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Schlechter als Economy Traditions-Airlines starten neue „Holzklasse“

Mehrere etablierte US-Airlines führen einen neuen Tarif ein, der die Economy-Klasse noch unterbietet. Die Handgepäcksfächer dürfen die Passagiere der neuen Billigtarife zum Beispiel nicht mehr benutzen. Außerdem dürfen sie das Flugzeug erst als letzte betreten.

06.02.2017 16:30
Neue „Holzklasse“: American Airlines bringt einen Basic-Tarif jenseits der Economy an den Start. Foto: dpa

Kaum Komfort, dafür aber günstiger: So könnte man den neuen Trend beim Fliegen beschreiben. Mehrere traditionsreiche Airlines sind derzeit dabei, eine neue Holzklasse einzuführen, die die Standards der üblichen Economy noch einmal unterbietet.

Hintergrund ist, dass die etablierten Fluggesellschaften mit den Billig-Airlines mithalten wollen.

Eine Klasse jenseits der Economy

Gleich drei renommierte US-Fluglinien setzen auf eine Klasse unter der Economy. United Airlines, American Airlines und Delta versuchen Kunden mit der so genannten „Basic Economy“ zu locken, wie CNN und weitere US-Medien berichten. Sowohl bei American als auch bei United Airlines dürfen Basic-Economy-Kunden demnach nur noch ein Handgepäcks-Stück mit in die Kabine nehmen. Die Fächer über den Sitzen sind für sie tabu. Ihre Tasche muss so klein sein, dass sie unter den Vordersitz passt.  Andernfalls müssen Passagiere pro Gepäckstück extra zahlen: Für eine zusätzliche Tasche fallen bei American etwa 25 US-Dollar Extrakosten an.

Als letzte Passagier-Gruppe an Bord

Auch ihren Sitzplatz dürfen sich die „Holzklasse“-Passagiere nicht vorab aussuchen, er wird ihnen erst beim Check-in zugewiesen. Außerdem dürfen sie erst als letzte Gruppe an Bord der Maschine gehen. Ein mögliches Upgrade oder eine Umbuchung bleibt den Fluggästen des Billigtarifs verwehrt. Bei Delta sieht es ähnlich aus, allerdings dürfen Basic-Passagiere hier immerhin noch die Handgepäcks-Fächer benutzen.

Für die neue „Holzklasse“ wird es in den Fliegern aber keinen weiteren abgetrennten Bereich geben. Basic-Passagiere sitzen in der normalen Economy-Klasse, betreten diese aber als letztes und können nicht alle dort üblichen Services in Anspruch nehmen.

Noch im Februar will American Airlines mit der Einführung des neuen Tarifs beginnen. United Airlines war mit dem neuen Tarif bereits im November auf Delta gefolgt, die schon 2015 mit der Basic-Klasse an den Start gegangen waren.

Sind die Tickets wirklich günstiger?

Ob die Tickets allerdings tatsächlich so viel günstiger sind als die normalen Economy-Tickets und sich die entsprechenden Opfer auch lohnen, bleibt fraglich. Laut einer Pressemitteilung von American Airlines sollen sich die Basic-Tarife zu den Economy-Tickets etwa genauso verhalten wie die Economy-Tarife zu denen der Business-Class. Allerdings: Bei einer aktuellen Stichprobe waren die Basic-Tickets beispielsweise bei Delta von New York nach Atlanta nur 20 US-Dollar billiger als die normalen Economy-Tickets.

So gleicht das Einführen der Billigklasse einer weiteren Ausweitung der Klassengesellschaft über den Wolken. Ein Vorbild für hiesige Traditions-Fluglinien? Ein Lufthansa-Sprecher sagte auf Anfrage, dass es derartige Pläne bei dem deutschen Unternehmen derzeit nicht gebe. Auch bei Condor soll es solche Veränderungen nicht geben, teilte eine Sprecherin mit. Allerdings haben Passagiere bei der Fluglinie die Möglichkeit, auf der Kurz- und Mittelstrecke nur mit Handgepäck zu reisen und dementsprechend weniger zu zahlen. (rer)

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