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Brandkatastrophe in London Regierung wehrt sich gegen Kritik

Die britische Regierung wehrt sich nach der Brandkatastrophe in London gegen Vorwürfe, in Hochhäusern nicht für ausreichende Sicherheit gesorgt zu haben. Die Zahl von 58 Todesopfern könnte noch steigen.

18.06.2017 14:22
Brandkatastrophe in London
Weithin sichtbar: Der ausgebrannte Grenfell Tower in London. Mindestens 58 Menschen starben in dem Gebäude. Foto: TOLGA AKMEN (AFP)

Die britische Regierung hat sich gegen scharfe Kritik nach dem verheerenden Hochhaus-Brand mit mindestens 58 Toten verteidigt. Premierministerin Theresa May hat jedoch bei einem Treffen mit Opfern und freiwilligen Helfern Fehler der Regierung  bei der Reaktion auf das Unglück eingeräumt. Die Unterstützung der Angehörigen, die kurz nach der Katastrophe Hilfe oder Informationen brauchten, sei „nicht gut genug“ gewesen. Für Montag ist eine Schweigeminute für die 58 Todesopfer geplant.

Nach einem ähnlichen Feuer in London im Jahr 2009 habe es Sicherheits-Empfehlungen gegeben, sagte Finanzminister Philip Hammond am Sonntag der BBC. „So weit ich das beurteilen kann, haben wir darauf korrekt und angemessen reagiert.“ Die Opposition wirft der Regierung um Premierministerin Theresa May vor, Ratschläge nach einem Brand im Jahr 2013 ignoriert zu haben.

Die am Grenfell Tower benutzte brennbare Gebäudeverkleidung ist nach Auffassung des britischen Schatzkanzlers in Großbritannien verboten. Die strafrechtliche Untersuchung der Brandkatastrophe in dem Londoner Sozialbau solle nun prüfen, ob es bei der Renovierung des Hochhauses gesetzliche Verstöße gegeben habe, sagte Philip Hammond im BBC-Fernsehen am Sonntag.

Bürgermeister für Abriss alter Hochhäuser

Nach dem Brand des Hochhauses im Stadtteil Kensington waren sowohl die Behörden als auch das zuständige Bauunternehmen in die Kritik geraten. Die erst vor kurzer Zeit angebrachte Verkleidung des Gebäudes soll Berichten zufolge zu der Katastrophe beigetragen haben. 

Nach dem Brand in London sind noch 18 Verletzte im Krankenhaus. Neun davon befanden sich am Sonntag noch in kritischem Zustand, wie die britische Gesundheitsbehörde NHS mitteilte. Bei dem Feuer im Grenfell Tower im Stadtteil Kensington geht die britische Polizei derzeit von mindestens 58 Todesopfern aus. Die Zahl könne aber noch steigen, hieß es.

Nach der Brandkatastrophe bringt der Bürgermeister der britischen Hauptstadt den Abriss von veralteten Gebäuden ins Gespräch. Dies könne bei Hochhäusern aus den 60er und 70er Jahren aus Sicherheitsgründen nötig werden, schrieb Sadiq Khan in einem Beitrag für die Sonntagszeitung „The Observer“. In der Wiederaufbauphase nach dem Krieg seien viele Hochhäuser entstanden, die heutigen Standards nicht mehr entsprächen, so Khan.

Mit einer Schweigeminute an diesem Montag will Großbritannien der Opfer des Hochhausbrandes in London gedenken. Um 11 Uhr Ortszeit (12 Uhr MESZ) soll in allen öffentlichen Gebäuden Stille herrschen, teilte die Regierung  mit.   (rtr/dpa)

 

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