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Reise-Trend Ich bin mal kurz weg: Städtereisen werden spontaner

Rom, London, Paris - oder vielleicht Porto und Breslau? Kurzurlauber zieht es häufig in die Metropolen Europas. Und das klappt immer spontaner und flexibler, dank Billigflügen und Hotelportalen.

20.04.2017 04:42
Von Oliver Kauer-Berk, dpa
Fähre in Hamburg
In Deutschland locken vor allem die großen Metropolen - etwa Hamburg - Städtereisende an - gerne auch sehr spontan. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Auf der Rambla shoppen oder an der Seine Café au lait trinken: Die Städtereise boomt. Sie wird zunehmend online gebucht. Günstige Flüge, Spezialpakete der Veranstalter und über Hotelportale einfach buchbare Unterkünfte befördern den Trend zum Spontanurlaub in den Städten Europas.

WARUM: Erlebnisse und Erreichbarkeit

Städte bedienen den „Kurz-und-spontan-weg“-Trend, erläutert Sarah Mempel vom Deutschen Tourismusverband. „Sie verfügen über eine hohe Erlebnisdichte und sind in der Regel gut erreichbar.“ Kurzum: Auf kleinem Raum gibt es viel zu sehen. Die Angebote der Billigflieger sorgen für gute Erreichbarkeit. Außerdem kommt es beim Urlaub in der Stadt nicht so sehr auf die Saison an.

WOHIN: Die beliebtesten Destinationen

Große Städte sind weiter beliebt bei den Reisenden. Doch in London und Rom waren viele schon. Deswegen steigt die Nachfrage nach Trips in kleinere Städte, wo Neues entdeckt werden kann. Potenzial haben beispielsweise Köln, Düsseldorf, Leipzig, Porto, Breslau, San Sebastian, Liverpool und Dublin, zählt Nicole Sohnrey auf. Sie ist Städteexpertin bei Tui. Bei FTI sind in Deutschland laut Manager Olaf Kistenmacher die Ziele Hamburg, München und Berlin gefragt. Im Ausland favorisierten Kurzentschlossene London, Amsterdam und Paris.

Ein guter Indikator für Trend-Destinationen ist das Reiseportal Spotted by Locals. Der Niederländer Bart van Poll und seine Ehefrau Sanne haben es 2008 aus Begeisterung für das Städtereisen gegründet. Heute vermitteln sie per App Insider-Tipps von Einheimischen aus 67 Städten in Europa und Nordamerika. Nach den Nutzerzahlen liegen momentan Athen, Belgrad, Hamburg, Thessaloniki, Tirana und Warschau voll im Trend, zählt Bart van Poll auf.

WANN: Messen meiden, Nebensaison nutzen

„Spontane Buchungen werden vorrangig für Wochenendreisen, also von Freitag bis Sonntag, getätigt“, sagt Kistenmacher. Wer unter der Woche kann, fährt sicherlich günstiger. Bart van Poll weist darauf hin, Zeiten von regelmäßig stattfindenden Messen und Großevents wegen dann steigender Übernachtungspreise und geringerer Hotelkapazitäten zu meiden. Seine Empfehlung: auf die Nebensaison ausweichen. Von Citytrips in Europa zur Hauptreisezeit im August rät er generell ab.

Viele Stadthotels bieten im Winter Schnäppchenpreise. Und die Städte hätten dann oft ein besonders breites kulturelles Angebot, sagt Sohnrey. Für 50 Prozent der Tui-Städtekunden sei ein besonderes Event das Reisemotiv, beispielsweise ein Musical.

WIE: Storno-Optionen und hilfreiche Apps

Die meisten entschieden sich spontan für eine Städtereise, weil sie ein genussvolles Wochenende mit dem Partner oder Freunden verbringen oder einfach mal etwas Neues erleben möchten, weiß Kistenmacher. Trotz der kurzen Vorlaufzeit empfiehlt er, sich vorab über die Reiserücktrittsbedingungen und Stornokosten zu informieren. Immer mehr Hotels bieten allerdings kostenfreie Stornierungen bis zum Anreisetag an. Die großen Buchungsportale wie Booking oder HRS weisen sichtbar auf diese Option hin. Das ist komfortabel für Urlauber.

Bart van Poll hat die Newsletter aller größeren Fluggesellschaften abonniert und hält dort nach Schnäppchenpreisen Ausschau. Außerdem nutzt er die App Hopper. Mit ihrer Hilfe kann er kalkulieren, wann die Flüge am preiswertesten sind. Neue Technik hilft auch beim Finden des günstigsten Hotels: Automatisch tauscht beispielsweise der Anbieter Dream Cheaper stornierbare Hotelbuchungen aus, wenn irgendwo ein günstigeres Zimmer vorhanden ist.

(Von Oliver Kauer-Berk, dpa)
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