento südlich von Neapel. Seine Anwälte übermittelten ihm die schlechte Nachricht am Telefon, nachdem das Berufungsgericht in Florenz am Montagabend das Urteil gegen den Ex-Kapitän der Costa Concordia bestätigt hatte: Es bleibt bei 16 Jahren Haft. Schettinos Hoffnung auf einen Freispruch, auf den seine Verteidiger plädiert hatten, erfüllte sich nicht. Aber das Strafmaß wurde auch nicht auf 27 Jahre und drei Monate erhöht, wie es die Staatsanwälte im Berufungsverfahren gefordert hatten. Vorerst wird der 55 Jahre alte Schettino wohl weiter auf freiem Fuß bleiben. Denn er könnte in letzter Instanz nun noch das höchste italienische Gericht, das Kassationsgericht in Rom anrufen. Erst nach dessen Entscheidung würde das dann Urteil rechtskräftig.

Der frühere Kommandant der Costa Concordia war im Februar 2015 in erster Instanz im toskanischen Grosseto unter anderem der fahrlässigen Tötung und des vorzeitigen Verlassens seines Schiffes für schuldig befunden worden. Das mit mehr als 4.200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern besetzte Kreuzfahrtschiff war im Januar 2012 vor der toskanischen Insel Giglio auf einen Felsen gelaufen und kenterte. 32 Menschen starben bei dem Unglück. Das Gericht erklärte in der Urteilsbegründung, diese Opfer hätte es nicht gegeben, wenn der Kapitän das Rettungsmanöver mit Sachverstand und Sorgfalt ausgeführt hätte. Schettino hatte die Rettung von Land aus verfolgt. Er gab an, er sei in ein Rettungsboot gerutscht und habe es dann nicht mehr geschafft, zurück an Bord seines Schiffes zu gelangen.

Die Staatsanwaltschaft wie auch Schettinos Anwälte hatten Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil eingelegt. Die Verteidiger versuchten das Gericht in Florenz zu überzeugen, dass im ersten Prozess die Mitschuld der Offiziere und des Steuermanns der Costa Concordia wie auch der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere nicht genügend in Betracht gezogen worden sei. Die Berufungsrichter erkannten diese Argumentation offensichtlich nicht an.

Im Gegensatz zum ersten Prozess, wo Schettino zu fast allen Verhandlungstagen erschien, blieb er dem einmonatigen Berufungsverfahren fern. Er trat auch nicht mehr in der Öffentlichkeit auf und gab keine Interviews, mit denen er in der Vergangenheit regelmäßig für Schlagzeilen gesorgt hatte. Schettino war nach dem Unglück als „Kapitän Feigling“ verspottet worden.

 

 

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