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Berlin Haftbefehl nach tödlichem Autorennen

Gegen den mutmaßlichen Todesfahrer des illegalen Autorennens am Berliner Kadewe ergeht ein Haftbefehl wegen Totschlags. Zivilfahnder haben den 27-jährigen inzwischen festgenommen.

01.03.2016 16:49
Fahrzeugteile wurden bei dem Unfall teils dutzende Meter weit geschleudert. Foto: dpa

Gegen den mutmaßlichen Todesfahrer des illegalen Autorennens am Berliner Luxuskaufhaus Kadewe ist ein Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden. Zielfahnder der Polizei verhafteten den 27-jährigen Mann am Dienstag gegen 11.45 Uhr im Stadtteil Moabit, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Er stehe unter dem Verdacht, bei der Raserei am 1. Februar «billigend in Kauf genommen zu haben, dass eine Person zu Tode kommen könnte». Der 27-Jährige sitzt nun in Untersuchungshaft, weil Fluchtgefahr besteht. Bei dem Rennen war ein unbeteiligter 69-jähriger Autofahrer tödlich verletzt worden.

Für Totschlag liegt die Strafe bei mindestens fünf Jahren Gefängnis. Dabei geht die Justiz von einem sogenannten bedingten Tötungsvorsatz aus. Der Strafrahmen für fahrlässige Tötung, wie der Vorwurf sonst häufig bei tödlichen Verkehrsunfällen lautet, bewegt sich zwischen Geldstrafen, Bewährungsstrafen und Gefängnis bis zu fünf Jahren.

Der damals 26-jährige Mann und ein 24-jähriger Freund von ihm sollen mit ihren Sportwagen mit «weit über 100 Stundenkilometern» durch die Innenstadt im Westteil Berlins gefahren sein und mehrere rote Ampeln missachtet haben. Beim Zusammenstoß auf der Tauentzienstraße sei das Auto des Opfers etwa 70 Meter weit geschleudert worden.

Die beiden Fahrer wurden nach dem Autorennen festgenommen, aber kurz darauf wieder freigelassen. Einer der beiden polizeibekannten mutmaßlichen Täter hatte seinen Führerschein erst seit 2014.

In den vergangenen Wochen wurden immer wieder gefährliche verbotene Rennen bekannt. In der Nacht zu Dienstag wurden in Berlin-Moabit zwei unbeteiligte Menschen in einem Taxi verletzt. Zwei Autofahrer hatten sich ein Rennen geliefert, einer der Wagen stieß an einer Kreuzung mit dem Taxi zusammen - die Raser fuhren nach dem Unfall weiter.

In Köln, wo 2015 drei Menschen bei illegalen Autorennen starben, wurden im Januar zwei junge Männer wegen eines ähnlichen Unfalls verurteilt. Die beiden waren in der Innenstadt ein Rennen gefahren. Einer missachtete mit 115 Kilometern pro Stunde eine rote Ampel und rammte ein Taxi. Ein Fahrgast starb. Das Amtsgericht verurteilte die Raser wegen fahrlässiger Tötung zu Jugendstrafen von 16 und 12 Monaten auf Bewährung.
Zwei weitere junge Männer stehen seit Mitte Februar in Köln wegen fahrlässiger Tötung bei einem mutmaßlichen illegalen Autorennen vor Gericht. Laut Anklage rammte einer der von ihnen mit seinem Wagen eine 19-jährige Radfahrerin. Sie starb an ihren Verletzungen. (dpa)

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