Lade Inhalte...

Blaualgen Das sind die Übeltäter

Blaualgen können bei empfindlichen Menschen Brechreiz und Hautreizungen auslösen.

Tote Fische
Fischsterben in Florida, ausgelöst durch die gewaltige Algenblüte. Foto: afp

Bakterien, wie sie vor Floridas Küste die „Red Tide“ auslösen, treiben ihr Unwesen auch in hiesigen Gewässern – vor allem, wenn es sehr warm ist. Blaualgen heißen die Übeltäter, die allerdings im biologischen Sinne gar keine Algen sind, sondern Bakterien ohne Zellkern, wissenschaftlich: Cyanobakterien. Zu einer explosionsartigen Vermehrung der Blaualgen – einer „Algenblüte“ – kommt es, wenn übermäßig viele Nährstoffe ins Wasser gelangt sind, etwa durch die Abschwemmung von überdüngten Agrarflächen oder aus Kläranlagen, und wenn die Wärme die Vermehrung zusätzlich anregt. Es bilden sich mehr oder minder dichte Blaualgen-Teppiche auf dem Wasser, die, anders als der Name vermuten lässt, meist giftgrün schimmern.

Die Blaualgen produzieren Giftstoffe (Toxine), die bei Algenblüten für Tiere lebensgefährlich sein können, wenn diese verseuchtes Wasser trinken. Bekannt sind solche Fälle von Enten, Hunden und Rindern. Menschen können mit Hautreizungen, beim Verschlucken auch mit Übelkeit und Erbrechen reagieren. Bei empfindlichen und geschwächten Menschen ist Vorsicht geboten, auch Kinder sollten von den Algenteppichen ferngehalten werden.

In diesem Jahr mussten in Deutschland eine ganze Reihe Seen wegen Blaualgen-Blüten gesperrt werden, an der polnischen Ostseeküste auch ganze Strandabschnitte. Durch die kühlere Witterung hat sich die Lage allerdings entspannt.

Zur „Roten Flut“ vor Florida kommt es, weil dort die Blaualgen unter Nutzung des Nährstoffs Stickstoff aus dem Wasser organische Verbindungen bilden, die wiederum von den zum Phytoplankton gehörenden Dinoflagellaten der Art „Karenia brevis“ aufgenommen werden. Diese Einzeller vermehren sich in der Folge ebenfalls schnell. Folge ist eine rote Algenblüte, die  mehrere Quadratkilometer Meeresoberfläche belegen kann.

Die Dinoflagellaten färben die Wasseroberfläche nicht nur rötlich, sie emittieren auch in Gaswolken gefährliche Neurotoxine. Fische, Delfine, Wale oder Seekühe, die sich dort aufhalten, sterben. Werden die Gase an Land getrieben, kann das beim Menschen die Schleimhäute reizen und Atemprobleme auslösen. Wer Fisch isst, der das Nervengift aufgenommen hat, muss mit Lähmungen und Gedächtnisstörungen rechnen.

Auslöser für die rote Flut können allerdings auch gewaltige Staubwolken aus der Sahara sein, wie die Deutsche Stiftung Meeresschutz schreibt. Dies habe eine von der Nasa finanzierte Studie der Universität Florida gezeigt.

Staubwolke aus Afrika

Die Sandkörnchen enthalten Eisen, und immer wenn eine der Staubwolken bei Ostwind im Golf von Mexiko vor der Küste Floridas im Meer niedergeht, steigt dort laut Nasa die Eisenkonzentration an – einer der Auslöser für die Vermehrung von „Karenia brevis“.

Die Forscher konnten so den Weg einer Staubwolke verfolgen, die am 17. Juni 1999 von Afrika aus Richtung Osten getrieben worden war und bereits am 1. Juli West-Florida erreichte. Bis Oktober stieg der Gehalt organischer Stickstoffverbindungen im Meerwasser auf das Dreifache, und es entwickelte sich eine gewaltige Algenblüte, die sich über fast 13 000 Quadratkilometer von Tampa Bay bis nach Fort Myers erstreckte.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen