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Herbst und Winter Wie kann man Gräber schön und frostfest schmücken?

Zu den Gedenktagen an die Verstorbenen im Oktober und November rückt der Friedhof verstärkt ins Bewusstsein. Gerade dann wird aber die Natur sowieso schon kahler und trister. Welche Bepflanzung bietet sich nun an?

20.09.2018 05:10
Chrysanthemen
Chrysanthemen bieten sich als Schmuck für das Grab im Herbst an. Foto: dpa

Zu einer Zeit im Jahr rückt der Friedhof insbesondere ins Gedächtnis: Zu den Gedenktagen im Oktober und November. Das schöne bunte Herbstlaub ausgenommen ist aber das gerade jene Zeit im Jahr, in der die Witterung grau, kalt, nebelig und verregnet ist. Und die Natur immer kahler wird.

Der sich ankündigende Winter macht es Grabbesitzer noch schwieriger. Wie kann man die Gräber schön und zugleich frostfest bepflanzen?

Für den Herbst

Solange der Boden noch warm ist, wird das Grab noch nicht mit Moos und immergrünen Zweigen zugedeckt. Dann können auch noch gut neue Koniferen, Gehölze und Stauden in den Boden kommen. An diesen Tagen bieten Astern, Chrysanthemen, Herbst-Anemonen, Strauchveronika, Christrosen, Heidekraut, Alpenveilchen und winterharte Fetthennen attraktive Blüten.

Immer schön, aber insbesondere im Herbst gut sind Pflanzen mit schmückenden Blättern, zum Beispiel das Purpurglöckchen. Als Trendpflanze für 2018 hat die Gesellschaft deutscher Friedhofsgärtner den Enzian ausgerufen. „Der Enzian symbolisiert Liebe und Treue“, erläutert die Vorsitzende Birgit Ehlers-Ascherfeld. „Die meist blauen, aber auch weißen Blüten zeigen sich im Herbst bis zum Frost.“

Auf dem Friedhof nutzen Gärtner gerne Arrangements von Pflanzen mit starkem Symbolcharakter. „Egal, ob als Bepflanzung oder in Form von Gestecken, Kränzen oder Sträußen - sie alle sind ein sichtbares Zeichen des Gedenkens, der Dankbarkeit und der Verbundenheit“, erklärt Ehlers-Ascherfeld. Beliebt sind vor allem zwei Symbole: „Das Herz für die Liebe und das Kreuz für den Glauben“, sagt Andreas Mäsing vom Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur. Auch der Kranz gilt nicht nur direkt für die Trauerfeier als beliebtes Zeichen: Er spiegelt den Kreislauf des Lebens wider und ist zugleich ein Zeichen für Hoffnung, das ewige Leben und die Unendlichkeit - ohne Anfang und Ende.

Für den Winter

Christrosen, Skimmien, Gaultherien sind ein beliebter Grabschmuck. Wichtig ist bei der Pflanzenauswahl für den Winter: „Die Pflanzen und Materialien sollen möglichst unbeschadet einige Zeit überdauern können“, erklärt Ehlers-Ascherfeld. Für Weihnachten wird häufig auf die Farbe Rot gesetzt - etwa mit der Scheinbeere (Gaultheria) oder der Stechpalme (Ilex) mit ihren roten Früchten. Ergänzen lassen sich diese zum Beispiel durch getrocknete und rot eingefärbte Blüten der Schafgarbe oder Mohnkapseln - beides beliebte Element für Gestecke.

Und wer kein Händchen fürs Gärtnern und für Floristik hat? Es muss gar nichts Aufwendiges sein: Zur Adventszeit sind auch auf dem Grab Kerzen ein Gestaltungselement. Grablichter sorgen insbesondere an den tristen und dunklen Wintertagen für besinnliche Stimmung. Besondere Wachsmischungen brennen gleich für einige Tage, Varianten mit LEDs und Akkus arbeiten dauerhaft. Allerdings sollte man sich in der Friedhofssatzung nachlesen, ob brennende Kerzen erlaubt sind.

Die Bepflanzung auf dem Grab kann im Winter auch mit immergrünen Zweigen abdeckt werden - vor allem aus dekorativen Gründen. Aber empfindliche Stauden oder Bodendecker können so durchaus etwas vor strengem Frost geschützt werden, erklärt John Langley, Friedhofsgärtner und Gartenbotschafter der Loki Schmidt Stiftung. Es bieten sich dafür Zweige der Nordmannstanne oder Blaufichte an, die aufgrund ihrer Strukturen und Färbungen schöne Akzente setzen. (Von Christine Schonschek, dpa)

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