Lade Inhalte...

Geldanlage Das ist wichtig, wenn Sie Diamanten kaufen

Zeitlos, kostbar und als Schmuck begehrt: Diamanten kommen für immer mehr Anleger als wertbeständiges Investment in Frage. Reinheit und Preise spielen dabei eine wichtige Rolle. Ein Ersatz für das Sparbuch sind die Edelsteine aber nicht.

04.11.2014 11:20
Sabine Meuter
Ein Diamant bringt die Augen des Beschenkten zum Strahlen. Die Edelsteine können aber auch als Geldanlage genutzt werden Foto: dpa

Ohhhs und Ahhhs bleiben nicht aus, sobald das Geschenkpapier abgestreift ist und das Kästchen geöffnet wird: Ein Diamant! Ein solcher Edelstein kommt im Licht der Kerzen am Weihnachtsbaum erst so richtig zum Funkeln. Wer solch ein glitzerndes Schmuckstück in Form eines Rings oder Kettenanhängers zum hohen Fest als Präsent überreichen möchte, muss nicht unbedingt Millionär sein.

Diamanten sind schon ab 2500 Euro zu haben - nach oben sind den Preisen keine Grenzen gesetzt. Da die Edelsteine Jahre nach dem Ankauf teils üppige Wertzuwächse erzielen können, werden sie auch als Geldanlage genutzt.

Mit Blick auf das historische Zinstief bringen weder Bundesanleihen noch das Sparbuch nennenswerte Renditen. Sind also Diamanten eine echte Anlagealternative? „Diamanten sind eine Krisenwährung, die eine geringe Schwankungsbreite aufweist“, sagt Vermögensberater Arnim Kogge vom Vertiva Family Office mit Sitz in Stuttgart.

Kogge verweist auf eine Studie der Unternehmensberatung Bain & Co. Danach wird mit einer äußerst positiven Wertsteigerung von Diamanten bis zum Jahr 2020 gerechnet. Der Grund: „Jahrzehnte ist es her, dass die letzten Diamantenminen erschlossen wurden“, erklärt Kogge. Neue Minen sind nur vereinzelt in Sicht - aber die Nachfrage nach den Edelsteinen ist hoch. Dies könne dazu führen, dass der Diamantenpreis deutlich steigt.

Davon sollten sich Anleger aber nicht vorschnell verführen lassen, mahnt Ariane Lauenburg von der Stiftung Warentest in Berlin. Denn verbrieft sind die Wertsteigerungen nicht. „Wer über kein Fachwissen verfügt, sollte tunlichst die Finger von Diamanten lassen“, sagt die Expertin. Sie warnt davor, dass sich auf dem Markt viele schwarze Schafe tummeln, die via Anzeigen ahnungslosen Opfern völlig überteuerte Anlagediamanten andrehen, die sich später nur für einen Bruchteil des gezahlten Preises verkaufen lassen.

Auch Thomas Schlüter vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin mahnt Verbraucher zu Zurückhaltung. „Für Privatanleger sind Diamanten als Schmuckstück in Ordnung, aber nicht als Geldanlage“, so Schlüter. Der Grund: Es gibt bei Diamanten keinen geregelten Markt wie bei Aktien. Der Wert der Edelsteine wird nicht wie bei Gold oder Platin täglich ermittelt. Offizielle Kurse existieren an den Diamantenbörsen nicht.

Kein Ersatz für Sparbuch oder Altersvorsorge

„Diamanten sollten keinesfalls als Ersatz für ein Sparbuch oder für traditionelle Zinsanlagen oder gar für die Altersvorsorge gekauft werden“, betont Schlüter. Die Edelsteine ließen sich in den meisten Fällen nicht kurzfristig wieder zu Bargeld machen. „Grundsätzlich eignen sich Diamanten für jeden Privatanleger, der keine Ausschüttungen oder prognostizierte Rendite erwartet“, sagt Uwe Zimmer von der Meridio Asset Management AG in Köln.

Dennoch rät Uwe Günther von der Berlin Portfolio Management (BPM) unerfahrenen Anlegern ebenfalls dazu, beim Kauf von Diamanten Vorsicht walten zu lassen. Ein Ankauf sollte nur bei einem renommierten Juwelier erfolgen. „Die Entscheidung sollte zugunsten eines Händlers fallen, der auch bei einem späteren Verkauf aktive Unterstützung bietet und sein Netzwerk zur Verfügung stellt“, fügt Sven Scherner von der Honoris Treuhand in Berlin hinzu.

Worauf sollten Verbraucher also achten? „Die Steine müssen zwingend einen Zertifikatsnachweis besitzen“, erklärt Arnim Kogge. Dieser Nachweis sollte entweder vom Deutschen Diamanteninstitut oder von weltweit anerkannten Institutionen wie etwa dem Gemological Institute of America (GIA) ausgestellt worden sein. Käufer sollten darüber hinaus den Ursprung der funkelnden Juwelen prüfen. Die Steine müssen aus legitimen Quellen und Schleifereien stammen.

Bei der Beurteilung der Steine und des Weiterentwicklungspotenzials der Objekte werden „die vier C's“ herangezogen: Colour steht für Farbe, Carat fürs Gewicht, Clarity für die Reinheit sowie Cut für die Schliffform. „In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung der Schliffgüte der Diamanten stark zugenommen“, erläutert Sven Scherner. Arnim Kogge empfiehlt, nur farblose, rundgeschliffene Diamanten zwischen feinem Weiß (G) und hochfeinem Weiß (D) zu kaufen.

„Am besten sind die Steinchen als Schmuckstück am Hals, am Finger oder an den Ohren aufgehoben, wo sie den Augen des Betrachters schmeicheln“, sagt Uwe Günther. Und das nicht nur im Schein der Kerzen am Weihnachtsbaum. (dpa)

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen