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Steigende Inflation Was für Verbraucher günstiger geworden ist - und was teurer

Bei vielen Produkten hat sich im letzten Jahr einiges am Preis geändert. So sind Gurken beispielsweise doppelt so teuer wie noch 2015, günstiger sind dafür die Molkereiprodukte geworden.

19.01.2017 17:06
Gemüse ist seit dem letzten Jahr teurer geworden. Foto: dpa

Seit einigen Monaten steigen Preise für Verbraucher an. Der Grund: Die Inflation. Im Dezember erhöhten sich diese sogar um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit Juli 2013.

Was teurer geworden ist

So stiegen die Preise für Lebensmittel überdurchschnittlich an, sie waren 0,8 Prozent teurer als 2015. Am stärksten verteuerten sich dabei Gemüse, Obst und Fisch.

Die Preise für Gurken verdoppelten sich so, aber auch Paprika und Tomaten sind teurer geworden. Die Mehrheit der Lebensmittelproduzenten geht davon aus, dass in diesem Jahr die Verkaufspreise in etwa gleich bleiben, meint Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie.

Tabakwaren (3,6 Prozent) sind ebenfalls teurer geworden, genau wie Bücher und Schreibwaren (3,0 Prozent).

Auch die für Strom müssen Verbraucher nun 0,6 Prozent mehr Geld bezahlen.

Verschiedene Dienstleistungen wie die Reparatur von Fahrzeugen (+2,3 Prozent) kostete die Verbraucher im letzten Jahr mehr Geld, Versicherungspreise stiegen ebenfalls mit einem Plus von 2,3 Prozent.

Was günstiger geworden ist

Molkereiprodukte sind mit einem Minus von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr billiger, auch die Preise für Elektro-Geräte wie Fernseher oder Spielekonsolen sind gesunken.

Seit November sind die Ölpreise durch die Einigung der OPEC-Länder zur Kürzung der Fördermittel für Öl zwar wieder gestiegen, im Jahresschnitt aber waren die Preise im Vergleich zum Vorjahr günstiger: Für Heizöl (minus 16,9 Prozent), auch fürs Tanken, für Gas und Fernwärme mussten die Deutschen weniger zahlen.

Ebenfalls günstiger sind Pauschalreisen (-0,8 Prozent) geworden, auch bei den Telekommunikationsdienstleistungen (-1,5 Prozent) konnten Verbraucher im letzten Jahr einsparen.

Inflation ist auch schlecht für Sparer

Steigende Inflationsraten sind auch für Sparer keine gute Nachricht. Wegen der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) werfen Tagesgeld, Sparbuch und Co. so gut wie nichts mehr ab. Bisher glich die geringe Teuerung die Effekte der niedrigen Sparzinsen aus, wie Notenbanker immer wieder betonten. Das könnte sich jetzt ändern.

Die EZB strebt mittelfristig für den gesamten Euroraum eine Inflation von knapp unter 2,0 Prozent an. Das ist eigentlich weit genug von der Nulllinie entfernt. Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Konjunkturrisiko. Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben in der Erwartung, dass es bald noch billiger wird.

Weil das Inflationsziel seit Jahren verfehlt wird, versucht die EZB, mit viel billigem Geld nachzuhelfen. Angesichts der steigenden Inflation wächst der Druck auf die Währungshüter, den Geldhahn allmählich wieder zuzudrehen.

Allerdings hatte die EZB erst im Dezember ihr Kaufprogramm für Staatsanleihen und Unternehmenspapiere um neun Monate bis mindestens Ende 2017 verlängert – wenn auch ab April etwas vermindert mit 60 Milliarden statt 80 Milliarden Euro monatlich.

(chs/dpa)

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