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Steuererklärung Hier versteckt sich Geld

Die FR verrät fünf ungeahnte Dinge, die Privatleute bei ihrer Steuererklärung geltend machen können.

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Wer kein Geld verschenken will, sollte sich an seine Steuererklärung setzen. Foto: Sascha Steinach (imago stock&people)

Wer kein Geld verschenken will, sollte sich an seine Steuererklärung für das Jahr 2017 setzen – auch wenn die Abgabe für viele freiwillig ist. Sie anzufertigen ist aufwendig, aber es lohnt sich. Durchschnittlich 935 Euro werden vom Finanzamt von den übers Jahr gezahlten Steuern zurücküberwiesen. Um den maximalen Betrag herauszuholen, gilt es, Unmengen an kleineren und größeren Steuergesetzen zu beachten. Die Frankfurter Rundschau hat einige Ausgaben zusammengetragen, die – für viele Menschen überraschend – steuerlich geltend gemacht werden können.

 

Medikamente, Brillen, Zahnbehandlung: Die Kosten für nicht verschreibungspflichtige Medikamente wie Erkältungsmittel oder homöopathische Arzneien werden von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen. Bei der Steuererklärung können diese Ausgaben unter Umständen aber trotzdem geltend gemacht werden. Die Voraussetzung: Die Medikamente wurden von einem Arzt oder Heilpraktiker mit einem Rezept verordnet, erklärt die Lohnsteuerhilfe Bayern. Die Ausgaben können dann zum Punkt „außergewöhnliche Belastung“ hinzugerechnet werden.

Ob die Ausgaben die Steuerlast mindern, hängt letztlich aber davon ab, ob die individuelle Belastungsgrenze erreicht ist. Diese hängt vom Einkommen, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder ab. Sie liegt je nach Stufe zwischen einem und sieben Prozent des zu versteuernden Einkommens. Je niedriger dieses ist, desto eher wirken sich die Ausgaben für Medikamente steuerlich aus. Auch Ausgaben für eine Brille oder teure Zahnarztbehandlungen werden der individuellen Belastung hinzugerechnet.

Hier in der Steuererklärung eintragen: Mantelbogen, Seite 3, außergewöhnliche Belastung.

 

Schlüsseldienst: Wer sich schon einmal ausgeschlossen hat und den Schlüsseldienst rufen musste, weiß, wie teuer dieser Service sein kann. Das Gesetz erlaubt es, 20 Prozent der angefallenen Arbeits- und Anfahrtskosten des Schlüsseldienstes von der Steuer abzusetzen. Es müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein. „Der Schlüsseldienst muss im Haushalt oder näheren häuslichen Umfeld des Steuerpflichtigen tätig geworden sein. Neben der Haus- oder Wohnungstür kommen beispielsweise auch die Kosten für das Öffnen von Garagen- oder Gartentür infrage“, erklärt Erich Nöll, Geschäftsführer vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL).

Die Rechnung muss außerdem schriftlich vorliegen. Sowie auch ein entsprechender Zahlungsbeleg. Wichtig: Barzahlungen werden nicht akzeptiert, nur Überweisungen oder Kartenzahlungen. „Die betroffenen Personen sollten bereits bei telefonischer Beauftragung des Dienstes erfragen, dass sie nicht bar zahlen können oder möchten und ob eine unbare Zahlung möglich ist“, so Nöll. Die Ausgaben sind in der Steuererklärung zu den haushaltsnahen Handwerksleistungen hinzuzurechnen. Für diesen Posten können im Jahr 1200 Euro geltend gemacht werden. Neben den Hausmeisterdiensten, die viele etwa mit ihrer Betriebskostenabrechnung bezahlen, zählen dazu auch Kosten für den Schlüsseldienst.

Hier eintragen: Mantelbogen, Seite 3, Handwerkskosten

 

Bahncard: Die Werbungskosten stellen für Arbeitnehmer einen wichtigen Posten dar, durch den eine Menge Geld zurückgefordert werden kann. Dazu zählen Ausgaben, die aufgrund des Arbeitsverhältnisses entstanden sind, wie Arbeitskleidung, -material und Fahrtkosten. Zu letzterem zählen nicht nur Benzin oder Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel. Wer eine Bahncard besitzt und diese auch für Strecken zur und von der Arbeitsstätte einsetzt, kann die Kosten dafür steuerlich geltend machen. Und zwar in voller Höhe.

Hier eintragen: Anlage N, Seiten 2/3, Werbungskosten

 

Baumaßnahmen im Eigenheim: Bauherren, die kurz nach dem Umzug in ihr neu gebautes Eigenheim noch Baumaßnahmen vom Handwerker durchführen lassen, sollten auch diese Lohnkosten absetzen. „Damit lassen sich womöglich pro Jahr bis zu 1200 Euro Einkommensteuern sparen“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Voraussetzung für den Steuerbonus ist, dass es sich um eine Baumaßnahme in einem bereits bestehenden Haushalt handelt. Werden das Haus oder die Wohnung neu errichtet, so gibt es die Steuerermäßigung nicht, so die Grundregel.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Steuererklärung

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