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Berlin Auch Pandas haben Jetlag

Nach einem 13-stündigen Flug ziehen die neuen Pandas in den Berliner Zoo ein. Die Reise haben sie offenbar gut überstanden.

China
Die beiden Pandas sind im Berliner Zoo eingezogen. Foto: afp

Das aktuelle Hauptstadt-Wetter könnte nicht besser sein: 22 Grad, es ist bewölkt, ab und zu regnet es. Ideale Klimabedingungen für Pandas wie Meng Meng („Träumchen“) und Jiao Qing („Schätzchen“), die an diesem Wochenende im Berliner Zoo eingezogen sind.

Die beiden Pandas kamen am Samstag auf dem Flughafen in Schönefeld an und wurden dort fast wie Staatsgäste empfangen. Hinter den Bären lag ein 13-stündiger Flug mit einer Lufthansa-Frachtmaschine vom chinesischen Panda-Aufzuchtzentrum in Chengdu bis nach Berlin. Die Reise war strapaziös, Meng Meng und Jiao Qing haben sie aber offenbar gut überstanden. Die erste Nacht im Zoo haben sie jedenfalls gut geschlafen, sagte Direktor Andreas Knieriem am gestrigen Sonntag. Nach einem kleinen Bambus-Abendbrot schliefen die dreijährige Meng Meng und der sechsjährige Jiao Qing von 23 Uhr bis Sonntag früh um sechs Uhr getrennt in ihren neuen Zoo-Quartieren. Vier Stunden später brachte Chef-Panda-Betreuer Christian Toll den Tieren einen selbst gebackenen Kuchen aus Haferflocken, Erdnussmehl und einem Schuss Sojaöl zum Bären-Frühstück vorbei.

Bei der Zubereitung der Lieblingsspeise von Meng Meng und Jiao Qing haben die chinesischen Pfleger Yin Long und Zhong Low mitgeholfen, die nach Berlin mitgekommen sind, um den Zoo bei der Eingewöhnung der Pandas zu unterstützen. „Als erstes müssen die Tiere den Jetlag verarbeiten und sich an den deutschen Tag- und Nachtrhythmus gewöhnen. Schließlich ist China uns in der Zeit sechs Stunden voraus“, sagte Toll.

8.500 Kilometer vom Reich der Mitte bis nach Deutschland haben Träumchen und Schätzchen in Spezialtransportkisten aus Stahl im Flieger zurückgelegt. Wobei die Reise noch länger gedauert hat als ursprünglich geplant. Denn die Chinesen nahmen es bei der Ausreisekontrolle der Pandas in Chengdu offenbar sehr genau. „Wegen der langen Abfertigung verzögerte sich der gesamte Flug um 45 Minuten“, sagte Flugkapitän Dirk Beyer, der die Tiere nach Berlin flog und die 128 Tonnen schwere Frachtmaschine besonders sanft landete. Damit war der ganze Stress für die Pandas noch lange nicht vorbei. Zuerst kam der Zoll, dann mussten Meng Meng und Jiao Qing zur Untersuchung zum Flughafen-Tierarzt. So verlangt es das deutsche Tierseuchenschutzgesetz. Und schließlich wollten der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller und der chinesische Botschafter Shi Mingde mit zahlreichen Gästen die Pandas in der Frachthalle des Flughafens noch staatstragend empfangen.

Bei der Begrüßung reagierten die Pandas gereizt. Als der chinesische Botschafter bei Männchen Jiao Qing den Sichtschutz von der Kiste nahm, brüllte „Schätzchen“ (108 Kilogramm schwer) ihn lautstark an. Weibchen Meng Meng richtete in der Box ihren 77 Kilogramm schweren Körper zu voller Größe auf und zeigte der Menge ihre Zähne, die locker dicken Bambus zermahlen können. Solche Gesten wird Ihnen zumindest in China allerdings niemand übelnehmen. „Pandas sind in China heilig“, sagte Botschafter Shi Mingde. „Ich hoffe, dass sich beide verlieben, und dass wir die Früchte ihrer Liebe bald sehen werden.“

Nun sollen sich die Tiere erst einmal ungestört im Zoo einleben. Dafür wurde die 5800 Quadratmeter große Panda-Anlage, die den Zoo zehn Millionen Euro gekostet hat, weiträumig abgesperrt. Ein Wachschutz kontrolliert das Areal, und die Fenster der Innenräume, in denen sich die Bären aufhalten, wurden mit einem Sichtschutz überklebt. „Die Pandas haben gleich nach der Ankunft ihre Räume inspiziert. Alles wurde beschnuppert und angekaut, es wurden Duftmarken gesetzt damit klar ist, wem was gehört“, berichtete Zoo-Direktor Knieriem.

Zehn Tage dauert die Quarantäne. In der Zeit sollen sich die Tiere mit ihren Pflegern anfreunden. „Pandas sind sehr sensibel“, sagte Toll. Schon kleine Temperaturschwankungen könnten das Wohlsein der Tiere beeinträchtigen. Am 5. Juli sollen die Pandas erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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