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Silvester-Feuerwerk Wann dürfen wir knallen und böllern?

Böller und Raketen gehören zum Jahreswechsel dazu, aber Krach und Müll machen nicht jedem Freude. Auch wenn die üblichen Lärm-Regeln in der Silvesternacht quasi nicht gelten, gibt es rechtliche Grenzen.

Knaller, Raketen, Böller: An Silvester ist es laut. Mieter müssen hier gegenüber Lärm oft tolerant sein. Alles müssen sie allerdings auch nicht hinnehmen. Foto: dpa-tmn

Je lauter und bunter, desto schöner: Für die meisten von uns gehören Feuerwerke zu Silvester wie Sekt und Bleigießen. Viele unterschätzen jedoch die Gefahr, die von den Feuerwerkskörpern ausgehen kann. Dies gilt insbesondere für solche, die im Ausland besonders günstig erworben wurden. Der Gesetzgeber sieht strenge Vorschriften für den Kauf und das Abfeuern der Böller vor. erklärt, was Sie beachten müssen.

Feuerwerk ist nicht gleich Feuerwerk

Beim Kauf von Feuerwerkskörpern muss danach unterschieden werden, ob es sich um Feuerwerkskörper der Klasse I (Knallbonbons, kleine Bodenkreisel, Knallerbsen, Tischfeuerwerk) oder der Klasse II (Raketen, Sonnenräder, kleine Feuertöpfe, Römische Lichter, Böller) handelt.

Feuerwerkskörper der Klasse II dürfen nur ausnahmsweise in der Silvesternacht abgefeuert werden. „Und das auch nicht überall“, sagt Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke. In der Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen, Kirchen, Reet- und Fachwerkhäusern ist das Abfeuern von Feuerwerkskörpern jedweder Art nicht gestattet. Wo das „Böllern“ erlaubt ist, sollte grundsätzlich ein Sicherheitsabstand zu Gebäuden, Bäumen und Autos eingehalten werden.

Auch kann es ortsbezogene Verbote geben, wenn an manchen Plätzen die Gefahr, dass Feuer ausbricht besonders groß ist. Der Verkauf der Feuerwerkskörper Klasse II ist zudem nur an Personen über 18 Jahren gestattet.

Abfeuern nur zu bestimmten Anlässen und Zeiten

Das Abfeuern der Feuerwerkskörper der Klasse II ist grundsätzlich nur Volljährigen in der Zeit zwischen dem 31. Dezember um 0:00 Uhr und dem 1. Januar um 24:00 Uhr erlaubt. Die genauen Zeiten können jedoch zwischen den Gemeinden und Städten leicht abweichen. Der Verkauf ist grundsätzlich erst ab dem 29. Dezember erlaubt. Ausnahmsweise einen Tag früher, wenn der 29. Dezember auf einen Sonntag fällt.

„Wer dort dennoch mit viel Getöse ins neue Jahr feiert, muss mit einer erheblichen Geldbuße rechnen, denn: Hierbei handelt es sich rechtlich um eine Ordnungswidrigkeit“, sagt Michaela Zientek, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz.

In Sonderfällen kann eine besondere Genehmigung erteilt und von diesen zeitlichen Regelungen abgewichen werden. Ein solcher Sonderfall ist zum Beispiel eine Hochzeitsfeier.

Die Feuerwerkskörper der Klasse I sind bereits über 12-jährigen Kindern erlaubt: Sie dürfen diese sogar ganzjährig kaufen und verwenden. Wer unter zwölf Jahre alt ist, muss gänzlich auf das Abfeuern von Feuerwerkskörpern verzichten. Ein Verstoß gegen diese Regelungen kann ein hohes Bußgeld von bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen. 

Wer haftet im Schadensfall?

Grundsätzlich gilt, dass immer derjenige haftet, der den Schaden auch verursacht hat. Eltern haften für ihre Kinder, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

Wichtig: Feuerwerkskörper sollten nicht im Ausland oder auf Flohmärkten gekauft werden. Diese entsprechenden meist nicht den erforderlichen Sicherheitsstandard. Sichere Ware erkennt man am Prüfsiegel des „BAM“ (Bundesamt für Materialforschung und Materialprüfung) oder des Siegels „CE“ (Kennzeichnung nach EU-Recht).

Schadenfrei durch die Silvesternacht

Um Schäden und Verletzungen zu vermeiden, sollte auf den richtigen Umgang mit Silvesterböllern geachtet werden:

• Leicht brennbare Gegenstände sollten aus dem Garten oder vom Balkon in die Wohnung gebracht werden.

• Das Auto sollte wenn möglich in der Garage oder einer ruhigen Seitenstraße abgestellt werden.

•Silvesterböller werden in Klasse 1 und 2 unterschieden. Böller der Klasse 1 dürfen von Personen ab 12 Jahren gezündet werden. Produkte, die die Kennzeichnung Klasse 2 haben, sind erst ab 18 Jahren freigegeben.

• Selbstgebaute oder importierte Silvesterböller, die in Deutschland verboten sind, dürfen nicht angezündet werden. Kommt es zu einem Unfall, kann die Versicherung die Zahlung verweigern.

• Der auf der Packung angegebene Sicherheitsabstand sollte unbedingt eingehalten werden.

• Raketen sollten nicht unter Bäumen und nur aus standsicheren Flaschen heraus gezündet werden.

• Blindgänger niemals aufheben. Hier besteht große Verletzungsgefahr.

• Kinder sind die Hauptrisikogruppe und müssen unbedingt beaufsichtigt werden.

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