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Bahn-Unfall Tote bei Zugunglück in Tschechien

Ein Schnellzug prallt im Osten der Tschechischen Republik gegen einen Lkw, der auf einem Bahnübergang hängen geblieben ist. Drei Menschen sind tot, mehr als ein Dutzend schwer verletzt.

23.07.2015 07:18
Daniel Kortschak
In Tschechien prallt ein Expresszug mit einem Lkw zusammen, der auf einem Bahnübergang stecken geblieben ist. Das Unglück fordert mehrere Tote und zahlreiche Verletzte. Foto: afp

Bei einem schweren Zugunglück im Osten der Tschechischen Republik sind zwei Fahrgäste ums Leben gekommen, mehr als ein Dutzend Menschen wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Ein drittes Opfer erlag einige Tage nach dem Unglück in einer Klinik seinen schweren Verletzungen

Nach Berichten tschechischer Medien ist der Expresszug 512 "Pendolino" gegen 7.45 Uhr nahe der Stadt Studénka (Stauding) mit hoher Geschwindigkeit gegen einen mit Blechteilen beladenen Lastwagen geprallt, der auf einem Bahnübergang liegen geblieben war. Nach dem Aufprall schleifte der Triebwagen den Lkw noch mehrere Hundert Meter weit mit.

Erst nach rund zwei Kilometern kam der schwer beschädigte Zug, der auf dem Weg von Bohumín nach Prag und weiter in den westböhmischen Kurort Franti?kovy Lázn? (Franzensbad) war, zum Stillstand. Der Lastwagen wurde bei dem Unfall völlig zertrümmert und geriet in Brand.

Die Feuerwehr, die mit einem Großaufgebot zur Unfallstelle angerückt ist, musste mehrere Menschen mit schwerem Gerät aus den Trümmern des Zuges befreien. Mit Krankenwagen und Hubschraubern wurden die Verletzten in umliegende Krankenhäuser sowie in Spezialkliniken nach Ostrava (Ostrau) gebracht. Zwei Fahrgäste des Zuges erlagen noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen, drei Schwerstverletzte schweben nach Angaben des Rettungsdienstes noch in akuter Lebensgefahr, darunter der Lokführer des Zuges.

Lkw-Lenker ignorierte Warnlichter und Schranken

Den Unfall verursacht hat aller Wahrscheinlichkeit nach der Fahrer des Lastwagens: "Dieser Mann ist zu einem Zeitpunkt auf den Bahnübergang gefahren, als schon die roten Warnlichter geblinkt haben. Als er die Gleise überquerte, senkten sich bereits die Schranken", sagte ein Sprecher des staatlichen Schienennetzbetreibers S?DC gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunk. Auch die staatliche Bahnaufsicht bestätigt, dass die Schrankenanlage zum Zeitpunkt des Unfalls einwandfrei in Betrieb gewesen sei.

Der Lenker des in Polen zugelassenen Lkw überlebte den Unfall dennoch ohne größere Verletzungen: Die Fahrerkabine des Lastwagens wurde bereits beim Aufprall des Zuges abgerissen und kam neben dem Bahnübergang zum Stehen. Ursprünglich hatte die Polizei gemeldet, der Lenker habe sein Fahrzeug noch vor dem Zusammenstoß verlassen und sich anschließend von der Unfallstelle entfernt. Diese Darstellung wies der tschechische Verkehrsminister Dan ?ok am Mittwochabend zurück. Der Lastwagenfahrer wurde von der Polizei festgenommen, wegen eines Schocks konnte er aber noch nicht eingehend befragt werden.

Die Bahnstrecke zwischen Hranice na Morav? und Ostrava-Svinov blieb wegen der Bergungs- und Aufräumungsarbeiten bis zum späten Mittwochabend gesperrt. Betroffen waren alle Züge auf der stark befahrenen Hauptverbindung Prag - Ostrau, viele internationale Schnellzüge von Prag Richtung Slowakei sowie die Fernverbindung Wien - Warschau. Die Tschechischen Bahnen (?D) hatten einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Studénka war bereits im Jahr 2008 Schauplatz eines schweren Zugunglücks: Damals war eine im Bau befindliche Straßenbrücke auf einen darunter durchfahrenden Eurocity-Zug gestürzt. Acht Menschen überlebten dieses Unglück nicht, 95 wurden schwer verletzt.

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