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Buchtipp Unter Hühnern

Die Schauspielerin Isabella Rossellini lebt mit einer Vielzahl Hühnern, die sie sich per Post schicken ließ, auf einer Farm auf Long Island. Jetzt hat sie ihren gefiederten Freunden ein ganz besonderes Buch gewidmet.

Isabella Rossellini
Schauspielerin Isabella Rosselini umgibt sich auf ihrer Farm mit Hühnern, Schafen, Truthähnen und Bienenvölkern. Foto: rtr

Hühner haben zwar ein kleines Gehirn, sind aber ganz schön schlau. Sie können einzelne Menschen erkennen, schließen Freundschaften, können in gewisser Weise zählen und verständigen sich mit besonderen Warnrufen. Hühner sind also ganz schön interessant. Zu dieser Erkenntnis kann man kommen, wenn man ein Buch von Isabella Rossellini liest.

„Meine Hühner und ich“ heißt es und ist gerade beim Verlag Schirmer/Mosel erschienen. Darin porträtiert die Schauspielerin und Filmemacherin die Tiere der Rasse Heritage Chicken Breeds, die sie auf ihrer Farm auf Long Island züchtet. Online bestellt und per Post in einer Schachtel geliefert.

Die Tochter der berühmten Schauspieler Ingrid Bergman und Roberto Rossellini hat nicht nur einen Uniabschluss in Verhaltensforschung, sie interessiert sich auch sehr für die Tierzucht. Hühner sind nur die neuesten Gefährten auf ihrer Farm. Da wären noch Schafe, Truthähne und Bienenvölker. Außerdem zieht die 64-Jährige dort ihr eigenes Biogemüse hoch.

Für das aufwendig gestaltete Büchlein hat ein Freund, der Fotograf Patrice Casanova, die bunt-gefiederten Hühner des Hofs einzeln wie Fotomodels vor einer weißen Leinwand porträtiert. Vom kleinen Küken bis zur großen Henne. In seinen Bildern zeigt sich die Vielfalt der Tiere, die nichts mit den schlichten, weißen Suppenhühnern gemein haben. Manche sind grau, andere golden oder schwarz. Es gibt kurzgefiederte und welche mit wilden Frisuren.

Die Tiere, die sich nicht ablichten lassen wollten, hat Isabella Rossellini selbst gezeichnet. In kurzen Anmerkungen beschreibt sie die Eigenheiten der Hühner, die sie genau zu kennen scheint. Ein Haubenhuhn hat die Tierliebhaberin Andy Warhol genannt, wegen dessen Kopfschmuck – einem weißen Federafro. Ein anderes der Rasse Welsumer erinnere sie an Amelia Earhart, „weil sie sich furchtlos in Abenteuer stürzt, wie die Flugpionierin“, steht neben einem Foto, auf dem das Huhn durch Rossellinis Landhaus streift. Das Tier marschiert offenbar auf eigene Faust durch die Gegend. „Ich habe sie auf meinem Sofa entdeckt und auf meinem Schreibtisch.“

Wer sich nicht so gut mit Hühnern und der Hühnerzucht auskennt, kann in Isabella Rossellinis kommentiertem Bilderbuch viel lernen. Sie erklärt die Geschichte des Haushuhns, wie die Domestizierung des Tiers funktionierte und was Prägung ist. Mit wenigen Worten und oft mit einem Augenzwinkern. So ist „Meine Hühner und ich“ ein witziges und sehr persönliches Geschenkbuch geworden.

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