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Brittany Maynard Sterbehilfe Dem Tumor zuvor gekommen

Die schwer krebskranke US-Amerikanerin Brittany Maynard hat wie angekündigt ihr Leben beendet. Die Entscheidung der 29-Jährigen dürfte der Debatte um das Recht auf selbstbestimmtes Sterben in den USA neuen Auftrieb geben.

Brittany Maynard Ende 2013 zusammen mit ihrem Hund "Charlie". Foto: dpa

Sie starb so, wie sie es sich gewünscht hatte: selbstbestimmt. „Heute ist der Tag, den ich gewählt habe, um angesichts meiner unheilbaren Krankheit in Würde dahinzuscheiden, dieser schreckliche Gehirntumor, der mir so viel genommen hat .... aber der mir so viel mehr genommen hätte“, schrieb Brittany Maynard am Samstag auf Facebook: „Lebewohl an all meine lieben Freunde und die Familie, die ich liebe.“ Dann nahm sie die Pillen, die ihr vom Arzt verschrieben worden waren, und starb friedlich im Kreise ihrer Familie.

Der Fall der 29 Jahre alten Frau hat in den vergangenen Wochen die Öffentlichkeit in den USA tief bewegt. Ihre Entscheidung dürfte jetzt der Debatte um das Recht auf selbstbestimmtes Sterben neuen Auftrieb geben.

Brittany Maynard litt an einem unheilbaren Gehirntumor. Im April hatten ihr die Ärzte gesagt, sie habe nur noch sechs Monate zu leben. Die Angst vor den Schmerzen und der Hilflosigkeit war offenbar größer als die Angst vor dem Tod. Deswegen entschloss sich Maynard, von Kalifornien nach Oregon zu ziehen. Das ist einer von fünf US-Bundesstaaten, im dem seit 17 Jahren Sterbehilfe erlaubt ist.

Die junge Frau sei überzeugt gewesen, dass es allen todkranken Menschen in den USA erlaubt sein müsse, selbst zu entscheiden, wann das Leben zu Ende gehen soll, heißt es im Nachruf der Familie, der auf der Webseite Maynards veröffentlicht wurde.

Selten debattiertes Thema

Brittany Maynard habe fest daran geglaubt, dass die Freiheit in der Wahlmöglichkeit liege. In den vergangenen Monaten hatte sie in zahlreichen Videobotschaften und Interviews für ärztlich beaufsichtigte Sterbehilfe geworben.

Wissenschaftler erklärten, Maynards Entscheidung werde die Debatte nun auch in anderen US-Bundesstaaten in Bewegung bringen. Brittany Maynard sei eine junge Frau gewesen, die Interesse für ein in ihrer Generation selten debattiertes Thema geweckt habe, schrieb der Medizinethiker Arthur Caplan aus New York. Üblicherweise sei die Frage des selbstbestimmten Todeszeitpunkts eine Sache der älteren Generation. So liege das Durchschnittsalter der Menschen, die in Oregon Sterbehilfe in Anspruch nehmen, bei 71 Jahren.

Die Sterbehilfe-Organisation „Compassion & Choices“, die Brittany Maynard bis zu ihrem Tod begleitete, will das Recht auf den selbstbestimmten Tod nun in weiteren sieben US-Bundesstaaten durchsetzen. Kritiker der Sterbehilfe wie der Arzt Ira Byock aus dem Bundesstaat Rhode Island sagten dagegen, es sei schon oft vorgekommen, dass Menschen Sterbehilfe in Anspruch genommen hätten, die nicht todkrank gewesen seien.

Auch Umfragen bringen keine Klarheit. Nach einer Erhebung des Gallup-Instituts aus dem vergangenen Jahr sagten zwar etwa 70 Prozent der Amerikaner, Ärzte sollten das Recht bekommen, das Leben von todkranken Patienten schmerzfrei zu beenden. Doch nur 51 Prozent waren der Ansicht, dass Ärzten Hilfe zum Suizid erlaubt werden sollte.

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