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Preisschock Girokonto Diese bisher kostenlosen Leistungen werden jetzt teuer

Die Zeiten des kostenlosen Girokontos scheinen – fast – vorbei zu sein. Bei immer mehr Banken steigen die Gebühren für das Kontomodell an, das im Alltag am meisten gebraucht wird. Für bisher kostenlose Leistungen wird auf einmal zusätzlich Geld berechnet.

20.01.2017 14:45
Ein kostenloses Girokonto zu finden, wird immer schwieriger. Foto: dpa

Das liegt vor allem daran, dass die Banken in Zeiten der Niedrigzinsen dazu gezwungen sind, anderweitig Geld zu verdienen. „Es sind wirtschaftliche Unternehmen, da ist es klar, dass Kosten mit Leistungen verbunden sind“, erklärt Heike Nicodemus von der Stiftung Warentest. Das Girokonto sei immerhin eine Dienstleistung der Banken. Insbesondere der Zahlungsverkehr per Beleg, ist ein Posten, der bezahlt werden möchte.

Für die Zeitschrift „Finanztest“ der Stiftung Warentest hat die Expertin herausgefunden, dass nur noch 24 Girokontomodelle in Deutschland nicht an Bedingungen geknüpft und damit gratis. Darunter sind unter anderem Modelle zahlreicher Direktbanken wie der ING-DiBa, der Norisbank oder der Comdirekt. Noch im Sommer waren 33 der 241 getesteten Kontomodelle gratis, der Trend geht also dahin, dass es für den Kunden teurer wird.

Für diese Leistungen berechnen die Banken oftmals zusätzliche Gebühren:

1. Gebühren für die Kontoführung

Schon vor Zeiten des Niedrigzinses haben viele Banken für die Kontoführung Gebühren berechnet – die Preise dafür sind nun bei vielen Banken gestiegen.

2. Überweisungen

Wenn diese in Papierform in der Filiale abgegeben werden, kann es teuer werden. So berechnet beispielsweise die BBBank dafür nun 1,50 Euro. Doch auch für Online-Überweisungen erheben viele Banken Gebühren.

3. Girokarte

Um Geld abzuheben oder um in Geschäften zu zahlen: Ohne die Girokarte nutzt das Konto wenig. Allerdings wollen Banken dafür nun Geld haben, als Beispiel nennt Finanztest die VR Bank Ostholstein Nord Plön, die für eine Girocard nun 5 Euro pro Jahr nimmt

4. Kreditkarte

Ähnlich sieht es bei der Kreditkarte aus, nur dass diese meist noch teurer ist als die Girokarte. So kostet die Kreditkarte bei der nachhaltigen GLS-Bank 30 Euro pro Jahr für Privatkunden. Hinzu kommt, dass Kunden für das Geldabheben mit der Kreditkarte oftmals extra Gebühren zahlen müssen oder bei Zahlungen im Ausland einen bestimmten Prozentbetrag vom Umsatz zahlen.

5. Kreative Gebühren beim Online-Banking

Eine Bank im Sauerland hat vor einiger Zeit Schlagzeilen damit gemacht, dass sie beim Online-Banking Klickgebühren berechnet. Wer sein Konto auswählt, um beispielsweise die Umsätze der letzten Wochen zu kontrollieren, läuft direkt in eine Kostenfalle. Jeder Klick, so die Begründung der Sparkasse, löse im Hintergrund einen technischen Vorgang aus, der Geld koste.

6. Lastschriften

Wer im Supermarkt mit der Karte einkauft, sollte sich vorher informieren, ob dieser Service von der Bank kostenlos ist. Die Sparkasse Bochum berechnet für Lastschriften für das Privatgirokonto beispielsweise 0,30 Cent.

Die Banken erheben die Gebühren nicht heimlich

Wer wissen will, ob das eigene Konto mehr kostet als zuvor, sollte einen Blick in die letzten Benachrichtigungen der Bank werfen. „Banken informieren ihre Kunden transparent darüber, wenn sich Änderungen im Vertrag ergeben, sich Kosten erhöhen. Das passiert schriftlich oder online. Das Problem ist aber, dass viele dies nicht mitbekommen, weil sie es sich nicht richtig durchlesen oder nicht in ihr Online-Postfach schauen“, erklärt Heike Nicodemus.

Einen Aufschluss über die Gebühren würde aber auch die Kontoabrechnung geben, wo beispielsweise Dispozinsen und Kontopreise aufgelistet sind. Diese erhalten die Kunden bei vielen Banken vierteljährlich. Diese können sie miteinander vergleichen, um die konkrete Steigerung der Gebühren zu erfassen.

Was können Kunden jetzt tun?

Wer mit einer Preiserhöhung nicht einverstanden ist, dem bleibt oft nichts anderes übrig, als die Bank zu wechseln. Zwar könne man einen Widerspruch bei seiner Bank einlegen, aber dann könne es sein, dass das Konto seitens der Bank gekündigt würde - dazu seien sie nämlich berechtigt, erklärt Markus Feck von der Verbraucherzentrale NRW.

Wer wechseln will, sollte sich vorher in jedem Falle gründlich über die möglichen Kosten informieren und mit den aktuellen gegenrechnen, rät Feck. Heike Nicodemus erklärt: „Bis zu 60 Euro im Jahr für ein Girokonto mit Girocard und Onlinebuchung ist ein akzeptabler Preis." Allerdings gibt es auch Banken, die günstiger sind.

Eine gute Nachricht: Seit dem letzten Jahr ist es per Gesetz für den Kunden einfacher geworden, das Konto zu wechseln. Wie das sein kann und wie das geht, können Sie hier lesen.

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