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Afrika Ebola versetzt Länder in Alarmbereitschaft

Wieder wird Afrika von einer Ebola-Epidemie heimgesucht. Zwar wird der Infektionsherd im Kongo vermutet, doch auch die Behörden einiger Nachbarländer schlagen Alarm.

Ebola
Trotz Schutzkleidung: Wegen ihres engen Kontakts mit zahlreichen Patienten gelten Krankenhelfer als gefährliche Überträger. Foto: afp

Der Ausbruch einer Ebola-Epidemie im Nordwesten der Demokratischen Republik Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Alarmzustand versetzt. „Wir sind sehr besorgt und bereiten uns auf alle möglichen Szenarien, einschließlich des absoluten Ernstfalls vor“, so WHO-Notfallchef Peter Salama in Genf. Bisher wurden 33 vermutliche Infektionsfälle bekannt, 18 Menschen sollen dem tödlichen Virus zum Opfer gefallen sein, davon wurden aber erst zwei als eindeutige Ebola-Fälle identifiziert.

Der vergangene Woche bekannt gewordene Ausbruch der Epidemie ist aus mehreren Gründen besorgniserregend: Schon jetzt ist bekannt, dass sich das Virus auf drei verschiedene, in einem Umkreis von mehr als 60 Kilometer gelegene Orte ausgebreitet hat. Zwei mit Infizierten in Kontakt geratene Personen sollen in die Millionen-Hauptstadt der Equateur-Provinz Mbandaka gereist sein. Außerdem wurden vermutlich bereits vier Krankenhelfer angesteckt, die wegen ihres engen Kontakts mit zahlreichen Patienten als besonders gefährliche Überträger des Virus gelten.

Erschwerend kommt hinzu, dass der vermutliche Infektionsherd in einem abgelegenen Urwaldgebiet ohne ausgebaute Straßen oder Flugpisten liegt: Ärzte und andere Experten der WHO müssen mit Hubschraubern in das Seuchengebiet geflogen werden.

Aufwendiger Transport

Die Genfer UN-Behörde hat aus ihrem Fiasko beim Ebola-Ausbruch in Westafrika vor vier Jahren offenbar gelernt: Sie sandte bereits 40 internationale Experten zur Bekämpfung der Epidemie in die Region um das Städtchen Bikoro. Sobald die Regierung in Kinshasa grünes Licht gegeben hat, will die WHO auch einen Impfstoff aus Kanada in den Kongo schicken, der sich noch im Teststadium befindet, aber offenbar vielversprechend ist.

Da der Impfstoff bei Temperaturen zwischen minus 80 und minus 60 Grad Celsius aufbewahrt werden muss, ist sein Transport in die entlegene Region äußerst aufwendig. Weil außerdem seine Verabreichung heikel ist, dürfe er nicht als „Wundermittel“ betrachtet werden, warnte Salama.

Die Provinzhauptstadt Mbandaka liegt am Kongo-Fluss, der als Schiffsverbindung sowohl in die Hauptstadt Kinshasa wie nach Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo, dient. Deshalb wurden bereits alle neun Nachbarländer der Demokratischen Republik Kongo alarmiert: Deren Gefährdung sei allerdings noch gering, heißt es in Genf.

Trotzdem hat selbst das mehrere tausend Kilometer entfernte Nigeria seine Gesundheitsbehörde auf den Plan gerufen: Auf den Flughäfen des bevölkerungsreichsten Staats ganz Afrikas wurden zusätzliche Gesundheitskontrollen eingerichtet.

Das in den meisten Fällen tödliche Virus, das hohes Fieber und starke innere Blutungen auslöst, wurde zum ersten Mal 1976 am Ebola-Fluss in der Demokratischen Republik Kongo registriert. In den folgenden 52 Jahren kam es allein im Kongo zu sieben weiteren Epidemien, die wegen der Unzugänglichkeiten der Seuchenherde allerdings meist vergleichsweise wenig Schaden anrichteten.

Dagegen erwies sich ein Seuchenausbruch in der dichtbesiedelten westafrikanischen Küstenregion vor vier Jahren als katastrophal: In Guinea, Sierra Leone und Liberia wurden innerhalb von zwei Jahren nicht weniger als 29 000 Menschen infiziert, von denen 11 300 der Ansteckung erlagen.

Mangelhafte medizinische Versorgung und die Gepflogenheit in weiten Teilen Afrikas, Verstorbene vor der Bestattung ausführlich zu waschen, tragen zur Ausbreitung der Seuche bei.

Als erwiesen gilt außerdem, dass das Virus von Tieren übertragen wird: Als Überträger stehen vor allem Affen und Fledermäuse in Verdacht, die von der lokalen Bevölkerung gerne gegessen werden.

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