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Alkoholkonsum Was gegen Kater wirklich hilft

Der Morgen danach wird schlimm. Erst feiert halb Deutschland Fasching, Fastnacht oder Karneval, danach liegen alle flach.

Betrunkene Jecken beim Karneval in Köln
Kein Grund traurig zu sein: Auch dieses Jahr darf getrunken werden. Am besten maßvoll! Foto: imago

Bei Torben Murach und Christopher Prätsch klingeln gerade die Kassen. „Wir haben drei Hochzeiten im Jahr, an denen wir am besten verkaufen“, sagt Prätsch. „An Karneval, an Silvester, und in den letzten Jahren auch verstärkt zum Oktoberfest.“ Merken Sie was? Genau: Immer wenn irgendwo in Deutschland verstärkt der Alkohol die Kehlen runterrinnt, wird gleichzeitig Geld in besagte Kassen der beiden Mainzer Betriebswirte gespült.

Seit eineinhalb Jahren ist „one:47“ am Markt. In den kleinen Fläschchen des Startups sind Cocktails abgefüllt, die den richtigen Cocktails vom Vorabend entgegen wirken sollen. Die Mischung aus Mineralien, Elektrolyten, Vitaminen und Pflanzenextrakten aus Ingwer, Ginkgo und Weinrinde soll den Kater vertreiben. Der Körper speichert demnach Wasser besser und wird entgiftet, der Stoffwechsel wird angeregt, das Nervensystem beruhigt. Die Kopfschmerzen verschwinden. So zumindest Murachs und Prätschs Idee, auf die sie – wen wundert’s – während ihrer Sturm- und Drangzeit gekommen sind.

„Studien haben ja gezeigt, dass es mit dem Kater im Alter immer schlimmer wird, aber bei uns ging das irgendwie schon früher los“, erinnert sich Christopher Prätsch an die gemeinsamen Studentenjahre mit Torben Murach. „Wenn man als Student viel mit dem Kater zu tun hat, ist es verlockend, was daraus zu machen.“ Also machten Prätsch und Murach: „Nach ersten Eigenversuchen und Recherchen ist das sehr schnell professionell geworden.“ Heute ist die wissenschaftliche Formel patentiert, online sind „one:47“ führender Anbieter, mit Edeka und Real haben auch große Supermarktketten die kleinen Anti-Kater-Shots im Sortiment. Und längst gibt es auch viele Nachahmer.

Konkurrenz machen Prätsch und Murach auch diverse Hausmittelchen. Fettiges Katerfrühstück, frische Luft und die Kopfschmerztablette vorm Schlafengehen. Was Kater-Mischungen wie „one:47“ können, testen aktuell Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität. Dazu werden bei den Probanden erst mal allerhand Daten erfasst, bevor es witzig wird: Vier Stunden dürfen die Studienteilnehmer nach Lust und Laune trinken. Danach und am nächsten Morgen wird nochmal gemessen. In etwa zwei Monaten wird die Studie veröffentlicht.

Aber ist es moralisch eigentlich vertretbar, ein Mittel zu erfinden, dass den Alkoholkonsum auf gewisse Weise vereinfacht? „Die Idee des Produktes ist nicht, dass die Leute dann mehr trinken können oder sollen. Aber es gibt nun mal einen gewissen Alkoholkonsum in unserer Gesellschaft“, sagt Christopher Prätsch. „Wer denkt, er muss mehr trinken, weil er jetzt ein Anti-Kater-Mittel hat, der hat unser Produkt nicht verstanden.“

Trotzdem: Das probateste Mittel gegen Kater bleibt wohl der Alkoholverzicht. Aber das kann ja keiner wollen. Ist ja schließlich Karneval. 

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