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Sparen per SMS Wie gut ist die neue Finanz-App Digit?

Ob fürs Alter oder für besondere Anlässe: Fast jeder Verbraucher würde gerne ein bisschen mehr Geld sparen, ohne groß herumzurechnen. Eine neue US-App namens Digit soll das Sparen erleichtern – aber es gibt auch Nachteile.

23.02.2015 15:30
User können mit Text-Nachrichten ihren Kontostand überprüfen oder Geld von ihrem Sparkonto abheben. Dazu müssen sie nur die entsprechenden Befehle per SMS an den Anbieter schicken. Foto: Digit/PR-Foto

Wer wünscht sich nicht einen Finanz-Berater, der einem hilft, vernünftig zu sparen – und zwar exakt so viel, wie man sich leisten kann? Einen solchen Service bietet die neue App Digit aus den USA. Im Gegensatz zu normalen Sparkonten müssen Nutzer nicht mehr selbst entscheiden, welchen Betrag sie regelmäßig vom Gehalt abzwacken wollen.

Wie funkioniert das Ganze?

Digit muss nach der Installation mit dem eigenen Bankkonto verknüpft werden. Dann erstellt die App ein separates Digit-Konto, nicht bei irgendeiner Bank, sondern auf den App-Servern. Dort sind alle Einlagen bis zur Höhe von 250.000 US-Dollar versichert.

Ein Algorithmus untersucht dann, welche Ausgaben beim Nutzer anfallen, und wie viel Geld er zum Sparen übrig hat. Alle paar Tage wird nun automatisiert ein kleiner Geldbetrag vom Bankkonto des Users auf sein Digit-Sparkonto übertragen, normalerweise zwischen 5 und 50 Dollar.

Bisher ist die App jedoch noch nicht international verfügbar, sondern nur in den USA. Der Anbieter plant aber, künftig auch in anderen Ländern zu operieren.

Finanz-Kontrolle per SMS

Die Kommunikation erfolgt komplett über Textnachrichten. Einmal am Tag schickt Digit eine SMS mit dem aktuellen Kontostand. Auf das Digit-Konto haben Nutzer ebenfalls über SMS Zugriff: Mit den entsprechenden Befehlen können sie Extra-Geld auf das Digit-Konto laden oder von dort zurück auf ihr eigentliches Bankkonto überweisen. Außerdem lassen sich die letzten Konto-Aktivitäten oder demnächst fällige Rechnungen abrufen.

App lernt ständig dazu

Anhand der Konto-Bewegungen lernt die App, welche regelmäßigen Einzahlungen und welche Abbuchungen es gibt. Daraus ermittelt Digit, wann Nutzer auf ein paar Dollar oder Euro verzichten könnten – und überweist diese automatisch aufs Spar-Konto. Das Sparverhalten basiert also auf dem Lifestyle der Nutzer.

Das Unternehmen garantiert dabei, dass es zu einer Kontoüberziehung kommt. Bei Bedarf sollen Nutzer ihr Geld innerhalb von 24 Stunden zurück auf das normale Konto überweisen können, Gebühren fallen keine an.

Nachteil: Keine Zinsen

Zwar ist der Service gratis – allerdings gibt es derzeit auch keine Zinsen auf das angesparte Digit-Vermögen. In Zukunft soll sich das ändern. Wie hoch dann die Zinsen auf das gesparte Geld sein sollen, verrät der Anbieter aber noch nicht.

Was ist mit dem Datenschutz?

Alle persönlichen Informationen werden bei Digit anonymisiert und verschlüsselt gespeichert, verspricht das Unternehmen. Für Hacker wäre es also sehr schwierig, an die Bankdaten und die dazu passenden Nutzernamen zu gelangen. Datenschutzrechtlich problematisch findet es der Bundesverband deutscher Banken, wenn Drittdienste die Online-Banking-Schnittstelle der Banken mit PIN und TAN des Kunden öffnen können. Allerdings werden bei Digit die Zugangsdaten der Bankkonten nicht gespeichert.

Nils Schröder, Sprecher des Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW, beantwortet einige Fragen zum Datenschutz bei Finanz-Apps:

Auch Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, warnte auf einem Pressegespräch in Brüssel: „Sollten Sie einen Kontoinformationsdienst nutzen, erhält dieser umfassenden Einblick in Ihre Kontodaten. Welche Einkäufe haben Sie zuletzt getätigt? Wie viel sparen Sie? Welche Arztleistungen bezahlen Sie? All diese Informationen lassen sich durch den Drittanbieter verwerten.“

Der europäische Gesetzgeber müsse deshalb darauf achten, dass eine einheitliche EU-Datenschutzregelung für alle Marktteilnehmer gleichermaßen gelte. „Zur besseren Kontrolle seiner Daten sollte der Kunde die Nutzung der neuen Drittdienste seinem Institut gegenüber daher explizit autorisieren, statt dieser erst bei Gefahr im Verzug widersprechen zu müssen“, sagte Kemmer. (gs)

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