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Tipps fürs Upgrade Günstig fliegen in der Business Class

Ein günstiges oder sogar kostenloses Upgrade in die Business Class ist wie ein Lottogewinn. Doch Passagiere der Economy Class können ihre Chancen auf bessere Plätze im Flieger erhöhen – mit diesen Tipps.

23.12.2016 12:50
Verena Wolff
Hier würde jeder Economy-Kunde am liebsten sitzen: Business-Class-Plätze sind begehrt und äußerst selten zu haben. Foto: dpa-tmn

Ein Flug in der Business Class ist meistens entspannter. Der Platz ist großzügiger bemessen, der Service und die Mahlzeiten sind besser. Doch ein Business-Class-Ticket ist teuer. Viele Passagiere versuchen, über ein Upgrade nach vorne zu rücken.

Das ist nicht so einfach: „Ein kostenloses Upgrade zu bekommen, ist wie Lotto spielen: Wenn es das Glück will, kann es passieren. Wahrscheinlicher ist, dass man nichts bekommt“, sagt Wolfgang Riegert, Projektleiter bei der Destinations Touristik GmbH in Kempten, einem auf Business- und First Class spezialisierten Reisebüro, das die Webseite vornesitzen.de betreibt.

Auch Werner Claasen, Sprecher der amerikanischen Fluglinie United in Deutschland, hält es für nahezu unmöglich, ein Upgrade „einfach so“ zu bekommen. „Die Systeme, die heute im Markt sind, sind knallhart, die kann man kaum überwinden.“

„Wenn die Economy Class überbucht ist, können Passagiere möglicherweise mit viel Glück ein Upgrade in die Business Class erhalten“, sagt René Zymni, Vice President Commercial Central Europe bei BCD Travel, Betreiber der Seite vielfliegerforum.de. „In diesem Fall werden meist Fluggäste mit Vielfliegerkarten bevorzugt.“ Grundsätzlich können auch in der Holzklasse gesammelte Meilen für ein Upgrade eingesetzt werden. Allerdings gebe es besonders günstige Angebote in der Economy Class, die ein Upgrade ausschließen.

Einzelreisende und Status-Kunden sind im Vorteil

Wer es versuchen will, sollte bereits am Check-In nach einem Upgrade fragen. Die Airlines bevorzugen jeden, der ihnen ein bisschen Geld in die Kasse bringt, wie Riegert sagt. Das bedeutet: Ein Upgrade klappt eher, wenn man Status-Kunde ist, also eine Vielfliegerkarte der Fluggesellschaft und diese schon gut mit Meilen befüllt hat.

Daneben ist es leichter für Einzelreisende, in die Business Class gesetzt zu werden, als für eine Familie oder einen Verein. Weiteres Upgrade-Potenzial gibt es etwa, wenn sich ein Flugzeugtyp auf einer Strecke ändert – und dann mehr Business-Sitze im Vergleich zur Economy Class zur Verfügung stehen.

Gute Kleidung und Titel können Wirkung zeigen

Daneben kursieren in Vielflieger-Foren weitere Tipps: Das reicht von, möglichst spät an den Flugsteig zu kommen, um eine Chance auf ein Upgrade zu haben, wenn die Economy überbucht ist. Daneben könne es helfen, Titel wie Doktor oder Diplom anzugeben und gut gekleidet zu sein. Auch freudige Anlässe könnten helfen: Wer Geburtstag hat oder auf Hochzeitsreise ist, kommt unter Umständen etwas leichter an ein Upgrade.

Wer das Glück nicht hat, ein kostenloses Upgrade zu bekommen, kann durch Meilensammeln oder eine geschickte Strategie oft für gute Preise regulär im vorderen Drittel des Fliegers sitzen. „Das A und O für günstige Preise in der Business Class ist rechtzeitiges, langfristiges Buchen im Voraus“, sagt Zymni.

Dabei sei allerdings zu beachten, dass sich die Vorausbuchungsfristen bei den einzelnen Airlines und Angeboten unterscheiden. „Auch kurzfristige Specials können sich manchmal lohnen.“ So bietet Lufthansa zum Beispiel unter meilenschnaeppchen.de für Vielflieger Flüge auf bestimmten Strecken, die für deutlich weniger als die regulären Meilen zu haben sind.

Unter der Woche fliegen und Feiertage meiden

Bei der regulären Buchung eines Business-Tickets gibt es allerdings auch ein paar Kniffe, die eine Menge Geld sparen können: „Wer unter der Woche fliegen kann, hat eher die Chance auf ein günstiges Ticket“, sagt Riegert. Dienstag und Mittwoch seien auf den Routen der Geschäftsreisenden, etwa in die USA oder nach Asien, die am schlechtesten gebuchten Tage. Die Wochenenden sind am vollsten.

Gut gebucht sind auch Feiertage wie Weihnachten, Ostern oder Thanksgiving in den USA. In den Ferienmonaten kommt es auf die Strecke an. „Wenn in den USA Sommerferien sind, ist die Business Class schlecht gebucht“, erklärt Riegert. „Da liegt der Preisunterschied zwischen den teueren Tickets in Economy und denen in der Business Class manchmal nur bei 100 oder 200 Euro.“

Nach Riegerts Erfahrung kann sich auch der Blick über die Grenze lohnen – wenn man nah genug zu einem Flughafen im Ausland wohnt: „Gelegentlich gibt es günstige Tarife von einem Flughafen auf der anderen Seite der Grenze.“ Wer Zeit und Geduld hat, sollte sich umfassend im Internet informieren – und die Entwicklungen bei den Preisen beobachten und herausfinden, wann bei welchen Fluggesellschaften Tickets günstig zu haben sind.

„Eine Fluggesellschaft versucht immer, wirtschaftlich zu fliegen“, sagt United-Sprecher Claasen. Daher ist es bei einer Auslastung von durchschnittlich 75 bis 80 Prozent der Plätze schwierig, allzu sehr zu rangieren.

Geschäftsreisende müssen ohnehin vorsichtig sein, denn sie dürfen nur so fliegen, wie es die Richtlinien in ihrer Firma vorsehen. „Manche Unternehmen handhaben das flexibel, so dass auch einfache Angestellte die Business Class nutzen können, etwa wenn sie nur kurze Stecken fliegen oder aber nach einem Langstreckenflug direkt in ein Meeting müssen“, sagt Zymni.

„Andere Unternehmen haben eine striktere Reiserichtlinie, die beispielsweise vorsehen kann, dass ausschließlich leitende Angestellte Business Class fliegen dürfen.“ (dpa)

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