Lade Inhalte...

Finanzierungstipps Wie Käufer von Immobilien bis Jahresende sparen

Anschlussfinanzierung sichern, Tilgungsrate erhöhen: Vor Ende des Jahres sollten Immobilienkäufer ihre Baufinanzierung checken. Denn 2014 lässt sich noch viel Geld sparen, wenn sie sich rechtzeitig kümmern. Was bei Baudarlehen sonst noch wichtig ist.

10.11.2014 13:15
Niedrige Zinsen machen die eigenen vier Wände so attraktiv wie nie. Doch Vorsicht ist geboten: Wer heute ein Darlehen aufnimmt, sollte an einen möglichen Zinsanstieg denken. Foto: dpa

Immobilienbesitzer sollten in den nächsten Wochen ihre laufende Baufinanzierung prüfen und optimieren. Denn bei den sehr niedrigen Zinsen lohnt eine Sondertilgung mehr, als das Ersparte auf die Bank zu tragen. Viele Baudarlehen erlauben es zudem, den Tilgungssatz anzupassen, also zu erhöhen. Außerdem locken viele Kreditinstitute zum Jahresende mit Aktionsangeboten zu preiswerten Forward-Darlehen. Läuft die Erstfinanzierung demnächst aus, sollte man die Kreditzinsen umfassend vergleichen.

Sondertilgung besser als Geldanlage

Kostenlose Sondertilgungen bieten mittlerweile fast alle Kreditinstitute. „Die außerplanmäßige Rückzahlung ist in der Regel auf einen bestimmten Anteil an der Kreditsumme oder auf einen bestimmten Euro-Betrag beschränkt“, sagt Michiel Goris vom Baugeldvermittler Interhyp. Sind also beispielsweise fünf Prozent des Darlehensbetrags möglich, können Sie bei einem Baudarlehen über 150.000 Euro bis zu 7500 Euro an Sonderzahlung jährlich leisten.

Wird bei einem 15-jährigen Darlehen im fünften Jahr solch eine Sonderzahlung verbucht, können Sie bei drei Prozent Kreditzins bis Laufzeitende mehr als 2500 Euro an Zinsen sparen. Wenn Sie die Baufinanzierung vor etwa sechs Jahren abgeschlossen haben, zahlen Sie meist Kreditzinsen von rund vier bis fünf Prozent.

Tages- oder Festgeld bringen mittlerweile nur mehr ein bis zwei Prozent Sparzinsen. „Da die Zinsersparnis durch Sondertilgung gut doppelt so hoch ist wie die Sparzinsen, ist eine Sonderzahlung die bessere Geldanlage“, rät Goris.

Tilgungsrate des Darlehens erhöhen

Die meisten Immobiliendarlehen starten mit einem Prozent Anfangstilgung. 50 Jahre und länger dauert so eine Baufinanzierung, entsprechend horrende Zinslasten summieren sich.

Kreditexperten raten zu höherer Tilgungsleistung, denn das beschleunigt den Schuldenabbau deutlich. Viele Baudarlehen ermöglichen den Wechsel des Tilgungssatzes während der Zinsbindung. Prüfen Sie also, ob Sie sich eine etwas höhere Kreditrate leisten können. Das rechnet sich: Wer beispielsweise bei drei Prozent Kreditzins die Tilgungsrate von ein auf zwei Prozent verdoppelt, ist zehn Jahre früher schuldenfrei.

Zinssatz sichern mit Forward-Darlehen

Läuft ein erstes Darlehen in Kürze aus, können sich Bauherren mit einem Forward-Darlehen einen gewissen Zinsatz sichern. „Bei dieser Finanzierungsform schließen sie vorab einen neuen Vertrag ab“, erklärt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung. „Der muss erst nach Auslaufen der bisherigen Finanzierung bedient werden.“ Banken lassen sich den Service mit einem Zinsaufschlag bezahlen.

Forward-Darlehen sind Zinswetten auf die Zukunft. Wenn die Zinsen in der Zeit bis zum Anschlussdarlehen weiter fallen, habe man sich verspekuliert. Experten empfehlen, ein Forward-Darlehen maximal anderthalb Jahre im Voraus abzuschließen. Bei einem längeren Zeitraum sei der Zinsverlauf nicht absehbar. Läuft die Zinsbindung bald ab, kostet ein Forward-Darlehen nur wenig und sichert dafür das heutige niedrige Zinsniveau ab.

Die Konkurrenz kann es günstiger

Bei der Suche nach einer neuer Baufinanzierung oder einer Anschlussfinanzierung sollten Immobilienkäufer unbedingt einen Blick auf die Angebote der Konkurrenz werfen und nach günstigen Kreditzinsen mit langer Laufzeit suchen. Derzeit gibt es einige sehr gute Angebote von Versicherern.

Möglichst keine Bereitstellungszinsen

Wer aktuell keine Anschlussfinanzierung braucht, sich aber bereits heute eine günstige Baufinanzierung sichern will, sollte Kreditinstitute wählen, die für die Bereitstellung keinen Zinsaufschlag verlangen.

Wollen Verbraucher in naher Zukunft ein Haus finanzieren, sollten sie wegen der aktuell niedrigen Zinsen über ein Volltilgerdarlehen nachdenken, empfiehlt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Bei dem wird, anders als bei Annuitätendarlehen, keine anfängliche Tilgungsrate festgelegt. Dafür muss der Zeitraum bis zur Schuldenfreiheit bestimmt werden.

Da der Zinssatz fest ist, sind Bauherren für ihre gesamte Finanzierung gegen steigende Zinsen gesichert. Bei der Rate gilt: Desto kürzer die Laufzeit, desto größer die monatliche Zahlung. Längere Laufzeiten reduzieren die Belastung.

Verbraucherschützer raten, auf die Modalitäten zu achten. So sollte die Möglichkeit zu Sondertilgungen bestehen und auch deren Wiederauszahlung während der Laufzeit. Damit lasse sich auf mögliche finanzielle Engpässe in der Zukunft reagieren. (gs/dpa/Biallo)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen