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Blaualgen Es grünt so grün

Auch wenn ihr Name auf anderes schließen lässt – vielerorts verfärbt die Blaualge derzeit Meer und Seen giftig grün. Das passt: Für den Menschen können die Cyanobakterien gefährlich werden.

Blaualgen
Schönes Farbspiel, hässliche Folgen: Erbrechen, Schwindel, Durchfall oder Hautreizungen. Foto: dpa

Auch wenn es am Wochenende ein wenig kühler wird, die Gefahr von Blaualgen im Meer und an der See ist noch nicht gebannt. In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Meldungen über gesperrte Strände oder Seen in ganz Deutschland. 

An der polnischen Ostsee haben polnische Gesundheitsbehörden wegen der giftigen Algenteppiche mehrere Strände für Urlauber gesperrt, immer wieder gab und gibt es in vereinzelte Warnungen vor den Blaualgen. So wurden Blaualgen auch in Berlin gefunden, inzwischen sind die drei Seen wieder freigegeben. Und in Mecklenburg war zum Beispiel der Lankower See bei Schwerin betroffen.

Blaualgen vermehren sich bei großer Hitze

Das Problem: Blaualgen, die eigentlich gar keine Algen, sondern Cyanobakterien sind, vermehren sich bei großer Hitze. Zudem können landwirtschaftliche Einleitungen – etwa Düngemittel – und Abwasser das Wachstum beschleunigen. Da die Ostsee nur einen geringen Wasseraustausch hat, kann das zum Problem werden – für das Ökosystem, weil Fische sterben können, aber auch für den Tourismus. Cyanobakterien können bei Menschen zu Erbrechen, Schwindel, Durchfall und Hautreizungen führen. Im vergangenen Jahr starben sogar Hunde an den Folgen des vermehrten Blaualgen-Wachstums im Tegeler See in Berlin.

Trotz der Meldungen und Warnungen – die Touristen scheint die Gefahr nicht abzuschrecken. „In der Tourismusbranche hat es deswegen bei uns keinen Einbruch gegeben“, sagt Tobias Woitendorf, stellvertretender Geschäftsführer vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern. Man sei voll ausgelastet. „Wir hatten wegen der Temperaturen mit einer größeren Belastung gerechnet“, so Woitendorf. Blaualgen kämen immer mal wieder vor. „Aber sie verschwinden oft genauso schnell wieder, wie sie aufgetaucht sind.“ Denn je nach Windrichtung, Temperatur und Regen können die grünen Teppiche sich in kurzer Zeit wieder auflösen.

Auch Barbara Hentzsch vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde kann nicht bestätigen, dass es in diesem Jahr mehr Blaualgen an der Ostsee gibt, als im Jahr zuvor.

Nur weil sich das Wasser grün verfärbt, muss es sich längst nicht um Blaualgen handeln. Liegt jedoch ein Verdacht vor, stellen die Landkreise Warnschilder auf. Das war vorvergangene Woche zum Beispiel in Lubmin im Landkreis Vorpommern-Greifswald der Fall. Es habe sich aber herausgestellt, dass es sich nicht um Blaualgen handle, erklärt der Landkreissprecher Achim Froitzheim. Bei offiziellen Badestränden wird das Wasser regelmäßig überprüft. Allein in Vorpommern-Greifswald gibt es 60 solcher Badestellen.

Die hohen Temperaturen begünstigen auch andere Bakterien oder Parasiten. So treten Zerkarien, kleine Larven, die die Haut durchbohren, ebenfalls bei Wassertemperaturen über 20 Grad auf. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern hat zudem vor Vibrionen in der Ostsee gewarnt. Gefährdet von den Bakterien sind aber nur bestimmte Personengruppen. Bislang ist ein Todesfall bekannt.

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